VON
F. LUHS
Vcterinârarztf Assistent an der Rinderpestserumstation in Surnabad in Transkaukasicn .
(TaFELN I UND II)
Das vonTheilerim Jahre 1902 entdeckte und nach ihm benannte Trypanosoma Theileri verursacht nach den Untersuchungen dièses Forschers (1) eine besondere Krankheit der Rinder in Sûdafrika, welche daselbst unter dem Namen Galziekte bekannt. Unsere gegenwàrtigen Kenntnisse ûber die Verbreitung dièses Trypanosomas und die litterarischen Angabensind bei weitem nicht so zahlreich, wie bei anderen pathogenen Trypanosomen. Jedoch scheint das Trypanosoma Theileri ein weit grosseres Verbreitungsgebiet zu besitzen, als man Anfangs annehmen konnte. In derLitteratur sind bis jetzt (1. Juli 1905), ausser der Publikation von Theiler, noch folgende Beobaciitungen und Beschreibungen des betreflenden Trypanosomas bekannt geworden.
Laveran (2) beschrieb zuerst dièses Trypanosoma und taufte es Trypanosoma Theileri, fast gleichzeitig mit David Bruce (3). In einer folgenden Mitleilung w^ollte Laveran (4) in Blutpràparaten, welche ihm Theiler aus Sûdafrika ûbersandt batte, ausser dem Trypanosoma Theileri noch ein anderes Ti^panosoma gefunden haben und benannte es Trypanosoma transvaaliense.
Schilling (5) beobachtete, in der deutschen Kolonie Togo an der Kûste von Guinea in Afrika, in einem einzelnen Falle bei einer anscheinend gesunden Kuh ein Trypanosoma, welches mit dem Trypanosoma Tiieilerl identisch vs^ar.
Panse (6) fand in Deutsch Oslafrika bei einem Kalbe, welches von der benachbarten Insel Mafia stammte, ein auflallend grosses Trypanosoma, welches Martini als Trypanosoma Theileri ansprach.
Robert Koch (7) berichtet, dass er auf der Versuchsslation in Rhodesia bei einem Ochsen, der von der Insel Mafia eingefùhrt war, das Trypanosom/i Theileri gefunden bat.
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Ferner geben Laveaan und Mesnil eine Beschreibung des in Frage stehenden Trypanosomas (8).
Wir sehen also, dass das Trypanosoma Theileri in verschiedenea Gegenden in Siid-, Ost- und West-Afrikagefunden worden ist. Nur fur Nord-Afrika liegen noch keine Beobachtungen vor. Mit Afrika ist aber das Verbreitungsgebiet dièses Trypanosomas noch keineswegs begrenzt, denn nach den neueren Mitteilungen kommt es auch in Indien vor.
So haben Durrant und Holmes (9) im September 1904 einen Fall von Trypanosomose bei einem Oclisen der Gebirgsrace im nordiichen Indien beschrieben und behaupten dass das hierbei beobachtete Trypanosoma nach der Form âhnlich gewesen sei dem von Theiler entdeckten.
Kurze Zeitdarauf, im DecemberI904, hat Holmes (10) wiederum drei Fàlle von Trypanosomose beobachtet und auf der bakteriologischen Stalion in Muktesar, am Fusse des Himalaya, genauer untersucht. Aus der Mitteilung dièses Autors sieht man, dass es sich hier um das Trypanosoma Theileri handelte,obgleich der Autor die Frage der Identilât mil Schweigen ûbergeht. Eineweitere Bestàtigung des Trypanosoma Theileri fur Indien fmden wir in der Mitteilung von A. Lingard (11).
