‹ Terrain jurassique de MoscouChapitre 2 sur 211 · VON J. AUERBACH · texte numérisé non relu

VON J. AUERBACH

Der fast gänzliche Mangel an Versteinerungen oder deutlichen Ueberlagerungen machte bisher die geognostische Bestimmung der Sandsteine unseres Gouvernements zu einer hôchst schwierigen Aufgabe und ich glaube daher zu deren einstiger Lôsung einen nicht unwillkommenen Beitrag zu liefern, indem ich einige V'rsteinerungen aus dem genannten Gesteine, die ich kennen zu lernen Gelegenheit hatte, zu beschreiben versuche.

Die erwähnten Petrefacten sind in einem feinkôrnigen, ziemlich festen Sandsteine enthalten, welcher sich am nôrdlichen Abhange eines Hugels im Klin’schen Kreise des Moskovischen Gouvernements (6—7 Werste NO von Klin, etwa 3 Werste von dem Kirchdorfe Klenowka ) in losen, zerstreuten Blôcken von 2, 4 bis 6’ Durchmesser, fast un-

mittelbar unter der Dammerde, von thonigem Sande umgeben, vorfindet. Diese Blôcke haben eine abgerundete, nierenfôrmige Gestalt, sind auf der Oberfliche und den Kluftilächen bäufig von Eisenoxydhydrat braun gefärbt , innen aber meisientheils von einer oleichmässigen, grauweissen Farbe und enthalten zuweilen ganze Lagen verkohlter Pflanzenreste, die zwar meistens sehr zerstückelt, und daher unkenntlich sind, aber doch einzelne, deutlich erkennbare Abdrücke hinterlassen haben.

Unter diesen deutlicheren Abdrücken sind es vorzüglich zwei, welche eine nähere Bestimmung zulassen; sie scheinen beide unzweifelhaft von Pflanzen aus der Familie der Farren herzustammen und zwar môchte die eine Art ('Tab.IV. fig. 1, a, 4. Tab. V. 7 ), wegen der mit der ganzen Basis an die Spindel angewachsenen Fiederchen und der deutlichen Mittelnerven (fig. 7 ) der Gattung Pecopteris, Ad. Brocn. zuzurechnen sein und etwa in der Nähe des Pecopteris Oreopteridis Ad. Brocx. (*) Cyatheites Oreopteridis, Gôrr. (*) ihre Stellung finden, die andere ( Tab. IV. fig d31b et 2) aber der Gattung Scolopendrites, welche Gôppert gewiss mit dem grôssten Rechte von der provisorischen Gattung Filicites, Ad. Brocs. getrennt hat, einzureihen sein. Sie ähnelt dem Scolo-

(") Ad. Brocx. Hist. des végét. :foss. tom Î. pag. 317, tab. CIV et CV.

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("") H. À. Gôrrert, die fossilen Farrnkräuter, pag. 323.

pendrites Jussieui, Gôpr. (*) (Filicites scolopendrioides Ad. Brocn. (**) ist aber doch wesentlich von ihm verschieden, indem bei der genannten Art die länglichen Fruchthaufen sich nach den Enden zu verschmälern und mit dem Mittelnerven einen Winkel von etwa 30° machen, während bei unserer Art die Fruchthaufen ihre grôsste Hôhe und Breite unmittelbar an dem Mittelnerven erreichen, auf dem sie fast ganz senkrecht stehen und auch im ganzen Habitus eine bedeutende Abweichung Statt findet. Diese Verschiedenheit scheint mir die Aufstellung einer eigenen Species hinlänglich zu rechtfertigen , fur welche ich, wegen der auf dem Mittelnerven senkrechten Stellung der parallelen Fruchthaufen, den Namen Scolopendrites pectinatus vorschlagen wurde, und welche mithin durch folgende Kennzeichen charakterisirt wäre: Scolopendrites pectinatus , fronde simplici, lineari, nervo medio crasso, capsularum acervis pinnatim dispositis , sese tangentibus, oblongis, versus nervum medium, cui perpendiculares sunt, incrassatis.

Ausser diesen zwei Filiciten finden sich in demselben Sandsteine noch ziemlich häufig Abdrucke von stark gesireiften, nicht näher bestimmbaren Calamiten- Stengeln mit Scheidewänden

(*) Ibidem, pag. 276.

(*) Ad. Bnocx. Hist. vég. foss. tom. [. pag. 388, tab. CXXXVIL fig. 2. 3.

(Tab. V, fig. 8 et 9) und einige andere noch undeutlichere Pflanzen-Versteinerungen (Tab. IV. He. S. 6 )

Obgleich die Gesammtheit dieser Petrefacten lebhaft an analoge Bildungen in dem bunten Sandsteine erinnert, so môchte es doch zu gewagt sein, daraus Folgerungen über das relative Alter unseres Sandsteines machen zu wollen, um so mehr da die Lagerungsverhältnisse desselben noch gänzlich unbekannt sind und das unterliegende Gestein in der ÜUmgegend nirgends zu Tage kommt; diese wichtigsten Bestimmungen mussen also einstweilen ferneren Untersuckungen und geubteren Forschern vorbehalten bleiben.

ERKLAERUNC DER TAFELN.

Tab IV. fig. 1. a Pecopteris.....

fig. 1 Fe 0. Scolopendrites pectinatus, m.

fig. 3.

fig. 5. | Unbestimmbare Pflanzenreste.

fig. 6. | fig. 4. l (has

Haba Ve . | Pecopteris… aus dem Klin’schen.

fig. 10.

fig. 11. | Pecopteris.…. aus Tatarowo.

He . Calamites ... .

Moskwa,

d. 14 October 1843.

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