‹ Preussen und Frankreich von 1795 bis 1807Chapitre 130 sur 234 · Dentfhrift des Grafen Saugiwik · texte numérisé non relu

Dentfhrift des Grafen Saugiwik

Eoncept von Du Bois, mit eigenhändigen Correcturen von Haugwiß. ohne Unterfchrift und Datum,

Perfëntides. ble Folgen eines Sieges der Coalition ohne Ebeilnabme Preufens. Berechtigung und Nothwendigfeit des Vorgehens Preußens gegen Frankreich, welches ben Frieden von Bafel gebrochen bat.

Aufgefordert durch die Befehle des Königs, meine Gründe für die in der/Mitte Juni.) gegenwärtigen politischen Lage zu nehmende Partie noch einmal auseinander zu feben, wird mir der Höchjte Grad der Freimüthigkeit, die in meinem Herzen immer ungertrennlid von der tiefften Ehrfurcht ift, doppelt zur Pflicht, und jo peinlich aud) an fich für mic) der Kampf ift, jo ift er doc), ich fann e8 nicht verfennen, ein neuer und unidübbarer Beweis des allerhöchjten Vertrauens. Dies giebt mir neue Stärke, und jo gewiß ich bereit bin, meinen letten Blutstropfen für den König und feinen Staat aufzuopfern , ebenfo muthvoll werde ich, meiner Pflicht und der Wahrheit treu, allein nad) meiner Überzeugung jpreden. Auch wünfchte id, entfernt von aller Schmeichelei, ausdrücden zu fönnen, mit welchem hoben Gefühl von Refpect die Bedenklichkeiten des Königs, jelbit die nen angeftrengten Prüfungen über den Weg, den er einzuichlagen bat, mich erfüllen. Sie find ein untrüglicher und dem Herzen eines

1) Am 14. Guli fchreibt Sandoz: Talleyrand m'a confié qu'il avait donné la veille sa démission, et qu'il la répéterait jusqu'à ce qu'il l’obtint.

312 Urtunben No. 267.

1799 treuen Diener jo woblthuender Beweis, wie ernftlid der Monarch mit jeinem

Mitt Gepiffen zu Nathe geht, wie Lebhaft ihm feine Pflichten vor Augen ftehen,

und wie jehr ihm Alles daran Liegt, fie auch von feiner Seite vor Gott und

jeinem Volke treulich zu erfüllen. Läge irgend eine Erfaltung in der Erfül-

lung der meinigen, fo wirde diefe Überzeugung allein mich mit neuem Feuer

beleben. Gewiß aber joll fie mich je mehr und mehr zu einem fühnen und wahrheitsvollen Gang aneifern.

ES Liegt tief in der Überzeugung des Königs, daf durd) die Partie, die Preußen in dem gegenwärtigen Augenblid nehmen wird, fich vorzüglicd) die Ahtung und das Vertrauen gründen werde, welche der Monard) fich in feinen äußern und innern Verhältnifien zu erwerben hat. Im den äußern wird e8 die Grundlage des Fünftigen Berhältniffes Preußens mit dem übrigen Europa. Meniger die Rrone, die ihm im Anfange diejes Jahrhunderts erworben wurde, als das hohe fricgerifhe Genie Friedrich's IL. haben Preußen in den Rang der erften Mächte Europa’3 erhoben. Unter den Continental-Mächten theilt e3 benfelben in der gegenwärtigen Zeit mit Rufland und Defterreih. Was aus Frankreich werden joll, wird erft der Ausgang zeigen. Die beiden erit: gedachten Mächte ftehen mit 450,000 Mann im Kriege geübter Truppen auf dem Kampfplate. Welches aud die Nebenabfichten der Theilnehmer fein mögen, jo bleibt immer das Hauptmotiv der Coalition: das durch die franzöfiiche Revolution geftörte und noch vor kurzem mit dem gänzlichen Umfturz bedrohte Gleihgewicht von Europa wiederherzuftellen und dadurch den rie den für die Zukunft zu fichern.