Mir ist esnun gelungen bei der mikroskopischen Kontrolle des Rinderpestblutes, welches auf der Surnabader Rinderpestserumstation in Transkaukasien zur Hyperimmunisation der Rinder benutzt wird, in sechs Fâllen bei rinderpestkranken Rindern ein Trypanosoma zu beobachten, welches die meiste Àhnlichkeit mit Trypanosoma Theileri hat. Merkwùrdig ahnlich sind auch die begleitenden Umstànde, bei welchen ich das Trypanosoma land, mit den von Theiler, Durrant und Holmes beschriebenen Fàllen, nàmlich die Complication der Rinderpest mit dem Trypanosoma Theileri,
Hier will ich die einzelnen Fàlle, welche von mir beobachtet w^urden, kurz erwàhnen.
Ochse 828. — Wurde aiu 13. Juli 1904 mit einer grossen Dosis (3000,0) Hinderpestblut inficiert. Erkrankle an Rinderpest und HîDmoglobinurie und fiel den 21. August 1904. Bei der Obduction konstatierte ich ausgesprochene Verânderungeu der Rinderpest und das paliiologische Bild der Ha^moglobinurie. Bei der mikroskopischen Untersuchung fand ich in
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den parenchymatôsen Organen Babesia bovis, spârliche Babesia tropicalis und zahlreiche Trypanosonien.
Ochse 798, — Der ôrtiichen tatarischeu Race angehôrig. Gewicht250kg. Bekam am 25. Mai 1904 subcutan 105,0 Hinderpcstserum allein, zwecks Untersuchung der Immunitâtsdauer bei Injection von Sérum. Wurde am 29. Juni 1904 mit Rinderpcstbiut inficiert, erkrankte aber nicht bis zum 16. Juli. Am 21. Juli wurden ihm 3 Liter virulentes Pestblut intraperitoneal injiciert, zwecks Hyperimmunisation gegen Rinderpest und Serumgewinnung. An den beiden darauf folgenden Tagen (22-23. Juli) stieg die Tempcratur Abends bis 40,5*C und wurde normal. Am 28. Juli wurde blutrotcr Harn bcmerkt. Bei der mikroskopischen Blutuntersuchung fand ich neben spârtichen Babesia bovis in grôsscrer Anzahl Trypanosomen. in jedemGesichtsfelde zu 1-2. Meistwaren esjungeTeilungsformen. Die Temperatur stieg am Abeud dièses Tages bis auf 40*, und hiclt sich ûber 40" bis zum Tode. Die Zabi der Trypanosomen wuchs tâglich und erreichte ihr Maximum am 1. August, woichinjedem Gesichtsfelde etwa 10 Trypanosomen zâlilen konnte. Von dieser Zeit anverminderte sich die Zabi ein wenig und am Todestagc, den 3. August, zàblte ich etwa 8 Parasiten im Gesichtsfelde, bei einer Vergrôsserung von ca. 1000 mal. Jetzt waren Teilungsformcn nur selten zu beobachten. Der Ochse fiel am 3. August 1904. Die Obduktion ergab ausser den ûblichen pathologischen Organverânderungen der Hœmoglobinurie keine anderen Anhaltspunkte fur eine besondere Erkrankung an Trypanosomen.
Ochse 348, — Der ôrtiichen tatarischen Race angehôrig. VVar am 9. Au gust indciert mit 10,0 Rinderpeslblut vom Ochsen 293, zwecks Gewinnung von virulentem Blut zur Hyperimmunisation anderer Rinder. Das Tier zeigte die ûbliche Reaction und erkrankte an Rinderpest. Es wurde am 16. August durch maximale Blutentnahme getôtet. Bei der Untersuchung von Blut fand ich in den parenchymatôsen Organen sehr spârliche Trypanosomen : in 5 Prâparalen 2 Parasiten. Die Elemente des Blutes waren normal. Ausser typischen Verànderungen der Rinderpest, waren keine anderen Symptôme vorhanden.
Ochse 360, — Der tatarischen Race angehôrig. Inficiert mit vom Ochsen 263 Rinderpeslblut den 12. August. Erkrankte an Rinderpest und wurde getôtet den 21. August. In den inneren Organen spârliche Trypanosomen MnàBabesia bovis. Die gcwôhnlichen pathologrschen Verànderungen der Rinderpest undleicht gerôtctcr Harn ohne andere Anzeichen.
