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Médiocre et rampant: ou, Le moyen de parvenir und Encore des ménechmes

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Pr«is: 1 Mark 30 If.

Qiiclle'iisrliriftcn

ZBF wenere ii iliîiitsciitMi Littei-jitiir

von AlrxaiidiT HIi'IIiiK'

3 blDS D37 a7t 882

ncard.

Médiocre et rauiitaiit le moyen de parvenir

iiiul

Encore dos Méncclimes,

Ahtinick dt'V crsteii Se|iftrnt-Aii8gal(eii voii 17!17 mitl 1802.

MaT Nl»B[i«ïer.

Picard,

on

le moyen de parvenir

nnd

Encore des Ménechmes.

Abdrnek der ersten Séparât- Ausgaben von 1797

und 1802.

Halle, Max Niemeyer.

Za den grlânzendsten Ërseheinan^u des ^hU'ebnteii Jahrhimderts gehôrt unstreitig: der kunstsinni^ £$i^^nhof von Weimar. Selten hat aber auch ein Fttrst' uiltyp. «ine Fnrstin es in gleicher Weise verstanden, mit feineur Yerstândnis for die Knnst das liebenswttrdigstt* Kntgegenkommen far die Ktinâtler selbst zu vorbinden, Qnd dadnreh die genialsten Mânner der Zeit nicht iiur an« zQziehen. sondem anch danemd an sich zu fesHelii, ja sogar anregend nnd erfol^eich auf aie einzuwirkon. Man darf sehr wohl ein warmer Verehrer dieser holien Verdienste um unsere dentsche Natîonallitteratar h^îIh, ohne der kleinen Schwâchen zu verfcessen, w<Ocho Karl Angnst bei allem Wohlwollen fHr die nnter fieinen Aiik<'Ii anfblfihende Poésie doch znweilen verriet. Zii (|)f*^««n Schwiehen jrehôrte eine unfiberwindliche N<;}^jn^ fWt das franzôsiscbe Theater, dessen Beachtnn^ pt ()f>^'tlM« und Schiller anznempfehien nicht mttde wnrd^, trot/d^'m dièse sich ebenso <>ft kflhl, ja abweis^nd <\Hitt'V.Mi v^t hielten. Sehr hezeichnend i^t. wa^ mit UnrknUhf (]n ranf Schiller am 31. Mai 1700 mchrif^b (HrMwt^('hyiv\ mlf «ioethe. lifffT. von Hoxberjcer. ff M. 171):

•Ich habe Comftillpns^ lîndojrnn^*. Vtmp^ nnd Vf* lyeucte srelesen nnd bin ttbfr difr wirklich irminiP' haftijrkeit dieser VVVrkr. dif \ch ^Ht z^^f^ rûhmen hôrte. in Plr^fnnnfn '/rvAffu ffgnflfffl tische Ch-sranisation. ( liarnktrvp ><\\\n> ^^ QncIIenscbriften j.

selbst die Verse bieten die bôcBsten Blossen au. und

die Barbarei einer sieb. e/st bildenden Ennst reicbt

lange niebt hin. sie^j^u t^ntschnldigen. Denn der falscbe

Gescbmack. den Jimn âo oft ancb in den geistreicbsten

Werken finde^ -jççntf sie in einer rohen Zeit entstanden. dieser ist eii nicbt allein, niebt einnial vorzugrsweise. was darac^widerwârtig ist. Es ist die Armut der Erfindunffj*. dte Magerkeit und Trockenbeit in Bebandlnng der Charaktere, die Kâlte in den Leidensebaften. die

\^almiheit und Steifigkeit îm Gang der Handlung, und •' ••• 3er Mangel an Interesse fast durebaus. Die Weiberi^ • charaktere sind klâgliebe Fi-atzen. und icb babe noeb nicbts als das eigentlîcb Heroîsebe glficklicb bebandelt gefhnden ; doeb ist aucb dièses an sicb nicbt sebr reicbbaltige Ingrediens einfônnig bebandelt. Racine ist obne allen Verçleicb dem VortreflTlicben viel nàber. obgleicb er aile Unarten der franzôsiscben Manier an sicb trâgt und im ganzen etrvas scbwacb ist.*

Bei seiner €bersiedelung von Jena nacb Weimar batte Scbiller die Idée, durcb einen bei irnger verlegten Theaterkalender die besten dramatiscben Scbopfungen Deut«cblands und des Auslandes ftir eine Bereicberung der einbeimiscben Btlbnen nutzbar zu macben. Der Herzog ergriff, freilicb in seinem eigenen Sinne, die Sacbe aufs ei^gste, und scblug zunâcbst eine Bearbeitung des Voltairescben Mabomet vor. Schiller erkannte an, dass, wenn einmal ein Versucb in dieser Kicbtung gemacbt werden mfisse, das genannte Btûck sicb dazu vielleicbt nocb am besten eigne. Docb klingt aucb ans seinem Briefe vom 15. Oktober 1799 (II, 219) an Goetbe nocb deutlicb genug seine Abneigung gegen aile Plane der Art beraus.

