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Joseph II., Leopold II. und Kaunitz

*) Für die kleinste Aufmerksamkeit zeigte sie sich ihm verbunden. Um einen Zug anzuführen: Am 31. März 1774 übersendet Kaunitz der Kaiserin einen Beichtzettel mit einem eigenhändigen Schreiben, worin er um Entschuldigung bat, dass er am Gründonnerstage aus Gesundheitsrücksichten nicht habe erscheinen können. Sie antwortete ihm: Vous me serez trop bien pour que je puisse douter que vous n’en faite de meme a notre maitre commun en faisant vos devoirs avec autant de fidélité que d’attachement, j’avoue j’aurois souhaitée pour ma consolation dans cette grande journée et pour le public que votre santé auroit permis d y assister comme des autres années, je vous sais bon gré de m’avoir envoyée le billiet (d. h. d. Beichtzettel) et j’espere si nous existons encore l’année qui vient nous nous y retrouverons.

MARIE THÉRÈSE

Hilfsmitteln der österreichischen Monarchie in vielfacher Beziehung eine zu weit gehende Vorstellung hatte. Hierin beruhen die Differenzen zwischen den beiden Männern. Während der Streitigkeiten um die Regulirung der polnischen Grenze hätte Joseph auch einen Waffengang nicht gescheut, um nur seinen Willen durchzusetzen, und im Kriege über die bairische Erbfolge stemmte er sich auf das hartnäckigste gegen die Niederlegung der Waffen.

Die Principien des politischen Systems, welche Kaunitz im Jahre 1755 als massgebend für die Monarchie aufgestellt hatte, änderte er während seiner langen Amtswirksamkeit fast nicht. Die Allianz mit Frankreich hielt er für die bedeutsamste That seines Lebens; gegen die britischen Staatskünstler wurde er seine Antipathie nie ganz los, Preussens Bekämpfung betrachtete er als einen Cardinalgrundsatz der österreichischen Politik, und eine Verbindung mit Russland war sein sehnsüchtiges Streben , nachdem die bestandene Allianz durch den Tod Elisabeths gelöst worden war.

In diesen Gedankenkreisen bewegte er sich herum.

Man hat dem Staatskanzler Unrecht gethan, wenn man die Behauptung ausgesprochen, dass er in den letzten Jahren Maria Theresia’s sich mehr auf die Seite des Kaisers gestellt habe. In Kleinigkeiten erwies er sich allerdings nachgiebig, in den grossen Fragen behauptete er seine Ansicht unerschütterlich und bekämpfte auf das energischeste den Standpunkt Josephs.

Die Stellung des Staatskanzlers erhielt seit dem Regierungsantritte Josephs theilweise eine Aenderung. Die leitende Rolle büsste Kaunitz ein; der Kaiser bestimmte die Grundsätze der Politik.

Im Wesentlichen jedoch bewahrte sich der Staatskanzler trotz mancher abweichenden Ansichten seine einflussreiche, hervorragende Wirksamkeit. Die Erklärung liegt darin, dass die Politik beider Männer sich in den Grundgedanken begegnete und nur bezüglich der Durchführung divergirende Meinungen zu Tage traten. Kaunitz verstand es aber seinen Widerspruch in solche Formen zu kleiden, dass das reizbare Gemüth des Kaisers sich dadurch nicht verletzt fühlte, auch musste Joseph das überlegene und feine diplomatische Talent seines Ministers anerkennen.

Es dürfte nicht ohne Interesse sein, die Stellung der beiden Männer in den wichtigsten politischen Fragen in den Grundzügen ins Auge zu fassen.

Die orientalischen Pläne, die unter Joseph in den Vordergrund traten, sind von Kaunitz längst ins Auge gefasst und vorbereitet worden. Der Gedanke einer Theilung des türkischen Reiches wurde schon während der Verhandlungen über Polen von dem Staatskanzler in eingehender Weise erörtert, und als die polnische Frage von der Tagesordnung abgestellt war, verlor er das Project nicht aus dem Auge. Das Ob konnte als entschieden gelten, es fragte sich nur um das Wie. Drei Modalitäten wurden nun in Betracht gezogen: entweder dass Oesterreich allein ohne Verständigung mit anderen Höfen „von der türkischen Ausbeute zu profitiren sucht,“ oder eine Vereinbarung mit Russland und Preussen an zifb ahnen, oder endlich ein Concert zwischen Oesterreich, Russland und Frankreich zu Stande zu bringen, w^obei sodann Preussen entweder ganz ausgeschlossen oder wenigstens die demselben zuzuwendenden Vortheile so gering als möglich ausgemessen wrerden sollten. Erst als die Heranziehung Frank-

reichs vorläufig aufgegeben werden musste, steuerte Kaunitz nach Beendigung des bairischen Erbfolgekrieges auf eine Verständigung mit Russland los *).

