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VON

MAX liÙHE

Privatdocent an der Universit&t KOnigsberg.

Nachdem die von mir verfasste Biographie Rudolphi's bereits erschienen war, stellte mir Herr Dr. von Marenzeller freundlichst dieim k. k. naturhistorischen Hofmuseum zu Wien aufbewahrte Correspondenz Bremser*s zur Verfûgung. Es fmden sich darunter auch zahlreiche Briefe, welche Rudoiphi an Bremser gerichtet hat, und da dieselben wohl geeignet sind, das Bild^ welches ich von den âusseren Lebensschicksalen, dem Charakter und der wissenschaftlichen, speciell helminthologischen Thàtigkeit Rudolphi's entworfen habe, in raancher Hinsicht zu ergânzen, sie auch Rudolphi's Charakter in einem sehr sympathischen Lichte zeigen, so scheint es mir nicht fiberflûssig zu sein, hier einiges aus ihnen mitzuteilen.

Die Briefe stammen fast sàmmtlich aus den Jahren 1822-1825. Nur einer istàlter und von Rudoiphi wàhrend seiner italienischen Reise geschrieben. Der Inhall der Briefe ist sehr verschiedenarlig, wie sich das ja bei einem lebhaften Briefwechsel zwischen nahen Freunden von selbst ergiebt. Nebeu Persônlichem ninimt die Erôrterung helminthologischer Fragen einen grossen Raum ein, da Rudoiphi und Bremser sich nicht nur aile interessanteren neuen Beobachtungen gegenseitig mitteilten, sondern sich auch sehr oft einer beim anderen Rat holten. Speciell ist hâufig von Bremser's Icônes Uelminîhum die Rede, fur welche Rudoiphi sich in Berlin eifrig um Subscribenten bemûhte (1). Von besonderem

(1) Auf dièse Seite des Briefwechsels zwischen Rudoiphi und Bremser wird z. T. m der Biographie Bremser szurùdczukommen sein, da dadurcli Licht f&llt auf die Entstehungsgeschlchte der Iconea Helminthuw.

BRIEFE K. A. RUDOLPHl'S AN J. G. BREMSER 551.

Interesse fur den Helminthologen ist eine Stelle in eineiy Briefe vom 26. V. 18(7 (siehe unten), an welcher sich Rudolphi sehr viel. beslimmter fur die Schaffung besonderer Gênera fur die Cestoden der Selacbier ausspricht als an der entsprechenden Stelle der. Synopsis (p. 480).

Sehr hâufig richtet Rudolphi an Bremser die Bitte, ihm gewisse Bûcher (vergl. z. B. unten den Brief vom 21. VIL 1823 und die Anmerkung dazu) oder Portraits von Wiener Naturforschern oder Medaillen zu verschaffen. Namentlich die Bitte um Medaillen kehrt oft wieder, sei es in ganz allgemeiner Forra, z. B. am 7. X. 1823 :,

Giebt es denn dort nicbt Medaillen auf andere Geiehrte? Spazierea Sie hûbscb einmal nacb der Mûnze ; die Bewegung tbut Ibnen gut.

oder am 24. XI. 1823 :

Wenn aucb nicbt auf Âerzte, sind nicbt auf andere Gelebrte in Wien (z. B. auf der Mûnze) Medaillen, gleicbviel in Silber oder Bronze oder Kupfer zu baben (nur nicbt in Zinn oder Bley).

oderam28. XII. 1823:

Hier bat die Mûnze eine Menge Medaillen zu verkaufen. Sind dort gar' keine Medailleurs, diedergl. zuni Kauf baben? S'ist erschrecklicb, in der' Kaiserstadt, wogegen unser Berlin eine Kleinigkeit isti Es braucben gar nicbt Medaillen auf Aerzte oder Naturforscber (1), sondern auf Mânner und Frauen aller Art, nur nicbt bobe Hâupter, denn das bleibt fur die boben Mûnzkabinette, denen die Tausende dazu angewiesen werden.

sei es, dass Rudolphi um die Besorgung bestimmter Mûnzen bittet, z. B. am 24. IV. 1825 :

Die Medaillen auf Laplacbe uod die Fedor Mainville bitte icb mir zu kaufen...

lu Udine soll ein Autodidactus eine Médaille auf Canova gemacbt baben, die icb mir wobi wûnscbte... am liebsten in Silt>er, sonsl io Bronze, nur im Notfalle in Zinn.

Oder am 28. X. 1825 :

Werden Sie nicbt bôse, wenn icb nocb einnal des Wrbna wegen komme. Sie babon die Gûte gebabl, mir die auf ibn von Lang geprâgte Médaille zu senden; es giebt aber aucb eine auf ibn von Harniscb, die icb aucb'

wûnscbte. — fiey ist zu baben (oder sind zu baben) Med. auf die

zwey Fûrstien Scbwarzenberg u. Metternich und b&te icb darum.

Um die Reichhalligkeit von Rudolphi's Medaillensammlung zu' (1) Hier fehlt eIn m m aaId o.

as MAX LÛHE

zeigen, ^i ang:efûhrt, dass er nach Briefen an Bremser vom 6. V. 1823 bez. 5. VII. 1823 voû Medaillen auf Aerzte und Naturforscber « gegen 150, allein freyiich ûber 60 (silberne) aus Schweden » besass. Darunter befand sich iedoch ausser auf von Swieten tt keine auf einen Wiener. Auch keine auf italieniscbe Aerzte und Naturforscber, aïs eine auf Moscati ».

Jch lasse nunmehr eine Anzahl von Briefen, bez. Auszûge aus solchen, in chronologischer Ordnung folgen. In mehreren derselben fanden sich Speciesnamen, welche nie publiciert sind. In einem Falle bat Rudolphi den brieflich an Bremser mitgeteilten Speciesnamen eines Tetrarhynchus in der Synopsis durch einen anderen ersetzt, andere Fâlle betrefien Heluiinthen, welcbe Rudolphi erst nach Erscheinen der Synopsis gefunden bat. Aus prioritâtsrechilichen Grûnden bez. um die Synonymie der betreffenden Species nicht unnôtig zu bereichern, sind jene nicht publicierten Speciesnamen im folgenden principiell ausgelassen worden. Die Anmerkungen rûhren, wo nicht ausdrûcklich etwas anderes bemerkt wurde, von mir her. Die durch cursiven Druck hervorgebobenen Worte sind im Original unterstrichen.

Rom, d. 26 sten May 1817.

Mein theuerster Freund

In Riminî, wo Icb 22 Tage war, woilte icb Ihnen immer schreiben und ein Tag jagte den andern und icb kam fort ebe icb zum Briefe gelangte. Es bat mir dort ausserordentlich gefallen. In Chioggia traf icb Scbnee und Frost und Iceine Seetbiere, Renieras Bruder Icranic und Cbiergbin ait und stumpfy so dass icb rasch davon ging, welcbes mich nocb itzt freut, denn dort batte micb der Teufel gebolt, ein vermaledei tares Nest kenne icb nicht. Hier finde icb aucb wenig und werde bald von dannen ziebn, allein Rimini bat mir viel gebracht, und soll lebenl Icbieble da ganz abgescbieden und batte auf meinem Zimmer Fiscbmarkt, denn in ein Paar Tagen war icb bey den Fiscbern bekannt. und icb babe gegen acbtzig Arten Fiscbe bekommea. Hier gebt es mir scblecbt. Vor der Stadt warf mein Vettorino den Glaskasten um, worin icb die Wûrmer babe, und grade (fas Glas, worin icb zwey Indivîduen von einem neuen Polystoma batte, iief aus, so dass icb itzt keins oder ein scblecbtes babe. Beym Auspacken merke icb, dass mein Socius den vierten Tbeil vom Guvier verscbmissen bat, welcbes mir sebr empfindlich ist, und die Briefe, auf die icb hier fest gerecbnet batte, fehlen. In Venedig batte icb den fûnften Brief meiner Frau und seit der Zeit keinen I Es macbt micb dies sebr unrubig.