'Demnngeachtet', schreibt er, VflTde ich Bedenken tragen, fthnlîche Versnche mit anderen franzOsischen Ktttcken TurzuuehmeD, dena es giebt schwerlich noob ein zweites, das dazn tflchtig ist Wenn man iD der Ûbereetznng die Manier zerstSrt, ao bleibt zn venig poetisch Menschlicbes ttbri^, und behSlt mui die Manier bei nnd sucht die Vorzflge dereelben auch in der Ûbersetznng geltend zn machen, so wird man das Pnbliknm verschencben.

Die Eigenschaft des Alexandrinera, sich in zwei gleîche HSlften zn trennen, und die Natnr des Reims, ans zweî Alexandrinern ein Couplet zn machen, beetimmen nicht blogs die ganze Sprache, sie beatimmen anch den ganzen inneren Geiat dieser Stflcke. Die Gharaktere, die Gesinnungen, das Betragen der Personen, ailes stellt sich dadurcti nnter die Regel dea Gegensatzes, nnd wie die Geige des Mnsikanten die Bewegnngen der Tânzer leitet, ao auch die zweisehenklige Natur dea Alexandriners die Bewegnngen des Gemfits nnd die Gedauken. Der Verstand wird nnnnterbrochen aafgefordert nnd jedea Geflibl, jeder Gedanke in dièse Form, wie in das Bette des ProUnistes gezwângt.

Da nnn in der tîbersetznng mit Anfhebnng des aleiandrioischen Reims die ganze Basia weggenommen wird, woranf dieae Stfieke erbaut warden, so kônnen nnr Trttmmer abrig bleiben. Man begreift die Wirknng nicht mehr, da die Ursache weggefallen i

leh fiirebte also, wir weiden ia dieser Q Nenea fïr unsre dentsche Bllhne a es nicht etwa die bloBSen Stoffe e

Eb mag auch Goethe Obeni haben, als er dem Hersog ^ j

Nabomet nacht^. tchMi mitien im Werfc katî-r -tt d:--

rethte L»3l daran verloren nwi vollt^ liettr an M-hillrr-

Arbeiien sicb erbau» iBriefv. IL Ûi3: Dî^ AnfahriiDs

d*» Tollendeieii $tûete> ï4-k^ini betm Pu^Hknm eincn

é^ir zweîf<elhaften Eriols erransm m haWD. wit- an<

Fnm Htrdeis TittU in einem Brôfe an KoeWl h^-rr.T-

gvht. Sie nihini zwar den WoUkUoç der ■i•:•e:hrs-^ht-n

8pnrhr. i^t aber eapôrt âb^r den Inball dr» ^^sôckt^

ennïset âb^r ~dte Zierenei der Kan^t ani^ Deois^bir mit

dem ^iuôâs«hen Koibnm zy be^rhenkrii. «eîl r- iÎt

Hmt von Haaren dnrrb den H^iz^t^ S" besTell; haï.'

Sjnd docb «nrh $cbiU«r$ Scanz^n -an G<vihe. ab rr den

Habomet von VAloire anf die Bfihne bncbîe'. in âhn-

licber StîmniBDp ç^^farieben. nnd klin>:T es à-«h fa$i

irie eine Eatsebuld^mg de$ Frenode?,. wenn er s^^rt:

Skbt MOïieT rwar darf nns der Fninke werien;

Abï $einer Kunst spriebt kein lebendsvr iV'.st:

De$ Inl^hen An^tand^ pnutkende <^beràen

Vet«ohinibl der Sinn. der nnr da> Wahre piei>i;

Ein Ffibier nnr znm Be^^^ni <»ill er «erùen,

Al> fpSier anch ni-oh derTsnrri'd ïn AnjrrïÈ" ^-y*nomnien wnrde. ertliir lii^ihe. er thoi ûi<? -;n ïj- ■uuurelnn!: de^ OfBM< eisener )*ri«dnkri<n .Rritm. II. H9'\ nnd in der Hoffiion^. es wercle -m irmen nvUrn Eï1àkniiU!en belfrn" ilL iààL l'nd in ùer Tiial. rta> ETperiment der bier in Aihsirbi çvnoinTnen<n th-'ni«beint ftir die Bwm von Mo^ina tin.- AnT^OTni: çy'çeben ra baben.