Als die Entrevue zwischen Joseph und Catharina ins Werk gesetzt wurde, war es der Minister, der für den Kaiser ziemlich umfassende Instructionen entwarf. Joseph war mit denselben vollkommen einverstanden; er sagt es selbst, dass die von dem Staatskanzler aufgestellten Punkte keinem Widerspruche unterliegen **). Damals befand sich der Kaiser mit der Politik des Staatskanzlers im vollständigen Einklänge. Alles, schreibt Joseph, was in der deutschen und französischen Schrift des Fürsten enthalten ist, und die verschiedenen dabei angeführten Particularumstände gründen

sich und gehen meines Erachtens darauf allein hinaus, näm-

lieh der russischen Kaiserin einen echten Begriff von meiner persönlichen Denkungsart und dem Österreichischen Staatssysteme beizubringen, um sie zu einer engeren und natürlicheren Verknüpfung mit uns in allen politischen Fragen anzueifern, welches nicht geschehen kann, ohne dass zugleich ihre so enge Verbindung mit unserem Erbfeind, dem König von Preussen, erkalte.

Kaunitz hatte für Alles und Jedes Sorge getragen: dem Kaiser bis in die kleinsten Details sein der Monarchin Russlands gegenüber einzuhaltendes Benehmen vorgezeichnet. Er legte ihm die Worte in den Mund für den Fall, wenn das orientalische Project zur Sprache kommen sollte; und sefweit

) Beruht auf zwei bisher nicht bekannten Actenstücken des Staatsarchivs, das eine vom 22. December 1776, das andere vom 6. Juni 1779.

**) Anmerkungen von Joseph vom 5. Mai 1780 im geheimen Staatsarchiv.

wir über die Unterredungen Josephs und Catharina's unterrichtet sind, hat sich der Kaiser fast wörtlich daran gehalten.

Beiden war es höchst willkommen, dass die Begegnung mit Catharina die beabsichtigte Wendung nahm; merkwürdiger Weise gingen die Anstände über die Prärogative des Kaisers bei dem Abschlüsse des Vertrages von dem Minister aus, er war es, wie aus seiner Correspondenz mit Joseph hervorgeht, der hartnäckig den Standpunkt verfocht, dass der Kaiser nicht nachgeben könne und dürfe.

Kaunitz arbeitete jedoch unermüdlich an der Befestigung des Bündnisses zwischen Oesterreich und Russland. Wäre es nach seinem Sinne gegangen, so hätten die Verwicklungen zwischen Russland und der Pforte im Jahre 1783 eine friedliche . Lösung nicht gefunden, sondern Oesterreich würde die Gelegenheit benützt haben, um von der Pforte Alles zurückzuverlangen, was es bei dem Friedensschlüsse zu Passarowitz erworben hatte.

Eine bisher unbekannte Denkschrift des Staatskanzlers, in welcher er dem Kaiser seine Gesichtspunkte auseinandersetzt, ist in dieser Beziehung höchst belehrend*). Drei mögliche Wege gebe es, sagt Kaunitz, sich ganz passiv zu halten, oder sich den russischen Absichten entgegenzusetzen, oder endlich mit Russland gemeinschaftliche Sache zu machen. Das erste ginge nicht an, denn ..die Freundschaft der Kaiserin, um die man so mühsam gebuhlt, wäre auf einmal und für beständig weg,“ ..ihre erworbene Hochachtung würde sich in Hass verwandeln,“ Preussen seinen alten entscheidenden Einfluss in Petersburg gewinnen,

*) Sie ist als Beilage einem Vortrage vom 12. Mai 1783 beigeschlossen; ich gedenke dieselbe zu veröffentlichen.

Russland erhielte allein eine Vergrößerung u. dgl. m. Kaunitz gesteht zu, dass es am erwünschtesten wäre, wenn der Vergrösserungssucht Russlands Einhalt geschehen und die Pforte im statu quo bleiben würde, allein diess sei nicht möglich, viel weniger wahrscheinlich. Es bleibe demnach nur der dritte Weg übrig, und Kaunitz legte dem Kaiser auch in der That einige hierauf bezügliche, vollständig ausgearbeitete Depeschen vor. Joseph ging damals auf die Vorschläge seines Ministers nicht ein *).

Auch später, im Jahre 1787, war es Kaunitz, der zur Kriegserklärung gegen die Pforte drängte, während Joseph noch einige Zeit zuwarten wollte, bis die Rüstungen in grösserem Massstabe vollendet sein würden.