England als commerzivende Macht hat ein vorzüiqliches Antereffe an der Wicderherjtellung der Ruhe und des Gleichgewichts auf dem Kontinente. Die nördlichen Küften Deutjchlands find in diefer Rüdfidt für Großbritannien von der erften Wichtigkeit. ES wird daher Alles anwenden, um denjenigen Theil diefer Küften,, der in den Händen der Frangofen ift, ihnen zu entreifen und dadurch den übrigen zu fichern. Seine Flotten im Dcean und mittel- Ländiichen Meer, jo wie die durch englifche Subfidien bewaffneten Truppen des ruffiichen Kaifers, kämpfen vorzüglich für diefen Preis. Aber e8 entgeht dem Scharfjinn des britifhen Gouvernements nicht, daß die Befreiung Hollands jelbjt und die Sicherung feiner Fünftigen Independenz von Frankreich auf eine folide Art allein das Werk von Preußen jein kann, befonders aber darum, weil Preußens eigenes Interefje mehr als das irgend einer anderen Macht die Independenz von Holland und die Entfernung der franzöfifchen Grenzen von der Seite erfordert. Œrbält es aber ein für alle Mal die Überzeugung, dak Preußen eine jede Concurrens zur Wiederherftellung und fünf: tigen Sicherung der vorigen Eonfiltenz Hollands verjagt, jo wird e8 alle feine Mittel anftrengen, um durd) Zuziehung anderer Mächte feinen Zwed zu er: reichen.

Dentichrift des Grafen Haugwit. 313

Eine foie Lage der Dinge wiirde nothwendig Rußland und Ofterreich den entjcheidenditen Einfluß auf denjenigen Theil von Europa geben, der! durch die wanfenden Waffen der franzöfischen Republif nicht mehr vertheidigt wird. Dfterreicdh bleibt Meifter von Italien, und in Deutfchland vereinigen die beiden Kaijer ihre Macht dergeftalt, daß jelbft wenig Hoffnung übrig bleibt, diejenigen Fürften des Neichs, welche die bisherige Politik an Preußen gefettet hat, länger in diefen Feljeln zu erhalten.

Welches würde alsbann Preußens Lage fein? An feinen Grenzen des feften Landes von Dften, Süden und Weften umgeben mit friegfübrenden Mächten, mit Mächten, deren Gefinnungen ihm das gerechtefte Miftrauen einflößen müßten , und die, welches auc) die militärische Macht Preußens fei, denn doc den unverfennbaren Bortheil über dafjelbe erworben hätten, daß alle ihre Armeen aus wirklichen mobilen und geübten Truppen beftehen. Es ift indeß wohl zu erwarten, daß, jo lange als der Kampf mit Frankreich dauert, man Preußen ruhig aber ifolirt fteben Laffen würde. Sobald aber mit Sranfreich, (c3 fei mit gänzlicher Schwächung defjelben, oder durch gegen: jeitige Convenienz , oder durch Heritellung irgend einer Ordnung der Dinge, zu welcher Die fiegreichen Mächte beigetragen hätten) , der Friede abgejchloffen wäre, und die von ihren Siegen zurüdgefehrten Truppen am Niederrhein , in Sachen, Böhmen, Mähren, Galizien und längs der Weichjel, des Bugs und des Niemens mobil ftänden, — welches ift dann Preußens Lage? Wer kann, wenn Ofterreid und Rufland , verbunden mit den übrigen Fürften des beutjen Reich , welches auch immer die perfönlichen Gefinnungen diefer lebtern jein mögen, eine fo ungeheure Macht zu ihrer Dispofition haben, — wer fann, wage ich zu fragen, dann für die Abficht der erjtern ftehen? Sollte Ofterreich vergeffen haben , daß jich Preußen erft feit 60 Jahren zu feinem Rival empor: geichtwungen hat? Nein, e8 liegt unverkennbar in dem Syftem des Wiener Rabinets die preußische Macht, fobalb e8 die Gelegenheit dazu findet, in Die Berbältniffe der Markgrafen von Brandenburg zurüdzufeßen. Bolitiich thoricht würde e3 immer von Nufland gehandelt fein, in Abfichten diefer Art einzugehen. Aber was ift nicht von dem perjönlichen Charakter des Kaijers Paul zu erwarten? Welches aud immer das Intereffe Englands fein mag, Preußen nicht fallen zu Laffen, fo wäre doc) unter biefen Umftänden nichts von ihm zu erwarten... .