BRIEFE K. A. RUDOLPHI S AN J. G. BREMSER 553

Wer weiss wie es meînen Briefen an meîne Frau gegangen ist. Geben Sie die Einlage ja gleîcb auf die Post. Es ist der 22aie Brief, den ich geschrieben babe, und icb armer Schelm habe erst fûnfe und seit so langer Zeît kelnen. Mir ist darûber Rom ganz zuwider geworden.

Das bûbscbeste, was icb fand, ist ein Polystoma — und wo? — [m Rachen von Testudo orbicularis ! Icb scbnitt eincr den Kopf ab und fand im Magen eîne neue Spiroptera zwiscben den Magen-Hâuten. Hernacb besab ich den Kopf und siehe, am Gaum sassen zwey Polystoma*s, deni integerrimum sebr àbnlicb, alletn docb specie verscbieden; icb babe es ocellatum genannt. Soilten Sie es inzwischen raebrfacb fînden, so heben Sie mir davon auf. Ich will es ebenso machen.

Zwiscben den Magenbâuten der Sepia officinalis (aber bey keinem andern der Cepbalopoden, deren ich viele untersucht habe) fand ich einen neuen

Tetrarhynchus ( m.) (1). wovon icb wie von den mehrsten Wûr-

mern mit Vergnûgen abgeben werde. Einen âusserst kleinen (mikroskopischen) Tetrarhynchus fand ich in âusserst kleinen Blaschen sebr hàufig im Peritoneum von Caranx Trachurus (Scomber Linn.) und Sparus Âlcedo; einen grôssern (ein einziges Individuum) in einem Blaschen am Magen von Pleuronectes Pegosa. Von Argentina babe icb eine grosse Menge vergebens untersucht und noch keinen Tetrarhynchus dabei gefunden. In Neapel, wo icb drey Monate zu bleiban denke, werde icb wohi glûcklicber seyn.

Distomata habe icb sebr reicblicb gefunden. In einer grossen Scbildkrôte fand icb 1) im Magen ein schônes Doppellocb (D. irroratum ; 2) eins im Darm : D. gelatinosum; 3) eins in der Harnblase : D. cymbiforme, und 4) das Monostoma trigonocephalum im Dickdarm. (Haben Sie dies wlrklicb aus dem Magen?) Ein hûbscbes D. (megastomum) fand icb im Magen des Squalus Galeus. Eins (capitellatum) in der Gallenblase des Uranoscopus scaber, das bat der Teufel mit dem Polystoma zugleich gebolt, ailein der Fisch ist gemein, und bey allen, die ich untersucht babe, fand ich es, sodass sich der Schaden wobl leicht ersetzen Jâsst. Bei Sparus dentex habe ich ein neues Distoma im Magon und ein andres im Darm gefunden und so fort. Manche sind sebr ausgebreitet, so habe ich D. appendiculatum (das mit crenatum zu vereinigen ist) bey Clupea Alosa, Accipenser Sturio, Ophidium barbatum, Torpédo marmorata, Raja clavata Trigla Hirundo, Trigla adriatica und vielleicht auch bey Perça cirrosa gefunden. Ausser jenem bat aber auch der Stor sein eignes Ibnen bekanntes Distoma. Das D. furcatum habe icb bey zwey Arten Mullus gefunden. Bey

einer neuen sebr grossen Schwalbe ( m. (2) grôsser aïs

Melba) babe icb ein neues D. (miciococcon) angetroffen, ein noues bey Stromateus Fiatola.etc, etc.

(1) Nicht vcrôffentlichter Manuscriptname.

(2) In der Synopsis ist als Wirt von fhst. microeoccum Giareola avitriaca aufgefûhrt, fur welche der hier ausgelassene Speciesname (von RudoJphl obnc Beifûgung eines Gattungsnamens angefûhrt) nach Ausweis von Gray's Handlist of Birds niemals gebraucht ist.

55i MAX LÛHE

Den Scolex ûnde icb hey ausserordentlich vielen FischeD, ich mocbte fast sagen, bey alien. Dagegen habe ich nocb in keînem einzîgen, eÎDeo CucuUaDus angetroflen. Ascariden die Hûlle und Fûlle.

Sie wissen, welche Complimente ich Ibrer Taenia ans dem Kfingurub gemacht habe; ich gebe Ibnen aber einen Botbriocepbalen (verticillatus m.) aus Squaleus Galeus, der irielleicbt noch schôner ist, wo an den scbmajen Gliedern Lappen des olieren das untere zum Tbeil bedeckeo und an den grosseren zum Theii verzieren. Das macht sicb wunderschôn ! (1) Den Kopf habe icb nur l)ei einero geseben wie bey ooronatus vielleicht — (2) mit Hal(en beaetzt. Icb habe schône grosse Ëxeraplare von Taenia auriculata (ehemals Botbriocephalus m.) im Zitterrochen gefunden, Ideînere bey demselben Fiscb von Botbr. coronatus. Icli lûrcbt aber, dass vom Scbûtteln im Weingeist dièse zarten GescbOpfe leiden. Sie halten es vielleicht fur Ketzerey, dass ich dort von Taenia spreche, allein die starlcen Bechermùndungen (3) scheinen mir nicht zu Bothr. zu passen. Es verdienten eigenttich aile sonderbaren Thiere aus Rochen und Hayen mit ibren wunderbaren Kopfen und den Randmûndungen der Glieder eigne Gattungen zu bilden. Wa» sagen Sie dazu"^ Ich habe auch Lemniscl am Rande und Eyer aus diesen geben sehen (4)

Taenien habe ich gar nicht gefunden, ausser linea bey der Wachtel und cyathiformis bey einigen Schwalben (5)

Berlin Febr. 12. 8^.

Mein theuerster Freund

icb muss schon wieder mit Klagen beginnen. Gegen den Schluss des Jahrs habe ich mein geliebtes Weib verloren. Es trifft mich sebr hart. Wir waren ûber achtzehn Jahre verbunden, und icb batte eine treue, zârtliche, sehr liebenswûrdige Gattin in ihr, die kein Wort von Eifersucht und lausend andern Dingen kannte, womit Frauen ihre Mânner quàlen. Die letzten Jahre unserer Ehc wurden durch den Verlust dreyer lieber Kinder sehr unglùcklich, und meine Frau, in der Jugend und bis dabin zu glûcklich, ward fast melancholisch. Sie batte Steine in beyden Nierenbecken und Steine in der Gallenblase, allein recht klar ist mir der Tod doch nicht, nach dem was mir die Aerzte von der Section sagen, denn sie war soust von gesundestem Bau (nur zu fett) und im 39. Jabr ibres Lebens.

Ich habe drey Kinder, die ich sehr liebe, zwey Tôcbter von meiner ersten Gattin (von 23 und von 21 Jabren) und einen Sohn aus der zweyten

(1) Dièse Form der Glieder wird durch sechs dem Text eingefûgte Skizzen erlftutert.

(â) Hier flDdet sich im Text eine Skizze der Hakenform, auf welche sich offenbar das Wort « vielleicht » bezieht.

(3) Hierzu eine Skizze des Scolex.

(4) Hierzu eine Sltizze zweler langgestreckter Proglottiden mit randst&ndigen Genitalpaplllen.

(5) Hier endet der Brlefbo^en. OfTenbar hat ein anderer, nicht mehr vorhandener Bogen noch eine Forlselzung des Briefes enthalten.

