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VON

D' T. ODHNER

Dozent an der Universltàt Uppsala.

Diejenigen Typenexemplare J. Poirier's,die sich noch auffinden liessen, wurden mir neulich in der liebenswûrdigsten Weise von der Verwaltung des Panser Muséums behufs eîner Revision ûbersandt. Unter ihnen befand sich aucb das unike Exemplar des niemais wiedergefundenen Menschenparasiten Distomum Rathouisi Poirier (1) dus China.. Leider ist dièses so intéressante Originalstûck offenbar in spâterer Zeit eingetrocknet gewesen und befindet sich demzufolge gegenwartig in einem miserablen Zustande. Der Wurm, in dem zwei gr ssere Lôcher (fig. 1, a und b) die Herkunf t der von Poirier verfertigten Schnitte verraten, ist ganz schwarz und lâsst sich auch bei Verwendung der kraf ligsten Aufhellungsmittel nurunbedeutendim Vorderende aufkl'ren. Die einzigen BeobachtuDgen, die nunmehr an ihm môglich sind, betre&en die Saugnâpfe und Eier ebenso wie das Vorderende der Dotterstôcke ; daneben zeigte es sich aber von ganz besonderem Werle fur meine Kritik der Species, dass das Niveau des von Poirier in Figur 4 abgebildeten Schnittes auf Grund des entsprecbenden Loches sich annâhemd bestimmen liess.

Leuckarthatle in der zweiten Auflage seines grossen Parasitenwerkes (Bd. I, Abt. Il, p. 328 11.) die Vermutung ausgesprochen, dass Poirier s Art mit dem schon damais seit lângerer Zeit bekannten Distomum Buski Lankester, 1857 (D. crassum Cobbold, 1860) identisch wâre, welche Form ebenfalls einen ostasiatischen Menschenparasiten darstellte. Als ich (2) aber spâter den inneren Bau

(1) J. Poirier, Note sur une nouveUe espèce de Distome parasite de rHomme^ DUtomum Ralfiouisi Polr. Archives de Zool. expérim., («), V, 1887, p. 203-21 li pi. XIII.

(2) Fasciolopsis Buski (Lank.), ein bisher wenig bekannter Parasit des Men^ schen in Ostasien, Centralblatt fur BakterioL, Abt. i, XXXI, 1908, p. 573-5814 mit einer Tafel.

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dieser letzteren Art beschrieb, zeigle es sich, dass dieselbe neben auffalleiiden UebereinstimmuDgen auch so grosse Untei^chiede \on D. Hnihi uisi darwies, dass an eine Identifizierung beider Species nicht zu denken war. wenn auch andererseits ibre nahe Verwandtschaft ofTen zu Tage lag; sie wurden deshalb in die Qalfung FasciolopsUi Looss zusammengefûhrt. Mir ist indessen iramer die Poirier srhe Art recht zweifelbaft erschienen, und namentlich die ungleiche Grosse welche in so sonderbarer Weise die Hoden von einander unterscheiden sollte, bat bei mir den Verdacht wachgehalten, dass es sicb doch ain Ende mit dem ganzen Tiere nicht gang richtig verhalten wûrde. Ich glaube jetztdurchdie folgenden Ausfûhrungen ûber jeden Zweifel stellen zu kônnen, dass Dist. Rathouisi in der That nur ein kontrahiertes Exemplar von Fasciolopsis Bxiski darstellt.

Looss (1) hat neulicb den Habitus solcher Exemplare geschildert. Er findet sie ca. 30 mm lang und 13-16 mm breit; ihre Kôrperform ist eine zienilich regelmàssig ovale und ihre Haut auf Grund der Kontraktion in zahlreiche Querrunzein gelegt. Letzteres verratet auch in unzweideuliger Weise den Kontraktionszustand des Poirier' schenTypus, und die Masse desselben nach der Originalbeschreibung (25 x 16 mm) (2) stehen ja in gutem Einklang mit den eben nach Looss zitierten. Was die Saugnàpfe betriflt, galt es als ein wichtiges Merkmal von Dist, Rathouisi, dass der Mundsaugnapf im Durchmesser denjenigen von FascioLBuski mit dem Dreifachen (1,5 resp. 0,5 mm) ùbertreflen sollte. Nun iàsst sich freilich das Vorderende des Poirier-schen Originalstûckes nicht voUig analy sieren; sicher ist doch, dass das grosste dort befindliche Organ nur 0,8 mm im Durchmesser hait. Poirier's Angabe ûber die Grosse des Mundsaugnapfes kann demnach unter keinen Umstànden richtig gewesen sein, auch wenn man eine gewisse Schrumpfung mit in Betracht nimmt. Nun stelli indessen das fragliche Organ von 0,8 mm Durchmesser auf Grund seinerLage anscheinend den Pharynx dar, der nebenbei erwâhntbei FascioL Buskica. 0,7 mm. misst, und die exakte Grosse des Saugnapfes kann also nicht bestimmt werden; das Poirier'sche Mass braucht aber nicht mehr einer Iden-

(1) A. Looss, On some parasites in thc muséum of the School of tropical medieine, Liverpool. Annals of trop, medicin and parasitai., 1,1907, p. 123. ,2) Gegenwârtig ist der Wurm bis auf 21 X 12 mm zusammengeschrumpft.

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