War auch die Allianz mit Russland ein Grundgedanke in dem politischen Systeme beider, so legte Kaunitz dennoch ein wreit grösseres Gewicht darauf als Joseph. In einer Denkschrift vom 10. Mai 1789 sind übersichtlich die Gründe zusammengefasst, die für eine Erneuerung des getroffenen Uebereinkommens sprachen**). Die Schrift ist insofern von grossem Interesse, als der Staatskanzler am Abende seines Lebens fast ähnliche Gründe ins Feld führte, wie im Jahre 1749 in seiner grossen politischen Denkschrift***). Ihr Inhalt ist fast wörtlich folgender:

*) Vergl. den Brief von Joseph vom 10. August 1783 an Leopold bei Arneth: Joseph und Leopold I. 1G4.

**) Memoire über die Räthlichkeit, Nützlichkeit und Noth wendigkeit, das zwischen uns und Russland nun zu Ende gehende Allianzsystem nicht nur unverzüglich zu erneuern, sondern auch auf alle mögliche Art fortan bestens zu cultiviren. Den 10. May 1789.

***) Vergl. Aufzeichnungen des Grafen Bentinck, herausgegeben von Adolf Beer.

„Russland war noch nicht lange als ein civilisirter Staat in den politischen Senat der europäischen Mächte eingetreten, als schon zwischen diesem Hofe und Oesterreich ein enges Freundschafts- und Allianzsistem errichtet wurde. Von dieser Zeit an bis auf den Regierungsantritt Peters III. betrachteten sich beide Höfe als natürliche Alliirte, sie hatten auch in der That und haben noch bis zu dieser Stunde alle charakteristischen Eigenschaften natürlicher Alliirten. Sie sind unmittelbar nicht benachbart, können sich daher wechselweise Vergrösserungen gönnen und selbst befördern, sie haben auf der einen Seite einen gemeinsamen Feind an der Pforte; hierzu erhielten sie später einen gemeinsamen gefährlichen Nachbar an Preussen, welcher um so bedenklicher werden wird, wenn ihm gelingen dürfte, seine Herrschaft in Polen weiter auszubreiten und nach und nach daselbst den vorigen Einfluss der beiden kaiserlichen Höfe vollends ganz zu schwächen und zu vernichten. Diese Absicht, die Preussen seit der Wiedererneuerung unseres Allianzsistems mit Russland zu seiner Fundamentalpolitik angenommen hat, ist sowohl uns als Russland höchst nachtheilig. Solche soviel nur immer möglich zu verhindern, erfordert das gemeinsame österreichische und russische Staatsinteresse. Das österreichische, weil jede neue Yergrösserung Preussens in unserer unmittelbaren Nachbarschaft mit einem neuen schädlichen Druck auf unsere politische Existenz und Wohlfahrt wirket und wirken muss; das russische, weil dieser Hof, wenn er durch Preussen von Polen gleichsam abgeschnitten und eliminiret wird, -seine bisherige directe Communication und einfliessende Kraft auf den übrigen europäischen Continent fast ganz verlieret.

„Bei diesen offenbaren unstrittigen Beweisen, dass die Verbindung beider kais. Höfe eine wahre natürliche ist, sollte man mit allem Rechte schliessen können, dass sie nicht wohl eines Unterbruches fähig sein dürfte. Gleichwohl hat sich solcher unter Peter TII. ergeben, und es fehlet wenigstens an dem festen preussischen und grossbrittanischen Vorsätze nicht, diesen Unterbruch noch einmal zu bewerkstelligen.

„Was übrigens jedes Allianzsistem überhaupt, folglich

auch das unsrige mit Russland mehr oder weniger räthlich,

nützlich, schätzbar und auch noth wendig macht, beruhet auf zwei wesentlichen Betrachtungen der reellen Vortheile, die aus dessen Bestand gezogen werden können, und der Nachtheile, die bei dessen Nichtbestand zu besorgen sind.

• „Es ist ausser allem Zweifel, dass der russische Hof aus dem erwähnten Allianzsistem die wichtigsten Vortheile bereits

gezogen hat. Wenn die unsrigen mit den russischen noch bis nun zu in keinem Verhältnisse stehen, so ist doch gewiss, dass dieses Missverhältniss nicht dem Sistem selbst, nicht dem üblen Willen unsers Alliirten, sondern andern Umständen und Ursachen zuzuschreiben sei. Es ist gewiss, dass dieses Sistem an und für sich selbst, so wie die persönliche Gesinnung der russischen Kaiserin und ihrer Minister uns beträchtliche Vortheile wenigstens thunlich hätte machen können, und in der Folge der Zeit noch machen kann.

„Sollte aber auch der reelle Gewinn aus dem Bestand des ofterwähnten Sistems als accidentel zu betrachten sein, so ist doch der reelle Schaden aus dem Nichtbestand desselben unvermeidlich, imminent und fortwährend

höchst bedenklich. Wenn heute die Allianzerneuerung von uns verweigert wird, so wird unmittelbar hierauf die russische Kaiserin von Preussen und England mit offenen Armen empfangen. Pie sichere Folge davon ist die Zustandebringung einer engen Ligue gegen uns von Russland, Preussen, England, Holland, der ganzen deutschen Confoederation, von Dänemark und Polen.