BRIEFE K. A. RUDOLPHl'S AN J. G. BREMSER 555

Ebé. der iro nâchsten MoDate secbzebn Jahre ait wird. Sie haben auch oiicb sebr lieb, allein die Gattin wird roir durch nichts ersetzt, und icb werde ibren Verlust immer tiefer fùhlen.

Icb habe ein Gluck ; Arbeiten die Hûlle und Fûlle, und auch Liebe zur Arbeit; so dass icb darai t gegeu den Kuroroer angeltâmpft uud gesiegt habe. Allein die recbte Freude am* Leben geht verloren, und icb bin so furchUam, dass icb gleicb den Tod sebe, wenn ein? meiner Kinder erkrankt.

Mit meiner Pbysiologie siebt es noch sebr weiUâuftig aus. Icb habe die Abendstunden dazu ausgesetzf, allein dringende Arbeiten und mancherley Stôrungen rauben sie mir oft. Jcb danke Jhnen fur Jhre freundiicbe Tbeilnahme daran, Sie wollen mich wobi trosten, dass Wilbrand in den Ergânzungsblàttern der Jenaiscben Litteraturzeitung kein gules Haar daran gelassen bat. Er bat mir aber aucb In der Recension selbst Trost zugesprocben, denn er sagt, dass an dem Haller aucb nichts sey. 0 tribus Anticyris insanabile caputi

Mit dem Anfang des April gehe icb gleicb zu den Wûrmern, und werde ihnen lâglicb einige Stunden widmen, bis icb damit zu Ende bin Icb habe von Ihnen die beyden grossen Sammiungen; eine dritte, die fast ebenso gross ist als eine derselben, von OHers aus Brasilien; eine vîerte von Otto, die Frucht seiner Reise nacb Italien u. s. w; eine fûnfte kleinere aus Aegypten ; und eine ganze, Menge einzelner kleinen. Unter den letzten sind ein Paar bùbsche Sachen von etnem jungen Mann, der auf meine Veranlassung mit den Waltîschjâgern ausgegangen und bis 80* N. R. gekommen ist. Er bat das Gehirn von Balaena Mysticetus und Monodon Monoceros (beyde obne Spur von Geruchsnerven) und viele andere Sacheu, z. B. einen kleinen Fœtus von Monodon fur unser Muséum niitgebracht, und aucb ein Paar Ringeweidewûrmer fur mich, nâmlich ein Paar Rundwûrmer aus dem Magen von Phoca cucullata und Monodon Monoceros, wo icb mit Ihnen theilen werde. Ferner batte er eine Filaria im Herzen von Phoca cucullata zwischen den tuberculis und in die recbte Kammer zu Tage gehend gefunden und mir das Herz mitgebracht, so dass icb sie selbst (mit Mûbe) ganz herausgebracbt habe, leider nur ein Exemplar, doch bolTe ich mehrere zu erhaltea. denn Jacobsson schrieb mir schon einmal aus Kopenbagen, man fâode oftWùrmer im Herzen der nordischen Pbokcn.

Kûrziich wurden 12 grosse und kleine freye runde Blasen in den Gehirnhôblen eines jungen Mâdchens gefunden, ailes Ecbinococci und grade wie die, welcbe Sie bey Meckel abgebildet und beschrieben haben (und wovon Sie auch so gûtig gewesen sind, mir einen besonderen Abdruck zu senden) ; es wird eine Dissertation davon geschrieben, die ich Ihnen sende, so wie sie vom Stapel gegaqgen ist. Ein anstàndiges Glas davon stebi schon lange fur Sie bereit.

ConHgliachi bat niir ein Exemplar von dem Rundwuim gesandt, den

Goeze im Magen des Silurus Glanis fand (Cucullanus )(i), ich

habe ihn aber so wenig, wie das Uebrige untersucht.

(1) UnverûtTentlichtei* Maiiuscripl-Name.

556 MAX LÛHE

Nun werde icb zuerst aile Rundwùriner vornebmen, und so fort, und es ist mir lieb, dass icb mit jeaeD anzufangen babe, da das Uebrige ailes viel angenebmer ist. Ibre und Olfers BemerkuogeD werde Icb zugletcb bey jeder Gattung vergleicben, dnd so wird wobl ein neuer Suppleroeotband entsteben, dem icb aber den Index wieder fur ailes wie in der Synopsis, nur verbessert beyfûgen werde. Die Paar Bogen mehr machen nicbts ans, und dann bat man docb nicbt notbig, zwey Register zu gebraucben. Das werden Sie boffentlicb billigen. Docb wâbrend der Arbeit werde icb oft zu Ibnen recurrieren.

Von Nitzscb babe icb mancbes Hûbscbe, unter andern ein Tristoma, das einzige was er an einem Stôr fand, Tricbocepbalus vom Kameel etc.

Leuckart und Westrumbs Sacben babe icb nocb wenig benûtzt, aus Mangel an Zeit, flùchtig, wie icb sie kenne, angeseben gefallen sie mir recbtsebr; bey Herausgabe des Supplementbands werde icb sie genau studiren und den Verfassern meinen Dank und mein Lob zollen und ibnen gute Exemplaro vom Supplementband scbicken. Scbreiben Sie ibnen, so entscbuldigen Sie micb dadurcb bey ibnen.

Icb umarme Sie mit der berzlicbsten Liebe. Ganz

Ibr D. K. A. R.

Berlin April 18 822 Dass es mit dem Scbreiben eines Briefes nocb nicbt getban ist, Onde icb beute, den 236ten April Abends, wo derselbe ruhig unter meinen Papieren liegt.

Mein liebster Herzensfreund

Icb danke Ibnen fur Ibre aufricbtige Liebe zu mir, icb babe sie gewiss aber nicht minder zu Ibnen. Ibres Mitgefûbls bin icb gewiss; wenn Sie aber die Masse von Leiden kennten, die icb einige Jabre bindurcb getragen babe, Sie wûrden sicb entsetzen. Docb basta.

icb babe micb kurz entschlossen, und verlasse das sebr grosse Quartier, das icb zwôH Jabre bindurcb bewobnt babe, und zicbe in ein anderes, das etwas kleiner, aber eben so tbeuer ist, wo icb aber nicbt die scbmerzbaften Erinnerungen babe. Um gleicb auszieben zu kônnen, muss icb ein Paar bundert Tbaler (1), acbte indessen die nicbt fur den Zweck. Arg ist es aber mit meiner grossen Bibliotbek, mit deren Ordnen im neuen Quartier icb scbon acbt Tage bescbâftigt bin. Dann kommt die Wûrmersammlung an die Reibe, welcbe icb in vier grossen Spinden babe. Icb komme aber dafûr in sebr grosse Ordnung.

(1) Hier ist ein von Rudolphl versehentlich ausgelassenes Verbum « zablen », « opfem » Oder dgl. zu ergânzen.

BRlEFE K. A. RUDOLPHI S AN J. G. BREMSER $57

Den Trich. ecbinatus , das Tristoma coccineum und das neue T. elongatum, das indessen sehr vom Genus abweîcht; und ailes, was icb von Gymnorhynchus besitze (vio Sie die Glâser entzwey scblagen konnen, da icb es selbst nicbt anders macbe, denn meîne Wùrmer sind aile in weissen Nonnenglâsern, ôi^ vergrôssern, und bequera zum Beseben sind, wo man aber, wenn man seltne Sacben berausbaben will, das Glas nicbt acbten muss) (1) sende icb Ibnen, so bald icb so bald icb in Ordnung bin, womit der Monatb bingebt. Dann will icb Ibnen aucb eine Diss. vom Lumbricus senden, (denn icb babe selbst nur zwey aus Kônigsberg erbalten) (2) aucb die vom Ecbinococcus (3), wenn sie gedruckt ist, womit man, wie icb glaube, bescbâftigt ist.