Ochse 483. — Der ôrtiichen tatarischen Race angehôrig. Inficiert am 16. August mit Rinderpest vom Ochsen 345. Erkrankte an Rinderpest und wurde am 24. August getôtet. In den parenchymatôsen Organen und im peripherischen Blute ziemlich vicl Trypanosomen, etwa 2 Parasiten in jedem Gesichtsfelde. Die Elemenle des Blutes normal. Ausser den typischen Verànderungen der Rinderpest keine anderen Anzeichen einer Trypanosomose.
Ochse 484. — Oertlicher, tatarischer Race. Inficiert wie vorhergehende,
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Bei Anwendung dièses Verfahrens gelang es mir Folgendes zu beobachten : .
Erstens fârbt sich die undulierende Membran stets in einen rôtlichen Ton und unterscheidet sich deutlich von deni mehr oder weniger dunkel blau gefàrbten Kôrper. Weiter habe ich sehr hâufig auf der der undulierenden Membran gegenûber liegenden Seite des Kôrpers einen schmalen rôtlichen Streifen am Parasiten entlang laufen sehen, der sich durch seinen Farbton ebenso deutlich vom Kôrper abhebt, wie die undulierende Membran. Ein ebensolcher Streifen war auch auf der Seite der undulierenden Membran, aber nach hinten vom Centrosom, bis zum Hinterende des Kôrpers zu beobachten. Bei manchen Trypanosomen war das ganze verjùngte Hinterende rôtlich gefàrbt, wenn es keine Einschlûsse batte, also homogen war. Besonders aufïallend und regelmàssig auftrelend war dièse Erscheinung beiderQuerteilung der Trypanosomen, wo das Hinterende stark eingezogen wird und infolge \"on Verdichtung des Ektoplasmas auf diesem Kôrperteil einen rôtlichen Farbton deutlich zur Wahrnehmung bringL Endlich war es noch aufïallend, dass bei diesem intensiven Fàrbeverfahren der Kôrper der Trypanosomen selbst einen deutlichen Stich ins Rôtlich violette annahm und, wenn ich so sagcn darf, wie mit einém zarten Schleier ûberzogen war, eine Erscheinung, welchesich mit anderen Fàrbemethoden nichthervorbrîngen liess.
Auf Grund dieser Beobachtung glaube ich annehmen zu dûrfen, dass der eigentliche Kôrper der beobachteten Trypanosomen, das Endoplasma, in einer hûllenartigen Umkleidung, dem Ektoplasma steckt, welches nach dem angegebenen Fârbeverfahren einen rôtlichen Ton annimmt, gleich dem der undulierenden Membran, und dessen Rânder an manchen Stellen besonders deutlich sich vom Endoplasma abheben. Dièses bestàtigt sich auch beim Beobachten der durch unvorsichtige Pràparation zerstôrten Trypanosomen: wir sehen dann eine rôtliche Huile ohne Inhalt, deren ein Rand begrenzt ist von der Geissel, die immer noch fest mit dem Centrosom zusammenhàngt. An gewissen Stellen der Huile sieht man intensiver gefàrbte, zarte Fiiden verlaufen, parallel der Geissel. Dièse Fàden sieht man auch bei jungen, aus der Teilung hervorgegangenen Formen, welche eine aufïallend breite und gut entwickelte undulierende Membran besitzen, worauf ich noch
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spâter zu sprechen konimen werde. Also, aus derBeobaclitung der Hûlle der zerstôrten Trypanosomen gelit hervor,,das der locomotorische Apparat der Trypanosomen im Ektoplasnia gelagert ist.