„Wir würden hiebei ganz isolirt stehen, und auf Frankreichs wenigstens dermalige völlige Olmmacht ebenso wie auf Spaniens passive Politik nicht das geringste zählen können, von Neapel nichts zu erwarten und gegen Sardinien allerdings Beisorge zu tragen haben.“

Auch in einer andern Frage, die Joseph beschäftigte, befand sich der Kanzler mit ihm in voller Uebereinstimmung: über den Austausch Bayerns. Nur die Motive waren nicht durchweg die gleichen; Joseph hatte dabei im Auge, dass der Besitz von Bayern vielleicht das einzige Mittel sei, um einmal die preussische Macht niederwerfen zu können, während Kaunitz auch in Erwägung brachte, dass die Allianz zwischen Frankreich und Oesterreich durch den Austausch eher consolidât als geschwächt würde, weil der Versailler Hof, in eben dem Maasse als Oesterreich weniger abhängig von ihm sei, mit desto grösserer Aufmerksamkeit und Sorgfalt zu Werke gehen werde. Auch würde sodann der Verlust dieses Bündnisses weniger bedenklich als gegenwärtig sein; denn gerade der Besitz der Niederlande bringe das Haus Oesterreich in volle Abhängigkeit von Frankreich *).

*) Vortrag vom 7. April 1784. Vergl. Ranke die deutschen Mächte. I. S. IG 4.

XYI

Ueber die Haltung Oesterreichs zu Preussen herrschte im Grunde genommen zwischen den beiden Männern fast vollkommene. Uebereinstimmung. Kaunitz ist sich in dieser Beziehung Zeit seines Lebens gleich geblieben.

Selbst zur Zeit, als Kaunitz einer Vereinbarung mit Preussen das Wort redete, blieb sein Misstrauen stets rege, oder erwachte von Neuem, wenn die Politik Friedrichs eine Richtung nahm, die seinen Voraussetzungen nicht entsprach. Wie die Dinge lagen, konnten sich die beiden Staaten nicht in freundschaftlichen Geleisen bewegen, der Gegensatz war noch nicht zu überbrücken. Kaunitz war eben so tief von der Gegnerschaft Preussens überzeugt, wie Friedrich von jener Oesterreichs. Und wenn dieser die Ueberzeugung hegte, dass der preussische Staat auf solcher Basis aufgebaut sei, dass selbst die Stümpereien seiner Nachfolger ihn nicht zu Grunde richten können, so fehlte dieses Bewusstsein dem leitenden Minister Oesterreichs ganz, und in dem Emporkommen des Nachbarstaates sah er den Glanz und Machteinfluss des habsburgischen Hauses beeinträchtigt.

Nach dem Tode Friedrichs tauchte bei Joseph allerdings momentan der Gedanke auf, dass es nunmehr vielleicht möglich sein dürfte, bessere Beziehungen zu Preussen anzubahnen, aber er liess denselben sogleich fallen, nachdem Kaunitz seine Bedenken entwickelt hatte *). Wie der Minister die Beziehungen zu dem neuen Könige von Preussen aulfasste, zeigt eine ministerielle Depesche an den Gesandten in Berlin vom 30. August 1786. „Nichts wäre erwünschlicher,“ schreibt er,

*) Die hierauf bezüglichen Schriftstücke hat Danke in den Analecten zu seinem Werke „die deutschen Mächte“ mitgetheilt.

..als wenn der neue König in eine vollkommene Kühe und Sicherheit gegen uns versetzt werden könnte. Um dieses zu erwirken, müssen wir sorgfältig die Klauen verbergen, um dann, wenn man uns auffordern sollte, desto sicherer hauen zu können.

..Dieses und nichts anders muss der ganze Endzweck unsrer Politik sein, denn dass jemalen unser wahres Staats- Interesse mit jenem des preussischen Hofes auf eine solide, dauerhafte Art vereinbaret und gleichsam in eines zusammengeschmolzen werden sollte, gehöret unter die bloss frommen Wünsche. Zwar wenn wir weiter nichts als den Ruhestand erhalten und andere Höfe was ihnen beliebt vorund unternehmen lassen wollen, so wird die äusserliche Freundschaft und ein ungestörtes nachbarliches Einverständnis zwischen beiden Höfen lange zu pflegen, keiner sonderlichen Schwierigkeit unterliegen, wenn aber nach dem leider nur allzuthätigen Beispiel besonders des russischen und des französischen Hofes auf einige Erweiterung unserer Gränze, auf welcher Seite es immer sei, dereinst der Antrag gemacht würde, so braucht es eben keinen prophetischen Geist, um über kurz oder lange neue Collisionen zwischen uns und Preussen vorauszusehen, welche auf keine andere Art, als entweder mittels eines abermaligen Partage-Einverständnisses oder mit dem Degen in der Faust zu entwickeln sein werden. Da nun der erste- Weg nur zu momentanen Flickmitteln führen kann, die anstatt künftige Collisionen aus dem Grunde zu heben, solche vielmehr vergrössern und die gegenseitige Reibung in eben dem Maasse verstärken müssen, als dem Berliner Hofe durch eine wiederholte Theilung neue Kräfte