Berlin Septbr. 21. 822.

AUervortrefflicbster

Sie balten mir eine Strafpredigt, die icb Gottlob nicbt verdtene. Habe icb gesagt, dass wer Geld besitzt, ailes bat, so babe icb das nicbt fur micb als D. K. A. R. gesagt, sondern in dem Sinne der Welt. Nein, Geld macbt nicbt glûcklicb. Allein es ist ein Grosses, wenn man Gesundbeit und Heiterkeit besitzt, und nun nicbt durcb Mangel gebunden ist. Ibren zweyten Grundsatz von den wenigea Bedùrfnissen babe icb in der Jugend

(1) Vergl. blerzu aucb aus eioem Briefe vom 7. VU 1822 :

Was Ihr Pr&parat anlangt, so llebe icb das scbwarze Wacbs Dicbt, well es endlich scbmutzig und grau wbrd. Icli nebme brennondrothes Wacbs, so dass es nocb immer rotb bleibt, wenn es aucb verscblesst. Zweytens babe icb die runden Glâser lieber, weil sie vergrôssern, und man dabey aucb von den Seiten siebt.

Hierauf antwortet Bremser am 14. VIII 1822 :

Anlangend das von mlr ûbersendete Pr&parat, so liebe icb gleicbfalls das scbwarze Wacbs nicbt, weil es endlich scbmutzig und grau ]a abscbeulicb wird. Das rotbe mag fch aber aucb nicbt, weil mancbe Sacben sicb scblecbt darauf ansnebmen und es am Ende doch aucb verscblesst. Habe Erfabrungen darûber gemacbt.

Also derowegen und desbalb, aus solchcn Grûnden und Ursacben bin Ich Iftngst davon abgekommen, mir das Material, woranf ich meine Prâparate hefte, von der Apis mellifica berelten zn lassen, sondern habe die Bombyx mori dazn erwâblt. Wie solcbes Ew. Liebden bel nâbercr Betracbtnn? obne Brille wahrzunebmen geruben werden. Môglich vielleicbt, dass der Weingeist sich etwas gefârbt bat, dn wegen Elle das Scidenzeug nicbt bat ausgewâssért werden kônnen (2). Runde Glâser habe icb gleicbfalls lieber, aber nur fur rundc, d. i.

cylindriscbe (hier sind zwei Worte unlescrlicb. Lùbc.) Kôrper, nicbt

aber fur flacbe Prâparate eben darum, weil sie vergrôssern u. zwar ungicicb und gerade dadurch Zerrbilder liefern.

(2) Von Julius Léo Berlin 1820. — (Randbemerkung von Bremser).

(3) Im Original steht Echinoccus.

558 MAX LÛHE

gebabt, ich war arm und fûhlte es nicht, ich habe oft sehr vergnùgt eîne Mablzeit mit blossen trockenen Brod gebaHen, alleîn allmàblig mit grosseren Einnabcnen haben sich mebr Bedùrfnisse gefunden und jelzt Jebe icb etwas luxurios. Meine Bibliothek kostet mir schon ûber zwoU tausend Tbaler, icb kaufe Kupfereticbe u. s. w. balte aber genaue Recènung UDd gebe jàbrlicb weniger aus ala icb einnebme. Ich halte dalûr, dass man bey mebr befriediglen Wûnscben uod Bedùrfnisseu mebr Vergnûgen bat, ais bey weniger. Allein es wûrde mir nicbt schwer werdeo, zurûckzutreten. Im Kriege versagte icb mir Wein, Kafle, Zucker, Geseliscbaften, und es ward mir nicbt scbwer. Allein warum obne Notb sich etwas Erlaubtes versagen? Ein geiziger Lord sagte zu seinem versehweDderiscben Neffenr er ruinire sicb, warum er nicbt lebte, wie er ? Der Neffe antwortete sebr gut, dazu wâre es nocb immerZeit, wenn er ruînirl sey.

Jetzt babe ich nicbt Zeit etwas auszusuchen, da Rust, der Ueb?rbriager dièses Briefs so scbnel! reist. allein Betbmann (1), der gegen das Eode des kûnftigen Monatbs nach Wien reist, soll meinen ganzen Vorrath tod Gyronorhyncbus mitbringen. Icb babe sebr bestimmt vier Russe! geseben, allein ob sie nocb zu seben sind, das weiss icb nicbt.

Rust kann mir walirscbeinlich aus Adeisberg oder Triest einige Proteus mit einem Courier scbicken. Icb môcbte gern Reproductions versucbe damit machën; die icb in Rom macbte, fielen ganz negativ aus. Dazu batte icb sie gerne so friscb als môglicb.

Icb umarme Sie mit der berzlichsten Freundscbaft.

Ibr D. K. A. RuDOLPHi.

Berlin May 6. 823.

Mein allerliebster Herr und Freund

Sie haben wabrlich einen Spiritus famiJiaris, dass Sie bey Bethmanns Reise so recht prophezeyt haben. Seine Reise wîtd wohl erst in ein Paar Monathen staltûnden. Sie muss gescheben, allein das neue Theater, wobey er Director ist, macbt so viel Scbwierigkeit, als ob ein ganzer Staat eingericbtet werden soll te. Bey den menschl. Einrichtungen ist doch ailes anders, als bey denen der Natur. Einen Elefanten zur Welt zu bringen kostet ibr einen Haufen Zeit mebr, als eine Laus kostet; uds wird ailes zu Elefanten.

Statt des ganzen zwey ten Bandes erbaiten Sie dessen Hàifte, die andere Hôlfte, woroit Gottlob das ganze gescblossen ist, soll zu Ostern Ihnen zu Fùssen gelegt werden (2).

Von Wûrmern diesmal kein Wort, Olfers drillt mich viel, dass icb mich daran macben soll, die neuen Sacben aus Brasilien fertig zu macheo; allein icb balte Sie immer zum Scbutze vor.

(1) Ein mit Rudolphi befreundeter Schauspieler.

(2) Bezieht sich auf Rudolphi's Grundriss der Physiologie, von welchem Bd. 11 Abtlg. I im Juhre 1823 erschienen ist.

BRIEFE K. A. RUDOLPHIS AN J. G. BREMSER 559

Obgleicb icb kein Wort von WûrmerD sagen wollte, so muss ich Sie docb curîositatis gratia fragen : baben Sie scbon Distomata aus Hûbnereyern? Escbbolz bat mir aus Dorpat zwey gescbickt. Mir bracbte aucb ein MaUemand etwas aus einein Hùbuerey das so aussah (1 ), m dem icb abcr docb nicbls orgaoîscbes entdcckea koonte.

Je vous embrasse de tout mon cœur. Vi baccio le mani. icb bin Euer Gnaden geborsamster Knecbt. D. K. A. R.

Berlin Jul. 21. 823.

Nàcbstens wird wobl Professer Rosentbal aus Greifswald, der Fiscbmann, zu Ibnen kommen. Icb werde ibn sucben zu bereden, nach Triest zu geben, da kann er fur uns den Gymnorbyncbus besorgen. Wenn Sic baben woUen, was icb nocb davon besitze, so scbicke ich es Ibnen gern.

Jetzt muss das Eode meiner Physiologie besorgt werden. Dann ein Verzeicbnis des anat. Muséums. Dann, boile icb, soll es zu den Entozois geben, wobey icb etgentlicb gern gleicb ginge, wenn es ginge.

Gott erbalte Sie und micb friscb und gesund, dass wrir das Kapitel recbt grûndiicb abmacben. So bald tbut es uns keiner wieder nacb. Er muss ja seine Freude selbst daran baben.