Was würde nun Preußen mit folchen Erwartungen für eine Partie zu nehmen haben? Wenn nach abgejchloffenem Frieden mit den Grangofen die fieggewohnten Truppen der beiden Kaifer an die preußijchen Grenzen zurüd: fehrten? E83 bedarf einer gewifjen Zeit, che die preußische Armee mobil gemacht werden fann. Schreitet man zeitig zu diefer Maßregel, jo wird fie eine Pro: vocation; gefchieht c3 zu jpät, jo haben die Feinde Halb gewonnenes Spiel. Ich babe zwar bas gerechte Vertrauen zur treuen Anhänglichkeit und Energie

Mitte Juli,

314 Urtunben No. 267.

1799 Der preußischen Nation, daf fie in einem folchen Fall alles aufbieten würde, (Mitte Juin unter dem Scepter des geliebten Monarchen zu erhalten. Ich babe daher jelbft von den Mitteln, einen folchen Krieg zu führen, welche leider unjer gegenwärtiger Finanzzuftand nicht darbietet, Feine Erwähnung thun wollen, weil aladann allerdings der lebte Pfennig in der Tafche eines jeden Preußen bereit ftehen müßte. Nur muß id als Finanz-Eonfideration noch erwägen, dag wenn Preußen fid) in dieje tfolirte Lage, von der hier die Rebe ift, febet,

jeine Finanzen täglich abnehmen mifjen . . .

Commercielle Rachtheile einer Entzweiung mit ben Seemächten.

Rad meiner Überzeugung und nad) der forgfältigften Prüfung der Stimmung des Bublicnms weiß id, daß ein nicht geringer Theil defjelben ent- Ichieden für eine gewiffle Theilnahme an dem gegenwärtigen Kriege ftimmt. Wie viel mehr aber würde e8 der Fall fein, wenn durch die Nicht-Theilnahme Commerz und Eireulation gehemmt würde? ...

Wenn indef die vorzüglichfte Gefahr, die Preußen auf den Fall, daß es eine jede Theilnahme an der gegenwärtigen Lage von Europa verfagt, in DOfterreich8 Bolitit in Abficht Preußens Liegt, fo wird e8 allerdings höchft wichtig zu erwägen, ob Ofterreid mit Zuziehung von Rufland feine auf die Schwähung Preußens zielenden Abfichten nicht ebenfo gut und vielleicht eher erreichen könnte, wenn Preußen der Coalition beiträte, und im Laufe derfelben fi) in gleichem Maße wie die beiden übrigen Schwäche?

ES bleibt nun zwar wohl augsgemadjt, daß England, als das Haupt: Mobile der Coalition, auf den Fall, daß Preußen feinem alten Syftem in Abfiht Hollands treu bleibt, auf feinen Fall zugeben kann, daß Preußen gejhwächt werde, inbeffen foll Preußen über diefen wichtigen Gegenftand feinem mehr als fid) jelbjt trauen und auf jeine eigenen Kräfte bauen können.

Um diejes zu erweifen, jei e8 mir vergönnt, nunmehr als ein Gegenftüd zu dem vorftehenden Gemälde, welches Preußen in feiner ifolirten Lage darjtellt, diejenige auseinander zu feben, in welche fi Preußen auf den Tall jebt, wo e8 mit England und Rußland, vorzüglicd) aber mit der erfteren Macht, fid) über die gegenwärtige Lage der Dinge einverfteht.