Meine Beobachtungen stimmen gut ûberein mit den bahnbrechenden Untersuchungen Schaudinn*s ûber die Entwickelung des Trypanosoma noctuœ. Die von mir beobachteten Fâden sind identisch mit den Myonemenundder rôtliche Fàrbton der undulierenden Membran erkiàrt sich durcb ihren Gehalt an Chromatin, da dièses Gebilde genetisch ein Kernprodukt darstellt. Eine âhnliche Erkiàrung wird wohl auch das Ektoplasnia resp. Periplast haben.
Kehren wir nun zurûck zur Betrachtung der ûbrigen Formen des beobachteten Trypanosoma.
Ausser dem schon beschriebenen geschlechtlich reifen Formen habe ich in den Falien, wo die Trypanosomen im Blute reichlich vorkamen, Vermehrungsformen beobachtet, welche bedeutend kleiner sind, als die ersteren. Soviel ich aus den gefàrbten Blutpràparaten ersehen konnte, geschieht die Vermehrung der Trypanosomen auf zweierlei Art, nâmlich durch Langs- und Querteilung.
Die Vorgânge bei der Ldngsteilung, die eigentlich eine Bipartition darstellt, sind folgende :
Zuerst contrahiert sich das Trypanosoma ein wenig und wird kurzer und dicker. Dabei wird die Ireie Geissel und das spitze Hinterende teilweise eingezogen. Bei dieser Verkûrzung und Verdickung nàhert sich das Centrosom dem Kerne, bis sich beide beruhren. Meistenteils sieht man dann das Centrosom am Bande des Kernes, zuweilen aber auch im Centrum desselben. Bei dieser Berûhrung geschieht ein Stoffaustausch und Verschmclzung der Kernelemente und wir sehen als erste Folge derselben die Teilung des (^eatrosoms in zwei Telle. Darauf erfolgt zuerst die Teilung der Geisselwurzel und Bildung der neuen Geissel nebst Freiwerden des Kôrpervorderendes. Hierauf teilt sich der Kern in zwei gleiche Telle. Die geteilten Parasiten hangen zuletzt nur noch an einer Strecke ihres Hinterendes zusammen. Bald lôst sich auch dieser letzte Zusammenhang und die erneuten Parasiten werden frei. Nur selten konnte man beobachten die Teilung des Kernes vor der Teilung des Centrosoms. Als Ausnahme von dem beschriebenen Vorgânge sah ich zuweilen Parasiten mit 2bis3Kernen
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und 1 bis 2 Centrosomen, wo keine Contraction, zu bemerken war und Kerne und Centrosomen getrennt blieben.
Die aus der Zweiteilung hervorgegangenen jungen Trypanosomen haben nun die auSallende Eigenschalt, dass ihr Kern und Centrosom anfangs neben einander liegen. Dièses sonderbare Verhalten der Vermehrungsformen des Trypanosoma Theileri hat Laveran (4) Anlass gegeben zur Ausscheidung einer besonderen Art von Trypanosomen , welche er Trypanosoma transvaaliense benannte.
Alsweitere Eigentûmlichkeit der jungen Teilungsformen muss man ihre gedrungene Gestalt erwâhnen : sie sind kurz undbreit, mit sehr breiter, gut entwickelter undulierender Membran. Durch einen durch die Mitte des jungen Trypanosomen gedachten Querschnitt wird der Parasit in zwei sich deckende Hâlften zerlegt, da die beiden Enden von der Mitte an gleichmâssig spitz zulaufen.
Die kûrzeste gemessene Teilungsform betrug 19 f* in der Lange, welche bei anderen bis zu 38 fi variiren kann. Die anderen Maasse dieser kûrzesten Form waren folgende :
Freie Geissel 3 /& 38 ;
Entfernuiig vom eîgeDtlichen Kôrpervorderende bis zum Kerne 6 u72 ;
Lange des Kernes 1 /a 85 ; seine Breite 1 /« 70 ;
Lange des Centrosoms, welches neben dem Kerne lag, 0/^4; dessen Breite 0 /* 3 ;
Von Kernhinterrande bis zum Kôrperhinterende 7 ^ 09 ;
Die Breite des Kôrpers 4 u 12 ; davon kamen auf die undulierende Membran 1 /& 12.