Wenn Sie Kietten seben, so grûssen Sie ibn.

Von Herzen Ibr

Apropos, wie Sie mir von rarissimis aus Italien scbrieben, ward icb wie verkiârt und glaubte der Cananus sey von Ludwig Frank endlicb angelangt, allein, allein, allein, allein, wie kann der Menscb sicb irren! (Z)

B. Jan. 24. 824.

Allerliebster Herr von Bremser

Eben fàllt mir ein, dass icb ibnen nocb nicbt zum Neuen Jabre Gluck

gewùnscbt (Oder gewunschen auf gut wieneriscb) und icb habe nicbts

Eiligeres und Scbleunigeres zu thun, als Ibnen zu wùnscben, dass es

bleibe, wie bisber ; mir wùsste icb aucb nicbts Besseres zu wùnscben.

(1) Hierzu eine Umriss-Zelcbnung am Raode.

(3) « Cananus de musculorum adminlstratlonibus. Ferrarae (1542), ein kleioes iieUenea Bûchlein in klein Qoart, ]edocb nicbt so selten, aïs vicie glauben, denn ich kenne 10-12 Exemplare davon, wovon elns in Dresden ist ». (Rudolphl an Bremser, de dato 18 April 1822.) Rudolphl erwarb das Buch um 24 Ducaten durch Yermittelung von Bremser and Lodwig Frank (Parma) aus dem Nacblass elnes italienischen Gelehrten und von diesem, sich lange hinziehenden Geschâft ist in Rodolphi's Brlefen an Bremser aus der Zeit von 18 April 1822 bis zum 17 Septbr. 1824 sehr vielfach die Rede. Vergl. unten den Brief unter dem letzteren Dalum.

560 MAX LÛHE

Wir sind gesund, baben Arbeit vollauf, unser Auskommen, und stehen bey guten Menscbon gut. Was darûber ist, ist vom Uebel.

Sub Boza, Soemmering bat mir kûrzUcb geschrieben u. will gar zu gerne aus seinem ueuen Wurme ein neues Genus macben? Herr Rede, Deîn Knecbt Horet!

Von A bis Z, vod 0 bis û ganz Ibr D. . K. A. Rudolphi.

Berlin Marz 13. 824.

Uin nicht zu vergessen, dass ich von Wûrmern scbreiben wollte, fange ich damit an, und spare meinen Dank dur die folgende Seite.

Soliten wir uns nicbt schâmen, dass wir in der Hawkaize kein Distoma geiunden baben ! Ein ehemaliger Scbùler von mir, Doctor Creplin in Wolgast (einer Stadt in Neu-Vorpommern) bat mir eine ungebeure Mange davon gescbickt, aus der Gallenblase und den Gailengàngen; zuerst bat er sie im August, bernach zu allen Zeiten gefunden, was aber sonderkMir ist, immer todt und durcb kein Wasser zu erwecken (1). An eben den Orten dieselbe Art bey dem Fucbs, die ûbrigens, wie sich erwarten liesse, neu ist. Icb sende Ibnen nicbts davon, weil Sie davon wabrscheinlicb batd seibst genug gefunden baben werden. Er bat mir aueb ein Exemplar einer bey einem Aal (Anguilla) gefundenen Taenia und Fragmente eines Botbriocepbalus gescbickt, den er bey der Hauskatze ebenfaiis gefunden bat. Icb babe den letzteren nicbt untersucbt, allein in Pommern wo so viel Fiscbe gegessen, und die Eingeweide den Katzen gegeben werden, wundert micb ein Botbriocepbalus bey der Katze nicbt, und die Untersucbung mag wobl einen B. des Herings oder dergl. darstellen.

Habe icb Ibnen die sonderbare Taenia gesandt aus dem Polypterus Bicbir, einem aegyptiscben Fiscb, sonst wâre es docb vielleicbt gut. ich wilJ Ibnen, wenn Sie woUen, mein ganzes Glas senden, Icb babe sie

einstweilen T (2) getauft, und fand sie den 25sten Junius 1822

in den Dârmen jenes Fiscbes, bey den mebrsten sab icb am Kopf nur einzelne Papillen, zuletzt aber bey einer zurùckgebogenen Haken, wie bey den bewafineten Doppellôchern. Wenn man woUte, k5nnte manleicbt ein neues Genus davon machen (3).

(1) Auch wenn die Katzen erst vor ein Paar Stnnden getôdtet waren (Ran4bemerkung von Rudolpbi).

(2) Nicht verôflfentlichter Manuscript Name.

(3) Hierzu eine Sltizze des Scolex von Polyonchobolhrium pnlypteri (Leydig). Rudolphi hatte ûbrigens in der That diesen Cesloden bereits frûher an Bremser gesandt, denn er schrelbt am 7. Juli \Sit :

« Fur Ihre Sammlung ûbersende icb ein Glas mit Taenia m.

die ich Kanz kûrzlich im Darm des seltsamen Polypterus Bichir ans Aegypteo gefunden habe. Der Bandwurm ist eben so seltsam wie der Fisch, ich finde nAmlich don Kopf so behrikt, wie bey manchen Distoma's das Vorderende. Hahen Sie die Gûte ihn genau zu untersuchen. Die Haken sieht man am besten an den allerkleinsten Exemplaren ».

Auch diesem Scbreiben ist eine Skizze des hakentragenden Scheitels des Skolex beigefûgt.

BRtEFE K. A. RUDOLPHl'S AN J. Û. BREMSER nél

V. Olfers nâmlich, der als Legationssecre taire nach Neapel geht, (er beisst sonst Legationsralh) uod deo Sie dort benutzen konnen, da er fur Sie ailes wie fur micb tbun wird, sagte mir, ob es nicbt gut çeyn wûrde, wenn Sie das neue Genus der Rundwûrmer, des Nitzscb in Ersch und Gruber*s Encyclopâdîe (1) bescbrieben und abgebildet bat, mitaufnebmen wolllen. Icb sagte, icb wolUe Ibnen das scfareiben, u. auf einer Supplementtafel konnten Sie allerley Curiosa, aucb das SoemmeriDgianum, mit auffùbren, und so aucb jeoe seltsame Tsenia.

Gut wâre es aucb, wenn Sie ein Blatt deutscben Textes beylegten, und darauf angaben, welcbe Wûrmer der Haustbiere abgebildet wâren, u. wo sie bauseteo. Das reizt die Oeconomen. Unter den Subscribenten nâm-

licb ist z. B. der Graf v. I dem der lat. Text nicbt bilft. Docb nein>

hissen Sie das gut seyn. Icb will ibm scbon so ein Blatt scbreiben. Es passt docb nicbt recbt.

Nun zu andern Dingen.

Gott befohlen.

Ibr treuer Freund D. K. A. R.

Berlin Aug. 5. 824.

Icb armer Menscb bin fast. so lange icb bier bin, Mitglied des Sénats, ein Mal als Hector, fûnfmai als Decan, und sonst als Senator; dies Jabr (1824/25) woilte icb gewiss frey seyn und man bat micb zum zweyten Maie zum Hector gewâblt. Es bringt Ebre und Geld, aber was meine Pby* siologie dazu sagen wird, weiss icb nicbt.

Berlin 7br. 17. 824.

Mein tbeuerster Freund

Gluck auf, dass Sie das scbone Werk vollendet baben, welcbes fur immer seinen Wertb bebalten wird und mir scbon bey meinen oflentlicben Vorlesungen ùber Eingeweidewûrmer die besten Dienste geleistet bat. Icb werde in diesen Tagen fur Husts Hepertorium eine Hecension davon (mit meinem Namen) macben, obgleich icb seit 14 Jahren nicbt recensirt babe. Hier balte icb es fur Pflicbt.