Zuwachsen würden, so bleibt für uns nichts anderes übrig,

als uns in solche Verfassung zu setzen, durch welche aller preussische Widerwillen gegen uns vereitelt werde, welches nun freilich nicht zuverlässigerer vorzubereiten und in Erfüllung zu bringen sein dürfte, als wenn es uns gelingen sollte, den neuen König nach und nach von kriegerischen Gesinnungen abzuwenden und eben dadurch die Ressorts der preussischen Maschine immer mehr abspannen zu machen, und sodann, wenn es nöthig sein sollte nach Zeit und Umständen mit aller möglichen Gewalt gegen sie loszubrechen.“

Die Antipathie Kaunitzens gegen England theilte Joseph nicht. Der Plan, mit dem Inselstaate eine Allianz zu suchen, ging von dem Kaiser aus. Er trug dem Minister auf, ihm seine Ideen darzulegen. Kaunitz erwiederte, dass ein solch wichtiger Schritt kaltblütige Ueberlegung fordere, und erbat sich Zeit. Eine Denkschrift liegt vor, in welcher Kaunitz die Gründe dafür und dagegen zusammenstellte.

..Ein mit England zu errichtendes Defensivbiindniss,“ meint Kaunitz, „kann nur in sofern für räthlich und möglich angesehen werden, als solches den bestehenden Verbindlichkeiten nicht entgegen ist.“

„Ein Defensivbiindniss mit Engeland von der uemlichen Art, wie dasjenige ist, welches mit Frankreich bestehet, und dieses nicht aufhebet, würde allerdings den Interessen Oesterreichs Zusagen, und zwar zunächst aus dem Grunde, weil es, so lange Frankreichs Ohnmacht andauert, das französische, in so weit es die defensiven Verbindlichkeiten des Versailler Tractats betrifft, ersetzen würde, ohne Oesterreich des unschätzbaren Vorth eils der Neutralität Frankreichs zu berauben, sodann aber hauptsächlich desshalb, weil es vermuthlich ein sicheres Mittel abgeben würde , um Preussen von einem

feindlichen Angriffe gegen die Monarchie abzuhalten. Es frage sich aber, ob es auch Engeland in gleichem Maasse anständig sein könnte. Auch dieses sei der Fall. Das politische Staatssistem mache es erwiinschlich, dass der Krieg sich nicht weiter verbreite, und dadurch die Wiederherstellung des allgemeinen Ruhestandes befördert werde. Auch könnte das Defensivbündniss Englands mit Preussen fortbestehen, wie jenes Oesterreichs mit Frankreich. Nur wäre es möglich, dass Frankreich vielleicht auch mit Preussen ein ähnliches Bündniss zu Stande zu bringen suchen dürfte; allein diess sei ziemlich gleichgültig, indem es, im Wesentlichen durch die Garantien des Aachner und des Teschner Friedens olmediess schon bestehet, und daher im Wesentlichen keine Veränderung in dem allgemeinen politischen Staatssisteme von Europa machen würde.**

Kaunitz befreundete sich demnach am Abende seiner Wirksamkeit mit einem Gedanken, den er bisher energisch bekämpft hatte. Er gab den Rath den Versuch zu machen, und es ergingen auch an den österreichischen Gesandten hierauf bezügliche Weisungen *).

In vielen Fällen war Kaunitz bemüht den hastigen Eifer des Monarchen zu hemmen. Der Kaiser erliess am 2. Januar 1783 ein Handschreiben an den Staatskanzler über das Vor-

rücken der österreichischen Grenze bis an die Unna (S. 127). Kaunitz machte seine Bedenken in einem Vortrag vom 4. Januar geltend. Durch Unterhandlungen, meinte er, sei nichts zu erreichen; es gebe nur einen AVeg zum Ziele zu gelangen, nämlich sich in den Besitz des Landes in ähnlicher AVeise

*) Vortrüge vom 28. November und 2. December 1781), im geh. Staatsarchive.

zu setzen, wie es vor Jahren mit der Bukowina geschehen. Zugleich wies er aber auf die Gefahr hin, dass durch eine Vorrückung der Grenzen die Czarin zur Nachahmung verleitet werden könnte. „Diese Fürsorge,“ fügte er hinzu, „scheint

in Ansehung einer Frau nicht ganz leer zu seiu, deren Ruhm

und Convenienzbegierde fast grenzenlos ist.“ Der Kaiser erklärte sich damit einverstanden, dass der weitere Verlauf der Irrungen zwischen Russland und der Pforte, abgewartet werden solle *).