Die mittleren Maasse der jungen, aus der Teilung hervorgegangenen Trypanosomen bei welchen Kern und Centrosom noch neben einander liegen, waren folgende (Mittel aus 50 Messungen) :
Mittlere Lange 31 /* (variirl von 19 /* bis 38 /*) ;
Lange der freien Geissel 7 /* 35 (variirt zwischen 3 ,<* 38 und 12 ,<*) ;
Entfernung vom eigentlichen Kôrperanfang bis zum Vorderrande des Kernes 10 .<* 86 (Schwankungen von 6 /* bis 16 /*) ;
Lange des Kernes im Mittel 2 .m 70 (variirt von 1 ,» 76 bis 3 .u 38) ;
Breite des Kernes im Mittel l/*70 (variirt zwischen 1 /* 35 und 2 /* 02) ;
Lange des Centrosoms 0 ,a 57 ;
Breite des Centrosoms 0 /« 45 ;
Entfernung vom Hinterrande des Kernes bis Kôrperhinterende tm Mittel 9 /*»
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Der minière Dickendurchmesser des Kôrpers betrug 4 pt 40, davon kommt auf die mittlere Breite der undulierenden MembraD 1/:a10. Die pfrôsste gemesseûe Breite der undulierenden Membran betrug V40.
Eine Merkwûrdigkeit der Teilungsformen ist das Vorkommen von Kôrnchen in ihrem Vorderende mitunter auch Hinterende, welche die Chromatinfârbung annehmen und wahrscheinlich reducierte Kernteilchendarstellen. In erwachsenen Parasiten habe ich dièse Chrojnatinkôrnchen wohl nie beobachtet. Bei diesen koinmen nur dunkel blau gefàrbte Kôrnchen vor.
Mit zunehmendein Wachstum werden die jungen Trypanosomen iramer schlanker ; die Geissel wird langer und das Hinterende mehr ausgezogen. Das Centrosom entfernt sich allniàhlich voni Kern und ninimt schliesslich seinen Sitz im Hinterende des Kôrpers ein. Wir kônnen verschiedene Uebergangsformen beobachten , wo der Abstand zwischen Kern und Centrosom immer grôsser und grôsser wird, bis zu den voll entwickelten Trypanosomen.
Aus der Lângsteilung gehen in der Regel nur zwei neue Parasiten hervor, welche in den meisten Fàllen gleich gross sind. Als seltene Erscheinung beobachtete ich ein mal die Teilung eines Trypanosomas in drei Tochterparasiten.
Ausser der Vermehrung durch Lângsteilung konnte ich auch eine solche durch Querteilung constatieren. Doch lassen sich scharfe Grenzen zwischen beiden Arten der Vermehrung nicht ziehen und es war zuweilen schwer zu entscheiden, ob eine gegebene Form zur Làngs- oder Querteilung zu rechnen ist.
Bei der Querteilung rundet sich das spitze Hinterende des Trypanosomas mehr oder weniger halb kugelfôrmig ab, wobei es stark an Dicke zunimmt. Der Querdurchmesser solcher Formen betràgt 7abis8a5. Oft bleibt vom Hinterende nur eine kurze Spitze mit breiler Basis ubrig, welche sich, wie schon oben gesagt, nach der von mir angegehencn Modification der Giemsafârbung, in einen rôtlicheu Ton fiirbt, gleich der undulierenden Membran. Bisweileii fand ich auch ganz kugelrunde Vermehrungsformen, wo die undulierende Membran nicht zu sehen war. Die Teilung des Kernes und Centrosoms in derselben Art, wie bei der Lângsteilung, nur mit dem Unterschiede, dassdie Teilungsachëe dieser
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Elemente quer zur Lângsàchse des Parasiten liegl, also ùmgekehrl, wie bei der Lângsteilung. Die aùs der Querteilung hervorgegangenen Parasiten sind nie gleich gross. Das Muttertier bleibt immer grôsser und scheint nur einen kleinen Teil seiner Substanz als Tochterparasiten abzuschnûren. Die neugebildeten Parasiten haben Anfangs ein dickes abgerundetes Hinterende, welches sich allmâhlich zuspitzt.