Sebiller mit ^iner Ffille eiirener drasutiH-heT Ideen

Reihe, und erst im Anfange des Jahres 1803, als er die Braut von Messina beendet, machte er sich wie zur Erholung an die von hôchster Stelle empfohlenen Theatralia, deren Durehsicht er bis dahin fttr eine nnntitze Zeitvergeudung batte halten mûssen. Aber auch jetzt wollte sich zunâcbst immer nocb nicbts finden, ^das ihn erfreut oder das sich irçend zu einein Gebrauch qnalificiert hâtte.' Anf besondere Anregung, wahrscheinlich seitens des Herzogs selbst, begann er endlich am 28. Mârz die Ûbersetzung zweier Lustspiele von Picard, welche ihm leidlich gefîelen: Médiocre et rampant ou le moyen de parvenir, und Encore des Ménechmes. Er gab ihnen die Titel 'der Parasit' und 'der Neffe als OnkeP und war schon am 12. Mai mit beiden fertig, sodass die Rollen ausgeschrieben werden konnten. Am 21. Mai berichtet er ûber die Auff[ihi*nng des Neffen als Onkel an Goethe mit den Worten : 'Mein kleines Lustspiel hat das Publicum sehr belustigt und macht sich auch wirklich recht hûbsch. Es ist mit vicier guten Laune gespielt worden, ob es gleich nicht zum besten einstudiert war, und unsere Schauspieler, wie Sie wissen, gern sudeln, wenn sie nicht durch den Vers in Respekt erhalten werden. Da Plan und Gedanke nicht mein gehorten und die Worte extemporiert wurden, so habe ich mîch um die Vorstellung selbst keines Verdienstes zu riihmen'. Der Tarasit' konnte nicht mehr einstudiert werden, da die Darsteller der Hauptrollen, Graff und Becker, in einem anderen nacli dem Franzosischen gearbeiteten Lustspiel Niemeyers ('die Betrogenen'), welcheK in Lauchstâdt zur Darstellung gelangpn solltc», vollaiif •^Sftijçt waren.

'*te Bemerkung liber das Exteiii])()rieroii nii- »ht sich dieselbe natlirlich nur aiif die

fri^kfn't <ti^ fiftwitçiinp. «iiTOçeCren ui •Iaë '>r iirna i an. frnAT (f^tttslw^ itîirh oanii^emâné die BeiiaaiIItui;; der Vffrlft?': in) t'araniten- w«ï1 hier der AlexuDdnner in

trwdwi tmumtf.: •^hf^ieieh »iieh bei die:^m StQeke an der Cjkftniimir., ja an An Hpnthe de» Oritrinab verhàltniâmJtMiff nnr wt-nig f;nindeTt woiden isL Im Ful^nden Kilarwfrn Imid)! Ijurtspiele in der Gestalt. nie âi« Schiller vorlBKftR, ZBm Abdrncfc, nnd es wird damit einem itiilf-ti mt'fglii:h, ttich von der Rîchtigkeit der oben anfgttnUiWli'.H f)<!liau|itDnK*^n dnrch den Angenaehein zn tiber- ZfiUKt'ii. /'Ur Vftrninfachnng des Dmckeâ 'ut die ali^cekllritti' itt'ZiiiRhnuDi; der ['eraonen dnrcL Bnchsiaben, HUHNcir in den (îberëchritteD der Scenen. voi^ezogen ttoriliiii; dHbni untcliicn es der leicliteren Orientiening w«K«n nlit praktiHch, in 'Encore des Ménechmes' nacb iltiin ViirKaiiK" 'l^'' xp&teren flberarbeiteten Sammelaii^- ItHltnii nir did bciden Dorsi^y die Uutei-scheidun^n 'l'iiiidlt'' Uiiil 'iH'Veii' einKafnhren und demgemiiss aucli fin pHnr KltùniK^eitcn in den seenisclien Anweisunjien HlnuHiidt'ni.