Sie baben micb vielleicbt brieflaul gehalten. und obne Notb darf icb aucb nicbt Briofe scbreiben, da icb so scbon so viel zu tbun babe, und dies Jabr als Hector nocb mehr; allein heute babe icb erst Ibr Packet erhaJten. und da Sié scbnelle Antwort fordern, so erfolgt sie'sogleicb.

Meinen allerscbônsten Dank fur Ihre grosse Gâte. Heuberger ist wirk-* licb ein Génie, und icb freue micb sehr ûber seine Arbeiten. Sagen Sie

[ (i) Theil IX. Hedruria androphora (Ascaris olim dubie) ex ventriculo Tritonis taeaiatl. Seine auf der vorhergehenden Tafel abgebildeten Holostomata scbelnen mir Doch immer Ampblstomata. — (Randbemerkung Rudolphi's).

Archives de Parasita logie, IV, n- 4, 1901. 37

56â MAX LCHE. — BRIEFE K. A. RUDOLPHl's AN J. G. BREMSER

ihm in meioem Namen viel Scbënes, und bitten Sie ihn ja, dass er von allen neuen Sacben ein Exemplar fur micb zurûcklegt \xod Ibnen gelégentlicb zustellt Aucb die silbernen Medaîllen waren mir sebr angenehm, vier davon waren mir gànzlicb unbeltannt und nur eine davon batte Icb (1). Es ist etwas I^uxus lùr einen Privat-Mann, den Cananus besitzen zu wollen; allein icb bin mit meîner Bûchersammlung 80 weit gegangen, dass er ibr einsl nûtzlicb seyn wird. Icb babe ▼ielleicbt 15O0O Bande, und meine Bûcber und Medaillen kosten mir scboa an 18000 Tbaler (Das bleibt unter uns); da darf man nur vorwârts geben. icb bal)e die letzten Jabre jàbriich ein Paar tausend Tbaler daraul gewandt, und wenn icb meinen Kindern wenig in Capitalien binterlasse, so baben 9ie derelnst in meinen Sammlungen mebr, als sie von mir fordern konnen, da icb nicbts ererbt, sondern ailes verdient babe. Icb balte keine Equipage, wie icb wobl kônnte, icb gebe keine Gesellscbaften, spiele nicbt u. s. w. sondern meine Ërbolung sind meine Bùcber u. s. w. Dies als Apologie, damit Sie micb nicbt fur toll balten. — Der Cananus ist ûbrigens dadurcb, dass er zwi> scben den andern Sacben gebunden war,vor Bescbr^ibsel sicber geblieben, in der Dresdner fiibliotbek, und in dem Exempiar, das icb in Rimini sab« ist er nicbt so gut weggekommen; also nochmals meinen besten Dank.-ln Paris baben sie ibn nicbt einmal. in Deutscblandsindjetztdrey Exemplare.

Bald muss icb Ibnen wieder ein Pàckcben Bùcber fur Olfers scbicken, in einer Spracbe, von der Sie wobl eben so viel versteben, als icb, namlicb gar nicbts, d. b. Sanskrit. Es ist jetzt bier sebr Mode.

Ibr treuer Freund D. K. A. R.

Berlin Jan. 31. 825.

Wûrdiger, Lieber, Getreuer

Sintemalen Ewer Glùckwûnsch micb sebr gerûbrt bat, so wili icb Ibnen nicbt verbehlen, dass in den Tbrânengângen des Pferdes (den grossen Ausfûbrungsgàngen der Tbrânendrûse) eine Spiroptera bauset, die icb lacrymalis genannt babe, obne meinen Verstand ûber den Naroen zur Ungebûbr anzustrengen. In der volikommenen oesterreicbiscben Monarcbie môgen wobl die Pferde keine TbrAnen zu vergiessen baben, und in dem Falle stebe icb damit zu Diensten, sonst kann man sie aus den grossen Mûndungen der Thr&nengfinge leicbt berausdrûcken (unter dem oberen Augenliede), oder was nocb besser ist, sotbane Gange mit einer (nur nicbt Papier-) Scbeere auiscbneiden, wo man die Bestiolas darin liegen seben thut.

• Mit Herz und M und

Ibr treuer Freund D. K. A. RuDOLPai.

(1) Am 23. Mai 1824 batte Rudolphi firemser gebetea, ibm sftmmtliche von dem in Wien wohnhaflen « Medailieur » L. Heuberger hergestellten Medaillen zu besorgen, « wenn es aoch 50 u. mehr w&ren d.

Mission de M. le \^ du Bourg de Bozas en Afrique Centrale.

NOTES ET OBSERVATIONS sua LES MALADIES PARASITAIRES

PAR

le D' BBCILiE BRUMPT

I. — Note sur quelques cas de paludisme et sur un cas de mycétome observés à Djibouti, en collaboration avec les D^' Bouffard et J.-A. Chabanieix, médecins de première classe des colonies.

Paludisme. — Nous avons examiné, à Djibouti, le sang de malades qui présentaient de la fièvre, et nous pouvons conclure :

1<> Que, toutes les fois que nous avons trouvé l'Hématozoaire de Laveran, il s'agissait d'Européens qui s'étaient impaludés dans d'autres colonies, d'Arabes et d'Abyssins récemment arrivés de leur pays où ils avaient contracté la fièvre ;

2o Qu'en dehors de ces cas, nous n'avons pas observé dans le sang le parasite du paludisme.

Tous les Moustiques capturés dans les divers quartiers de la ville, toutes les larves recueillies appartenaient à différentes espèces du genre Culex.

Si Djibouti parait indemne de paludisme, il n'en est pas de même des environs. Dans un rayon de 4 à 5 kilomètres autour de la ville, nous avons trouvé deux foyers de paludisme :

lo Le premier au point dit Gahalmahen, où se trouve une usine à chaux, à 5 kilomètres de Djibouti, à l'embouchure d'une rivière dont le lit est presque toujours à sec. Presque tout le personnel de l'usine a été impaludé. Chez trois Français et quatre Arabes, nous avons observé l'Hématozoaire ; la forme en croissant a été la plus commune. Ces trois Français n'avaient jamais eu la fièvre paludéenne et n'avaient jamais séjourné dans des pays paludéens.

La chasse aux Moustiques» faite le jour, nous a procuré des CuUx ;

mi É. DRUMPT

le soir, au crépuscule, nous n'avons capturé que des i4nop/^/es (1). Contrairement à Topinion généralement admise, qui fait de Teau douce l'habitat exclusif des larves de Moustiques, e*est dans des flaques d'eau très saumàtre que nous avons récolté les larves de Cvlex, Quant aux larves d* Anophèles, nous n'avons pas découvert leur lieu de puHulation.

2o Le deuxième foyer de paludisme est, à 4 kilomètres de Djibouti, le lieu dit Amboulie, où se trouve une agglomération composée de jardiniers arabes et d'un poste de miliciens somalis. Amboulie est situé sur la rivière, le plus souvent tarie, qui se jette dans la mer, 3 ou 4 kilomètres plus loin, à Gahalmahen, premier foyer de paludisme. De nombreux puits ont été creusés dans le lit de la rivière ; plusieurs sont abandonnés et contiennent des eaux croupissantes.

Dans le sang d'un Italien, jardinier à Amboulie, nous avons trouvé des corps sphériques et des corps en croissant. Cet Italien était malade depuis cinq semaines ; il n'avait jamais eu de fièvre avant cette attaque.