- Betreflend die Lebensfàhigkeit des beobachteten Trypanosoma aiisserhalb des tierischen Organismus habe ich constatieren kônnen dass dieselbe je nach den Umstànden verschieden lang ist. Auf Eîs gehalten konnte ich noch bis zum 9. Tage Spuren von Beweglichkeit beobachten. Wûrden die Trypanosomen aus der Kàlte in die Wàrme gebracht, so erhôhte sich auch ihre Beweglichkeit nierklich. Bei Zimmertemperatur von 20oC waren am sechsten Tage keine Lebenszeichen mehr zu sehen. Am schnellsten gingen sie, merkwûrdiger Weise, im Thermostalen bei 38<>C zu Grande, wo sie schon am dritten Tage ihre Beweglichkeit einbûssten.
Bei eingetretener Degeneration zeigte sich das Centrosom nebst der Geissel als die resistentesten Teile des Trypanosomas, denn ich konnte sie in defibriniertem Blute noch bis zum 21. Tage zusammenhàngend beobachten. Ueberhaupt war die feste Verbindung von Centrosom und Geissel auflallend, wie das auch schon frûher erwàhnt wurde. Nur bei manchén jûngen Teilungsformen habe ich gesehen, dass die aus dem Centrosom entspringende Geisselwurzel teils ganz achromatisch, teils schwach fàrbbar sich zeigte.
Wurden die Trypanosomen ungûnstigen Ëxistenzbedingungen ausgesetzt, so trat regelmassig Agglomération ein, indem sie mit ihreh Hinterenden sich zusammenballten und rosettenfôrmige Figuren bildeten. Die Agglomération trat so schnell ein, dass ich sie hâufig an der Stelle auf den Deckglasprâparaten beobachten konnte, wo das ausgebreitete Bluttropfchen aufgetragen war und wo die dickere Blutschicht nicht schnell genug ausgetrocknet war. Agglomération trat auch ein beim Verdûnnen des Blutes mit physiologischer Kochsalzlôsung.
Zum Schluss séi es mir noch gestaltet EinigesùberdieMoglichkeit der Infection der Rinder mit dem beobachteten Trypanosoma zu sagen.
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Erstens konnte die Infection durch gewisse blutsaugende Insekten slattfinden, welcheaus den heissen Niederaugen mit dem Vieh Oder auf andere Art auf unsere Station, welche ca. 1000 Meter hoch liegt, gelangt waren. Analog den Entdeckungen Theilers, weïcher den Uebertrager seines Trypanosomas in den Ilippobosca rufipes und maculata gefunden hat, konnte dièses auch in unseren Fàllen durch eineder Uippobosciden geschehen, welche hâufig auf den Rindern zu finden sind. Doch scheint mir dièse Art der Infection in den beobachteten Fallen wenig wahrscheinlich, am wenigsten im dem Falle in December.
Eine weitere Môglichkeit der Ansleckung konnte durch Injection von trypanosomenhaltigem Pestblut stattgefunden haben. Es ist ]a eine bekannte Thatsache, dass durch Impfungen nach der Simultanmethode sowie durch andere Opération mit der Rinderpest, wie Ansteckung und Hyperimmunisation, Trypanosomose und noch wiel hâufiger die Babesiose ausgelôst werden. Da nun dièse Erscheinung von den meisten Autoren einseitig gedeutet wird, so will ich nâher darauf eingehen.
Bei den Operationen mit Rinderpestblut haben wir mit folgenden Môglichkeiten zu rechen :