Aus dieser Darlegung dürfte genügend erhellen, dass in den wesentlichsten Angelegenheiten Joseph in vollster Uebereinstimmung mit Kaunitz vorging. Eine bedeutende Differenz zeigte sich hei der holländischen Verwicklung: hier war es der Kaiser, der vielfach gegen den Rath des Ministers vorging. In der auswärtigen Politik hat Kaunitz daher nur hei der Durchführung der festgesetzten Massnahmen oft eigenartige Gesichtspunkte aufgestellt, und der Kaiser fügte sich in dieser Beziehung zumeist dem bewährten Rathe seines Ministers, der seinem Herrn durch Erfahrung und genaue Kenntniss der massgebenden Persönlichkeiten an den einzelnen Höfen überlegen war.

Der Tadel, der so vielfach gegen die Tendenzen Joseph’s ausgesprochen worden ist, trifft dort, wo er begründet ist, nicht ihn allein, sondern auch seinen Minister.

Vollkommen selbstständig ging Joseph nur in der inneren Politik vor. Hier liess er sich von einmal gefassten Grundsätzen schwer abbringen. Ohnehin war diess eine schwache Seite der Kaunitz’schen Thätigkeit; ihn interessirte von jeher

*) Vortrag vom 4. Januar 1783. Wiener Staatsarchiv. .

nur die sogenannte ,, grosse Politik,“ während er selten die Initiative ergriff, wenn es sich um Dinge handelte, welche die innern Verhältnisse der Monarchie betrafen. Hier griff er nur ein, wenn er musste, wenn es ausdrücklich von ihm gefordert wurde. Einschneidenden Aendenmgen war er in der späteren Zeit seines Lebens durchaus abgeneigt. Es ist bekannt genug, dass Joseph gerade hierin den Schwerpunkt seines Wirkens sehen wollte. Wir finden nicht, dass Kaunitz seinen Widerspruch gegen die Massnahmen des Kaisers in energischer Weise zur Geltung brachte; wohl rieth er in dem einen oder anderen Punkte ab, aber er liess geschehen, was er nicht ändern konnte, und suchte nur, wenn der Kaiser einen Entschluss gefasst hatte, bei der Ausführung manche Spitze abzustumpfen. Im Grunde genommen, billigte er das Vorgehen Josephs in Belgien nicht, aber er mahnte doch nicht energisch genug ab, wenn er auch seine Bedenken nicht verheimlichte. Andere, z. B. der Vicekanzler Cobenzl, traten weit entschiedener auf.

Beurtheiler der Josephinischen Politik haben die mannigfachsten Erklärungen versucht, aus welchen Gründen seine gewiss wohlmeinenden, wenn auch vielfach überstürzten Bestrebungen scheiterten. Bei der auswärtigen Politik liegt die Sache einfach, nicht so sehr bei der inneren. Ja die Resultate wären hier andere gewesen, wenn es dem Monarchen nicht an den erforderlichen Kräften zur Durchführung seiner Absichten gefehlt hätte. So wie im Türkenkriege die Generale sich gegen die Vollstreckung der kaiserlichen Befehle fast auflehnten, in ähnlicher Weise versagten die Organe der Civil verwaltung ihre Mitwirkung. Mit welchem Widerstande der Kaiser hier zu kämpfen hatte, wird man erst ermessen können,

wenn wir eine quellenmässige Geschichte Josephs besitzen werden. Auf diesem Gebiete stand er fast vereinsamt, selbst an Kaunitz hatte er keine Stütze.

Es ist hier nicht der Ort zu eingehender Erörterung ; nur eine Resolution des Kaisers mag als Beleg dienen, mit welchen Hindernissen er zu kämpfen hatte. ,. Vom 6. Juni/4 schreibt Joseph wörtlich an die Hofkanzlei im Jahre 1783, „war mein Billet, und vom 13. October ist dieser Vortrag datirt, also über vier Monate lag er bei der Kanzlei in Ueberlegung, sie soll die darin enthaltene Ausarbeitung, und vielmehr die Beantwortungen, wann sie kann, ohne Erröthen lesen und selbst urtheilen, ob dieser Quark so viele Zeit an Ueberlegung erfordert hätte, aber noch vielmehr, ob es den von mir

gegebenen Punkten, welche Befehle sind, angemessen ist? In keinem Stück wird zu Werke geschritten, sondern blosse kahle Auskünfte oder unbedeutende Schwierigkeiten aufgeworfen, und geflissentlich nur mit dem andern vermengt, um nur nicht das Wahre erkennen und greifen zu müssen, ob nun dieses aus Gesinnung, die alte Verwirrung beizubehalten, oder aus Scheu der Arbeit geschehen ist, will ich dahin gestellt sein lassen. Wenn ich nach gewonnener Localeinsicht meinen Stellen Aufträge mache, so müssen selbe nach Pflicht sich meine Gesinnungen eigen machen , selbe mit Eifer prüfen und alle Mittel ersinnen, sie zu bewerkstelligen, und nur über Zweifel und Anstände sich bei mir anfragen, nicht aber meine Befehle als ein Klaglibell betrachten, auf das sie ihren ganzen Witz verwenden, um eine advokatische Replik zu machen, um nur das Vorhergegangene zu beschönigen.44 *).