l.ouiM Itenoît l'ifard, frehoren za l'.-irls .m» \V. Juli I7til>. gestorliMi ebeudnseibst ajn 31. Decemher IHSH. Mlljtlifd AvT Akademie. wnr einer der finehtbttrslt'it l.initKiiieUUi'hter Krankn'ichs. Seibst !^o^lall^pieler ^1~^'t 180T1 nud lnteud.tHt mebrei-er Bnhnen der ((«HittMtHdl vl^*M IHiOl. leitete <'T inletzt daâ tkêÂtre ftsHV"*'' '**'■ '^■"''•x ^■''H ï^hîlWr nbtr?*tit«n KcnnCdien

Médiocre et rampant ou le moyen de parvenir, comédie en cinq actes et en vers. Représentée pour la première fois sur le théâtre français, le jer Thennidor, an cinquième. Par L. B. Picard. Paris, Huet. An V(ou 1797). 8«.

Encore des Ménechmes, comédie en trois actes et en prose. (Représentée pour la première fois en 1791). Paris, Huet. An X (1802). S©

Neu gedruckt, aber mit zahlreichen Verànderungen, wurden sie im Théâtre de Picard, Paris 1812 (6 voll.) und in dessen Oeuvres, Paris 1821 (10 voll.). Intéressant ist es zu sehen, wie der Verfasser hier ûber die «igenen Kinder seines Geistes urteilt. Am Schlusse dièses Bândchens ist deshalb die Vorrede zu ^Médiocre' nach der Ausgabe von 1821 abgedruckt. Von den *Ménechmes' sagt er ebendaselbst : 'Cette comédie est la première qui me valut quelque apparence de succès. Je la trouve bien faible, et je tremble que le lecteur ne la trouve encore plus faible que je ne pense. Toutefois je ne peux résister à l'envie de la placer dans mon receuil, tant nous avons de prédilection pour nos premiers enfants!'

Zur Erklârung des Titels *Encore des Ménechmes' muss bemerkt werden, dass derselbe gewâhlt ist mit ausdrticklicher Bezugnahme auf eine Komôdie des Regnard (1665 — 1709): Les Ménechmes ou les Jumeaux, comédie en cin(i actes et en vers. Paris (Ribou) 1706.

Den Text von 'Médiocre' gebe ich nach dem auf der kôniglichen Bibliothek zu Berlin befîndlichen Druck, mit Berichtigung etlicher Errata. Von den 'Ménechmes' giebt es meines Wissens nur noch ein Exemplar, und

zwar in der k. k. Bibliothek zu Wien; tlie frenndliche Vermitteluii^ des Generaldirektors Herrn Prof. Dr. Wilmanns zu Berlia ermOglichte mir die Benatuong des Bâches am hiesigen Orte. Leider feUt anch dem Wiener Exemplar daa Titelblatt nebat dem Personen-Verzeichnis; daa letztere mnsste also nue der Gesamtansgabe von 1821 et^ftnzt wenlen, ans welclier ancb die in eckige Klammem eingeBcbluBHene Bfiknen-ADweisun); Btammt. CbrigenB wird bier fllr das Motto des Titelblattes (Médiocre et i-ampaat, et l'on parvient à tout) als Quelle augegeben nicbt 'Folle Journée', sondevn 'Mariage de Figaro'.

Berlin, im Januar 1888.

Alexander Bieling.

ou

COMKDÏE EN CraQ ACTES ET EN VERS

Représentée pour la première fols sur le THÉÂTRE FRANÇAIS, le 1" Thermidor, an cinquième.

Far L B. PICARD.

Médiocre et rampant, et l'on arrive à tout.

Folle Joamée, Aute III.

A PARIS, IT. Ubnire et Editeur de Pièces Ure, rue Vivienne, No. S.

Personnages.

Acteurs.

A ris te, Minisire

Firmin, I ^ , . , , r^ Dorival l ^^P^^y^^ «^^^ '^* Bureaux

T«»^/.v.J 1 ^^ Minisire

Larocne, |

Charles, fils de Firmin, jeune Officier

Michel, Valet-de-chambre du Ministre

Bob in eau, cousin de Dorival

Mad. Dorlis, Mère du Ministre

Laure, fille du Ministre

Un valet

Vanhove

Florence

Vigny

Saint-Fal

Dupont

Varenne

Picard

Mad. Mole

Meiie Mézerai

Valville

La Scène est à Paris dans le premier cabinet

du Ministre.

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