Chez un milicien somali du poste d'Amboulie, nous avons observé le sang à plusieurs reprises. Les accès se sont d'abord présentés sous la forme tierce ; sept examens de sang ont été négatifs. Traitée par le sulfate de quinine, la fièvre a disparu. Elle a réapparu une douzaine de jours après, sous la forme intermittente quotidienne. Nous avons alors trouvé dans le saiig des corps sphériques intra et extra-globulaires. Ce milicien n'est jamais sorti du pays somali, et c'est la première fois qu'il a la fièvre.

Les Moustiques que nous avons capturés à Amboulie appartenaient aux genres Ctilex et Anophèles. Nous avons recueilli des larves et des nymphes â* Anophèles et nous les avons fait éclore en captivité. Nous avons tenté de leur inoculer l'Hématozoaire en leur faisant piquer un malade atteint de paludisme, mais nous n'avons pas réussi ; les Moustiques sont morts avant que nous ayons pu observer Tenkystement des zygotes dans la paroi de leur estomac.

Hycétome. — Ahmed « Soudanais de Souakim (22 ans environ, taille de 1°^90, musculature puissante), se présente à nous, porteur

(1) Anophèles costalis Lœw, d'après la déterminaUon de M. le professeur R. Blanchard.

NOTES Et OBSERVATIONS SUR LES MALADIES PARASITAIRES 565

d'une tumeur de la plante du pied gauche (fig. 1). Cette tumeur, arrondie, forme saillie sous le pied, elle empiète sur le bord externe. Son diamètre est de 80"™. Comprise dans le deuxième quart antérieur du pied, elle correspond aux 5®, 4« el 2« métatarsiens, et sa limite postérieure à l'articulation de Lisfranc. La saillie qu'elle fait sous le pied est d'environ 15*°*°. Ses bords sont uettements surélevés au-dessus des téguments voisins. Sa surface est de couleur rouge vineux, tendue, rénitente, parsemée d'une quinzaine de cratères par lesquels s'échappent, au milieu d'un liquide ichoreux, d'odeur fétide, des grains noirs, trufïoïdes, de forme irrégulière, dont le diamètre ne dépasse pas ln»™5.

Fig. 1

Le stylet pénètre très facilement dans les cratères. Au centre de la tumeur, il s'enfonce d'abord sans résistance, puis dans le tissu friable des métatarsiens à une profondeur de 6 centimètres. L'exploration provoque l'issue de liquide sanguinolent et de grains noirs ; elle est peu douloureuse. En dehors de la tumeur, les téguments du pied sont en bon état ; on n'observe rien d'anormal à la face dorsale. Le malade marche, quoique avec difficulté, sur la pointe et le bord interne du pied. Les douleurs spontanées sont nulles ; provoquées, peu intenses. Pas d'engorgement ganglionnaire ; pas de fièvre ; état général très bon.

La tumeur a débuté, il y a quatre mois, par un petit bouton à la plante du pied. Le Soudanais était alors, dans le désert somali,

employé aux travaux du chemin de fer. Quand ce bouton s'est ouvert, des grains noirs sont sortis avec du pus. Sa tumeur a grossi peu à peu, des abcès successifs se sont ouverts, et par les cratères ainsi formés se sont écoulés les grains noirs caractéristiques de la maladie.

Nous avons recherché vainement dans ies antécédents du malade la cause de sa maladie. Notons seulement que cet indigène marche nu*pieds, sans défense contre les nombreuses épines qui jonchent le sol ; il est arrivé de son pays depuis six mois.

Examen des graine noirs, — Les grains mélangés au pus sont isolés par un simple lavage à l'eau ; ils sont plus denses que l'eau et se rassemblent rapidement au fond du tube.

Ces grains sont souvent agglomérés, mais peuvent être facilement séparés. Us sont de couleur noire, durs au toucher et s'écrasent difficilement entre deux lames de verre. Ainsi que l'indique Le Dantec, ils sont insolubles dans la potasse et l'acide chlorhydrique, solubles dans l'acide nitrique à chaud, qu'ils colorent en jaune orangé. La dissociation d'un de ces grains élémentaires le montre composé : 1^ d'une membrane d'enveloppe, mince, résistante, de couleur brun roux par transparence et constituée par un feutrage de filaments mycéliens ; 29 d'une partie centrale, qui s'écrase plus facilement : elle est semblablement constituée, mais le feutrage semble plus lâche. On constate la présence de Bactéries nombreuses et d'espèces variées, qui semblent entourer les grains, mais non .provenir de leur masse.

Traitée à chaud par une solution concentrée de potasse caustique, la préparation s'éclaircit et montre plus nettement la structure des grains noirs. Les filaments mycéliens sont très nombreux. Il est difficile de les suivre sur un long trajet, mais on peut cependant reconnaître un trajet de 30 à 40 h^ ; ils sont disposés sans régularité et présentent des ramifications. Les filaments terminaux montrent parfois des cloisonnements. La largeur du filament varie entre 2 [x et 2 [x 5.

Les tentatives de culture sur bouillons de paille, de foin et de viande n'ont pas permis de constater le développement des filaments.

Le malade a refusé toute intervention opératoire et ne s'est plus

IfOTES ET OBSERVATIONS SUR LES MALADIES PARASITAIRES 567

îeprésMité à la consultattea, malgré nos conseils et nos sollicitations.

Le Dr Lowitz, médecin des colonies, a déjà signalé un cas de mycétome à Djibouti ; mais nous manquons de renseignements sur l'origine dn malade.

L'un de nous, le D' Chabaneix, a observé également à Djibouti un cas de mycétome à grains jaunes chez un Arabe. La maladie datait de cinq ans et avait débuté, au Caire, par un petit bouton à la plante du pied gauche. Depuis un an, le pied droit était envahi. L'examen microscopique n'a pu être fait. —Djibouti, 20 mars 1901.

II. — Note sur les premières manifestatioiis paludîques chez les Somalis.

Nos observations ont porté sur de jeunes Somalis n'ayant jamais eu de paludisme dans leur pays. Sur les vingt-et-un chameliers Somalis employés parla Mission, quinze seulement furent envoyés pour garder les Chameaux dans un endroit réputé malsain ; ils étaient de garde deux jours par semaine. Les atteintes du climat ne se firent pas^attendre. Douze jours après notre arrivée à Harrar, il y eut un premier cas de paludisme ; à chaque relève de garde, un nouveau cas se déclarait ; en trois semaines, il y eut huit Hommes malades, plus de la moitié par conséquent.

Chez ces huit Hommes, les premières atteintes du paludisme se sont manifestées d'une façon tout à fait normale, sous forme d'une fièvre continue, la température oscillant pendant cinq ou six jours entre 39^ et 41^, suivant les individus. Dans cinq cas, la langue était rouge vif, légèrement saburrale ; dans deux cas seulement, courbature générale, céphalalgie, douleurs au niveau de la rate et vomissements alimentaires. I^ rate était manifestement tuméfiée dans deux cas.

Les Hématozoaires recherchés dans le sang périphérique, dans le sang frais et coloré, n'ont été constatés que dans quatre cas, et jamais au début de la maladie; c'est vers le quatrième ou le cinquième jour que je les ai rencontrés. Je n'hésite pas néanmoins à considérer les trois cas sans Hématozoaires, à cause de la similitude des symptômes, comme relevftnt du paludisme.

Voici quelques détails sur les trois premiers cas que j'ai eu à soigner :

Premier cas. — Orsamma Abdi, Somali Aber Aoual de 22 ans, se présente à la visite, le 16 mai, trois jours après le début d*une fièvre intense. Température axillaire à 6 heures du soir : 39o5. Un premier examen du sang reste négatif ; un second examen, le lendemain, ne me renseigne pas davantage ; la température se maintient toujours entre 39 et 39^d. Le surlendemain, c'est-à-dire le 6« jour de la maladie, la température monte à 40''6 à 4 heures du soir; le sang est rempli d'Hématozoaires de la fièvre tierce bénigne à divers états de développement, surtout un grand nombre de corps sphériques libres.