Seit dem Bajeler Frieden ift Preußen aus der Coalition gegen Frankreich getreten, umd feit diefer Zeit ift wenigitens von Seiten des hiefigen Rabinets nie Die Rede davon gewejen, wieder in Die Coalition einzugehen. Welches auch die Tentativen gewejen find, die man, jedocd) nur auf eine indirecte Weije, von Seiten Rublands in diefer Abficht gemacht bat, fo hat man doc) immer gewußt, fie Hiefiger Seits gehörig abzuweifen. Aber bei der gegenwärtig zu nehmenden Partie ift die Rebe davon , ftandhaft bei Dem Syften zu bleiben, welches Preußen bei Abjchluß des Bafeler Friedens annahm und auf welchem jelbft jeine Verhältniffe mit Frankreich gegründet find. Was bicie Lebteren

Dentidrift des Grafen Haugwiß. 315

anbetrifft, fo beftehen fie vorzüglich darin, da Preußen bis zum Abjchluß des 1799 Friedens dem franzöfiichen Gouvernement geftattete, feine jenfeit dem Rhein Mitt Iuti. liegenden Provinzen in militärifchem Befit zu behalten, fid) aber den politifdjen und Eivil-Befit ausdrücklich refervirte. In Abficht Hollands ftipulirte aber Preußen ausdrüdlich, daß nad feinem MBunid, die alte Ordnung der Dinge wieder herzuftellen, e8 das fogenannte batavifche Gouvernement auf feine Weife anerkennen würde, fondern auf die Wiederheritellung der Statt: halterichaft dringe, und das desfalls zu treffende Arrangement bei dem General: Frieden, zu welchem nothwendig England concurriren muß, zu nehmen fei.

In diefer Zwilchenzeit ift der Friede von Campo Formio gejchloffen wor: den. Durch die geheimen Artikel diefes Friedens bat Frankreich fomobl den Bafeler Frieden in Abficht einer eventuellen Geffion unferer jenfeit dem Nhein gelegenen Provinzen als aud) die mit Preußen abgejchloffene Convention von 1796 in Betreff des Haufes Dranien gebrochen. Preußen bat aljo nicht allein freie Hand, feine eignen Provinzen wieder zu occupiren und die Franzojen aus Holland zu vertreiben, fondern es tft zu beidem als Souverän der eritern und als Garant der Gonftitution von 1788 verpflichtet. Wenn Preußen beides heut von Frankreich verlangt und auf den Fall der Weigerung e3 mit gewaffneter Hand durchjegt, jo fann Fein Menjch in der Welt vertennen, daß in diefer Handlung von Seiten des Monarchen irgend etwas anderes fei al3 Erfüllung feiner Souveränetäts-Pflicht. Seine treuen Linfsrheinifchen Unterthanen haben hiezu ein gegründetes Recht, und fo lange die Tractaten von 1788 beftehen, hat England und Holland nicht minder gegründete Rechte.

Diefe Grundfäße find evident, beruhen auf Thatfachen, und fie miüffen nothwendig den Beifall von ganz Europa erhalten. Frankreich fefbft kann ihnen nichts entgegenfeben. Will das lebtere aber noch mit jeinen geidwädten Kräften gegen Preußen feine alte alle Ordnung der Dinge über den Haufen werfende Politik fouteniren, weil e8 vielleicht wähnt, daß e8 Preußen an Energie fehle au von feiner Seite feine Rechte zu behaupten, jo bleibt freilich nicht anders übrig, als diefe Rechte mit den Waffen in der Hand durchzufeßen.