*) Das betreffende Actenstück befindet sich im kais. Staatsarchiv.

Befand sich Kaunitz mit Joseph in den wichtigsten Punkten iu vollster Uebereinstimmuug, so änderte sich diess seit dem Regierungsantritte Leopolds. Die innern und äussern Verhältnisse des Staates nöthigten dazu in andere Bahnen einzulenken. Hier trat nun eine Differenz zwischen dem Kaiser und seinem Minister zu Tage. Während Leopold die Gesammtlage der Monarchie ins Auge fasste, berücksichtigt Kaunitz bei seinen Erörterungen über den einzuschlagenden Weg bloss die auswärtigen Verhältnisse. Kaunitz wollte von einer Nachgiebigkeit gegen Preusseu nichts wissen, während der Kaiser von der Notli Wendigkeit bessere Beziehungen zu Friedrich Wilhelm anzubahnen überzeugt war. Kaunitz überschüttet den Monarchen mit Denkschriften, worin in der schärfsten Weise die mannigfachsten Gründe erwähnt werden, die gegen eine Verbindung mit Preusseu sprechen. Auch nach der Zusammenkunft in Pillnitz kam er von seiner festgewurzelten Ueberzeugung nicht zurück, dass der Gegensatz zwischen Preusseu und Oesterreich nicht - ausgeglichen werden könne.

Dieser Zwiespalt der Meinungen zwischen Herrn und Diener wurde durch ein Nachgeben von Seite des Fürsten behoben; die von ihm angebotene Entlassung nahm der Kaiser nicht an; Erzherzog Franz wurde an ihn gesendet, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Die Ansicht Ranke’s jedoch, „dass sich die obersten Organe des Staates im Widerspruch befanden,“ und gewissermassen zwei Regierungen neben einander bestanden, hat, wenn überhaupt nur für die ersten Monate der Leopoldinischen Regierung einige Wahrheit für sich. Kaunitz erfreute sich des vollen Vertrauens des Kaisers, da er seinen Widerspruch gegen die

neue Richtung fallen liess und bei den Weisungen an die Gesandten den Ansichten seines Herrn Rechnung trug. Nur erbat er sich bei Fragen, worüber er anderer Ansicht war, von dem Kaiser die Normen für sein Verhalten, aber die Durchführung lag fast in demselben Maasse wie früher in seinen Händen. Ohnehin bezog sich die Differenz zwischen dem Kaiser und seinem Minister nur auf die Beziehungen zu Preussen, sonst bestand zumeist Uebereinstimmung. Die Politik Leopold’s Frankreich gegenüber billigt Kaunitz fast vollständig, und seine Ansichten über die französische Revolution zeigen deutlich, dass der Minister auch iu seinem hohen Alter die Frische des Geistes und Ungetrübtheit des Blickes besass, um jenes Ereigniss vollauf würdigen und beurtheilen zu können *).

Erst unter Franz nahm die österreichische Politik eine solche Richtung, dass Kaunitz den Entschluss fasste, sich ins Privatleben zurückzuziehen, trotzdem Franz vielfache Versuche machte ihn zu halten **).

Heber die Sammlung der Briefe habe ich nur wenige Worte zu sagen. Der Kern besteht aus der Correspondes zwischen Joseph, Leopold und Kaunitz. Ich habe aus den Jahren 1780 — 1792 alle nur einigermassen wichtigen Stücke gesammelt; von den schon gedruckten jedoch nur diejenigen aufgenommen, die aus einer zusammenhängenden Reihe von

*) Interessante Aufzeichnungen hierüber bringt die demnächst erscheinende Publication Vivenot’s : Oesterreichische Geschichtsquellen im Zeitalter der Revolution.

**) Vergl. Analecten zur Geschichte der Revolutionszeit in Sybels’s bist. Zeitschr. Band XXVII. 16 fg.

Briefen nicht herausgerissen werden können. Zur Aufnahme der anderen Briefe konnte ich mich aus dem Grunde nicht entschlossen, weil sie ohnehin in allgemein bekannten Werken zugänglich sind, so bei Brunner und Ranke.