Le 19 mai à 6 heures du matin, 36o; le sang renferme des formes jeunes bien vivantes du parasite et je pronostique un accès probable pour le soir ou le lendemain. Au moment où j'apporte de la quinine au malade, ce dernier venait de témoigner toute sa confiance à un rebouteur Somali, qui était en train de lui aspirer du sang au niveau d'une scarification et lui avait enlevé environ 150 grammes de sang. Je fis de suite cesser l'opération et je partis, sans donner la quinine. A mon grand étonnement, l'accès que je prévoyais ne se produisit pas et il me fut impossible de retrouver des Hématozoaires le lendemain et les jours suivants. Cette guérison définitive, le huitième jour de la maladie, sans l'intervention de la quinine, est-elle spontanée ou a-t-elle été provoquée par la saignée ?

Deuxième cas. — Samater Abdi, Somali Aber Aoual de 19 ans, se présente également le troisième jour de sa fièvre, le 20 mai. Température axillaire 40<>9. L'examen du sang est négatif, du 20 au 24 mai ; la température oscille entre 40» et 40o5. Ce n'est que le septième jour de la maladie, le 24 mai, que nous avons trouvé les parasites endoglobulaires dans le sang périphérique. La quinine administrée en temps voulu, c'est-à-dire au moment où la tempé-^ rature est aussi peu élevée que possible, fit disparaître les Hématozoaires et la fièvre en cinq jours, la température oscillant entre 3'i" et 'MH'k Malgré le traitement, le malade restait sans force et sujet à des inniix de tète violents. Le l^^^ juin, quinze jours après le début de la lièvre, je trouvai le sang rempli de corps en croissants.

Troismvmç cas, — Mahmoud, Somali Aber Aoual de 22 ans. Le

quatrième jour de la maladie, le 20 mai,- température axillaire 40^9 ; pas d'Hématozoaires. Le lendemain et ' le surlendemain^ fièvre continue avec les symptômes habituels, mais pas de parasites. Le 23 mai, le septième jour de la maladie, accès violent, 41"», prostration très grande; je trouve quelques Hématozoaires et quelques leucocytes mélanifères. Le malade est soumis pendant quatre jours à la médication quinique ; la fièvre disparaît, mais les maux de tête persistent. Plusieurs examens du sang sont négatifs Seize jours après le début de la fièvre, je trouve un grand nombre de corps en croissant dans le sang.

L'observation de ces Hommes, si durement éprouvés par le paludisme en un point où Abyssins, Somalis, Soudanais, Gallas tombent invariablement malades, me porte bien peu à adniettre une accoutumance quelconque chez les Noirs : ils tombent aussi rapidement que les Blancs et présentent des formes aussi graves que ces derniers. L'Hématozoaire inoculé suit son évolution fatale et réagit toujours d'une façon à peu près identique surTorganisme humain, quel qu'it soit, et réprouve plus ou moins, suivant l'étal physique dans lequel il se trouve. L'accoutumance ne semble pas exister, car tous les indigènes, même des pays toujours réputés comme palus- Ires, contractent la fièvre avec une grande facilité. Un (ait qu'il est même curieux de relater, c'est que les Gallas savent très bien qu'en évitant les piqûres des Moustiques, on évite par là même la fièvre ; mais, bien que ces mêmes Gallas connaissent la différence entre le Cnlex et V Anophèles, d'après la différence de bruit qu'ils font en volant, ils craignent au même degré les uns et les autres. — Harrar, 3 avril 1901.

in. — Note de médecine vétérinaire. — Pathologie canine exotique.

IVacclimatement des races de Chiens européens dans les pays chauds présente des difficultés considérables et jusqu'à présent tous les essais que l'on a tentés ont été peu eucourageants. Ayant eu l'occasion de suivre journellement l'état sanitaire de quatre Foxterriers, emmenés par la Mission, je vais résumer mes observations dans les quelques lignes qui suivent.

Les quatre animaux, embarqués à Marseille le 10 janvier 1901,

570 É. BRtJliPT

arrivent k Suez le 17 du inéine mois. Malgré la température déjà assez élevée de cette ville, ils se livrent pendant plusieurs jours à leurs chasses favorites après les Chats et les Rats. Dès leur arrivée à Djibouti, le 30 janvier, leur ardeur diminue; ils chassent pendant près d'une semaine, puis leur appétit diminue prog^ressivement ; en peu de temps, ils changent d'aspect.

I^ premier Chien meurt quinze jours après notre arrivée à Djibouti ; c'était le plus vigoureux de tous. Après une course dans la ville, il revient à rh6te1,où il est pris d'une attaque simulant l'apoplexie, avec évacuation d'urine par jets et de matières fécales ; une saignée que lui fait M. du Bourg le remet en peu de temps, mais il conserve de l'incoordination des mouvements volontaires et une alaxie locomotrice des plus nettes. Une seconde attaque l'enlève deux jours plus tard. L'autopsie ne fut malheureusement pas pratiquée, mais le diagnostic d'insolation céphalo-rachidienne simpose.

Un second Chien succombe le 28 février, environ un mois après son arrivée à Djibouti. Son état d anémie et de cachexie s'accentuait tous les jours ; refus des aliments, essoufflement, fatigue, somnolence, abcès en divers points, œdème du museau, lèvres et téguments absolument exsangues: tels étaient les principaux symptômes. L'autopsie fut pratiquée et donna les résultats suivants :

Tête œdématiée, langue sortant de la gueule, bave fétide, peau jaune paille, infiltration du tissu sous-cutané du cou et de la tète. Œdème du flanc droit.

Cage thoracique. — Plèvre gauche contenant environ 20 grammes de liquide hémorrhagique. Plèvre droite en contenant environ 3o grammes. Infiltration œdémateuse du médiastin, concrétions blanches sur la plèvre pariétale. Péiicardeet cœur sains. I^ trachée est remplie d'un liquide spumeux. Le tissu pulmonaire est sain.

Cavité abdominale. — Foie, rate et rein normaux, sans parasites. Le mésentère et les épiploons sont couverts de petites concrétions blanches. Pas de liquide ascitique. La vessie renferme environ 150 grammes d*urine jaune d'or. L'estomac renferme un liquide noirâtre provenant de sang partiellement digéré. L'intestin grêle est rempli de bile et de sang digéré; le gros intestin renferme également un liquide sirupeux hémorrhagique.

L'absence complète de Vers intestinaux pouvant produire de

semblables troubles digestifs élimine Torigine parasilaire d'une semblable anémie.

Les deux animaux restants présentèrent les mômes symptômes d'essDufiQement, de fatigue et d'anorexie. Quand la Mission quitta Djibouti, le 1*^ avril, Tun deux ne put être emmené, tant il était faible ; le second, une petite Chienne qui venait de mettre bas et qui avait été forcée de rester dans sa niche moins exposée au soleil, fut emmenée, malgré sa faiblesse. Nous pensions pouvoir la sauver, mais il fallut l'abandonner agonisante, six jours après notre départ.

A part le premier Chien, mort rapidement d*insolation, les autres subirent plus lentement l'action débilitante du soleil. Cette anémie des Chiens, comme celle de beaucoup d'animaux domestiques européens transportés dans les régions tropicales, montre bien que le soleil seul peut intervenir pour créer en pathologie humaine des anémies pernicieuses, en dehors même des atteintes du paludisme, et qu'en tous cas il peut aggraver considérablement l'anémie que donnent toujours des atteintes répétées de paludisme,

— Oueldessa, 18 avril 1901.

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