Bei einer nähern Auseinanderjegung der Motive, welche den König bewegen, unter den gegenwärtigen Umftänden diejenige Partie zu nehmen, wovon jebt im Einverftändniß mit England und Rufland die Rede ift, wird es fi hinlänglich zeigen, daß nicht der König an Frankreich den Krieg erklärt, jondern daß, nachdem das franzöfifche Gouvernement burd den Frieden von Campo Formio feine Berbültniffe mit Preußen gebrochen, daß, nachdem das Directorium, nach dem eigenen Geftändniß der heutigen Machthaber in grantreid, den Reichsfrieden nicht bat abjchliehen wollen, Preußen nunmehr nicht Länger mit Gleichgiltigkeit feine Provinzen der franzöfischen Ufurpation überlafjen und ebenfalls nicht dulden fann, daß das franzöfische Gou-

316 Urkunden No. 267—268.

vernement fich über Holland ein Recht anmape, welches ihm nicht gebühret.

Mitte Juli g3 ift möglich, daß durch den Weg der Negociationen oder durd) eine endliche

Juli 17,

peremptorifche Declaration der Zwed erreicht werde, aber ohne Anwendung und Vorbereitung von kräftigen Mitteln fann man fich deffen nicht chmeicheln, und daher ift ein Einverftändnig mit England und Rußland unumgänglich) nothwendig.

Endlich bleibt mir noch) übrig zu beweifen, daß ein jolches Einverftändniß Preußen auf feine Weije Schwächen, fondern e8 in den Stand jeßen würde, in feiner ganzen Stärke und mit verdoppelter Energie in den Berhältnifjen mit allen feinen Nachbarn zu ftehen.

Wenn der Seiner Majeftät in der erften Esquiffe vorgelegte Plan ') befolgt und nad) demjelben das Einverjtändnig mit England und Rußland getroffen wird, jo müßte die Cooperation von Seiten Preußens ungefähr mit 60,000 Mann oder einigen 50,000 Gombattanten beftehen. Imjofern die Hannoveraner, Sahfjen und Hefen dazu cooperiren, fo wiirde der Herzog von Braunjchweig,, dem vermutblid das Commando diejer gefammten Truppen anvertraut werden fodte, eine Armee von S0— 90,000 Mann commandiren. Die Rufjen , welche ihm zur Seite operirten, würden von dem Augenblid an, e8 treten Berhältniffe ein, welche da wollten, Preußen nicht mehr die geringfte DOmbrage erregen fünnen. Und was follte Rußland wohl irgend auf einer andern Seite wagen fünnen, nachdem c8 mehr als 110,000 Mann auf der ungeheuren Linie vom mittelländifchen Meer an bis an den Main auf fremdem Grund und Boden ftehen, und faum 50,000 Mann in feinem unermeßlichen Neiche dDisponibel übrig behält? Preußen bebielte indef 170,000 Mann in dem Bezirk feiner Staaten, wovon der größere Theil an der Nähe der ruffiichen Grenze fteht, und Preußen könnte zugleich) mit Gewißheit auf die fid) in Netivität befindende Armee unter den Befehlen de8 Herz0g8 von Braunichweig rechnen.

Indem ich der bôditen Beurtheilung Vorftehendes unterwerfe, wage ich e8 fo dringend als chrfurchtsvoll um eine definitive Entjcheidung zu bitten. Die Ehre des geliebten Monarchen erfordert, daß die Ungewißheit, in welcher man bis jebt Die eingeleiteten Negociationen bat chweben Lafjen, gehoben werde, und das Wohl feines Staates dringt mir nochmals den heigen Wunjch ab, daß die zu nehmende Entjchliegung e8 befördern möge.

268. König Friedrich Wilhelm III. an Graf Haugwis. Charlottenburg 1799 Juli 17.

Diundum (Lombard), gez. Frédéric Guillaume.

Abichnung binbenber Vereinbarungen mit Rußland und England.