In dem Anhang habe ich eine Anzahl von Briefen von und an Kaunitz mitgetheilt. Zunächst einzelne Briefe von Maria Theresia. Es sind zwar mehr als 100 Zettel von der Hand der Kaiserin, zumeist undatirt vorhanden, aber einerseits nicht gerade wichtigen Inhalts, andererseits erfordern sie zum Verständniss eine eingehende Erklärung.

Von den Briefen Josephs vor 1780 habe ich auch nur einige ausgewählt. Der Gegensatz der Meinungen tritt in dieser Epoche nicht so sehr in der Correspondenz als in den Denkschriften hervor, deren Veröffentlichung bezüglich der polnischen Frage unmittelbar bevorsteht.

Aus den Jahren 1778 und 1779 ist eine grössere Anzahl von Briefen vorhanden, die in einer demnächst erscheinenden Arbeit über den baierischen Erbfolgekrieg abgedruckt werden sollen.

An der Schreibweise habe ich keine Veränderung vornehmen zu dürfen geglaubt. Die Episteln erscheinen mit allen sprachlichen und orthographischen Fehlern des Originals.

Die Correctur der letzten 20 Bogen war Dr. AVeyda, dem ich auch Inhaltsverzeichniss und Register verdanke, so gütig zu übernehmen. Die Druckfehler der ersten Bogen fallen mir zur Last.

Wien am 1. November 1872.

Adolf Beer.

Beer, Joseph II. und Kaunitz.

JOSEPH AN KAUNITZ

Mon prince, quoique j’aurais crû, que Sa Majesté l’Imperatrice de Russie, à ce que disaient les nouvelles, étendrait plus vers le midi de ses provinces encore son voyage, neansmoins la distance je ne la mets à aucune valeur, quand je puis me procurer le plaisir et l’honneur de faire la connaissance d’une princesse et d’une souveraine aussi mémorable pour mon siècle. Quant à la route, que le prince de Galitzin vous a communiquée, il m’est parfaitement égal, laquelle je prenne; celle qu’il a indiquée par Kiovie selon la carte parait un peu détournée, et l’une de ces deux routes ci-jointes tenant pourtant les grands chemins paraîtrait plus droite, mais les difficultés locales peuvent sans doute les rendre très differentes ; pour mon retour j'userai toujours de celle par Kiovie à Brody.

Vous scavés, mon prince, combien exactement dans

tous mes voyages j’aye soutenû mon titre de comte de

Falkenstein, et le privilège qu’il me donne, c*est de n’avoir ni étiquettes ni ceremoniel ni fêtes quelqueconques a subire, ainsi ni accompagnement ni logement ni garde, rien enfin; c’est de cette façon, que la France, l'Italie et l’Allemagne ont bien voulu me traiter et que je m’en suis bien trouvé. J’espère donc, que Sa Majesté f Impératrice m’accordera les mêmes avantages, et sur tout celui, que j'ambitionne audessus de tous les autres, c’est que je ne la dérangé ni l’incommode en façon quelqueconque, et toutes mes vues se réunissent à avoir seulement l’honneur de faire sa connaissance. Je serais donc au desespoir, si elle voulut s’arrêter pour moi plus long temps à Moliylow, que dans les autres capitales de ses provinces , et je préférerais infinement d'avoir l’honneur de la suivre jusqu’ à Smolensk, si elle le trouvait bon, que de F arrêter une heure seule- | ment et] inutilement pour moi à Mohylow. La vie, que Sa Majesté y mènera, me sera certainement la plus chère, et je respecterai ses occupations et ne désirerai pour le comte de Falkenstein que la permission de pouvoir être mêlé parmi les messieurs de sa' cour et de jouir des moments, qu’elle pourra ou voudra donner à la société.

Vous me connaissés assés, mon prince, et je crois en avoir fait mes preuves comme quoi tout, ce que je dis ici est très sincère. Quant à la suite, que je pourrais avoir, je n'ai point positivement encore déterminé, qui m’accompagnera, mais ce seront probablement une couple de generaux et un officier de l’etat major. En voitures: six chaises ouvertes composeront toute ma suite. Comme les chevaux sont petits et les chemins peut être mauvais, en comptant six chevaux par chaque chaise, cela ferait 36 chevaux à

chaque station et peut etre en sus une couple de bidets, si Ton mettait quelqu’un à cheval.

Vous me ferés plaisir, mon prince, de vouloir parler en conséquence au prince de* Galitzin et l'assurer de ma part, combien j'avais été sensible à la façon, avec laquelle Sa Majesté l'Imperatrice de Russie a voulu recevoir mon désir, de Lui presenter ma personne, et combien je lui sçais personellement gré de la façon, avec laquelle il s’est voulu charger et faire réussir si agréablement la commission, dont je l’avais prié.

Vienne, ce 1er de mars 1780.

(Signé:) JOSEPH, Corégent.

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