Vous avez été témoin, mon cher comte, de la position pénible où je

1) Ein Bertragsentwurf, über ben Th. Greuville und Daugwit fi verftändigt hatten,

Friebrih Wilhelm III. und Graf Haugwit. 317

me suis trouvé depuis deux mois. La crise politique de ma monarchie, 1799 la nécessité de prendre un parti sur les moyens de l'en tirer, m'ont Juli 17. affecté vivement. C'est le désir de bien faire, celui de m'instruire, qui ont suspendu mes résolutions ou qui les ont balancées. Je dois les déterminer enfin, et c'est autant à l'ami qu'au ministre que je les confie dans ce moment. J'ai puisé dans vos entretiens et dans vos mémoires des idées aussi lumineuses qu'utiles. L'importance dont il est pour la Prusse que la Hollande soit indépendante, les titres qu'elle a à réclamer, dès qu'elle voudra le faire, ses provinces d’outre-Rhin, la nécessité d'affaiblir de ce côté-là le colosse qui pèse sur elle, tous ces principes, vous les avez développés avec tant de clarté, tant de logique, que la discussion n'a plus porté depuis que sur le moment et le mode. En faisant cause commune avec les cours d'Angleterre et de Russie pour obtenir un but si essentiel à la Prusse, sera-ce en concertant dès à présent avec elles l'époque et les moyens, en prenant des engagements dont je ne puisse plus revenir, ou simplement en convenant vis-à-vis de ces puissances du vœu qui nous est commun et en leur faisant espérer pour un avenir non déterminé, dont moi seul je resterais juge, le concours que ma position me permettra ? Telle a été la question.

Vous avez épuisé la matière, et ce n’est pas ici le lieu d'y revenir. J'ai senti toute la force des raisons qui conseillent le premier parti, et elles n'ont cessé de balancer les motifs qui parlaient pour l'autre que parce que ce dernier, je l'avoue, fait moins violence à mon cœur. Jaloux de la dignité de ma couronne, mais jaloux du repos et de l'amour de mes peuples, à la veille de le compromettre peut-être par une guerre dont rien ne garantissait au fond ni la durée ni l'issue, je souffrais de penser que mes idées les plus chères, que mes plans favoris allaient être sacrifiés ou suspendus pour longtemps, et j'embrasse enfin le système qui, en reculant l'explosion, m'offre du moins l'avantage d'attendre les événements et de ne passer aux mesures extrêmes que quand moimême je jugerai qu'on ne peut plus les suspendre !).

Telle est ma résolution, mon cher comte. Plus j'ai dû la prendre, plus j'ai besoin dans ce moment de vos conseils et de votre zèle. Les prétentions des cours de Londres et de Pétersbourg, des espérances peut-être déjà conçues, rendront les relations avec elles, si précieuses cependant, difficiles à ménager. L'assurance de penser comme elles, quelque expresse qu’elle puisse être, des promesses de concours, mais indéterminées quant au temps, seront peu de choses aux yeux de puissances si exigeantes. Il faudra beaucoup d'art pour faire marcher de

1) Uuridtig citirt bei Rante, Harbenberg 1, 407.

Juli 17,

Juli 17.

318 Urkunden No. 268— 271.

pair ma constance à refuser des engagements positifs, et mon désir d'entretenir avec mes alliés les rapports dont je connais aussi tout le prix.

Les ouvertures adressées à la mission française, l'accueil qu'elles rencontreront, les suites qui pourront successivement en résulter, développeront peut-être un ordre de choses qui vous fournira des moyens et portera conseil avec lui.

En attendant, oceupez-vous avec votre zèle ordinaire du système que je me prescris d'aujourd'hui. Étudiez tout ce qui peut ajouter à ses avantages et diminuer ses inconvénients. Communiquez-moi toutes les réflexions qu'il vous fournira et tout ce qui vous paraîtra jeter du jour sur son développement. Venez à moi avec confiance chaque fois que vous aurez des ouvertures utiles. Soyez-moi en un mot ce que vous me fütes depuis deux ans. Je n'oublierai jamais ce que j'ai dû dans cette occasion à vos Inmieres, à votre zèle, à votre franchise, et suis avee autant de reconnaissance que d'amitié . .. .

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