VON
Louis ZEuscaner.
Die Saline Ciechocinek am linken Ufer der Weichsel im Kônigreiche Polen, 3 Meïlen von Thorn entfernt, 1st. merkwürdig durch den Jurakalk, den eme mächtige Ablagerung von aufgeschwemmtem Gebirge bedeckt, das im Süden am Flusse Wieprz bei semer Emmündung in die Weichsel anfängt, und sich beständig bis zum Baltüischen Meere erstreckt. An eimzelnen Puncten ragt aus ihm tertiairer Sandstem , Thon und Gips empor.
Um Steimsalz zu finden halte man bis Ciechocimek, in der Nähe der Salzquellen ein 1409 ( polnisches Maas ) tiefes Bohrloch gemacht. Schon bei 93’ erreichte man Jurakalk, und dieser dauerte so. weit das Bohrloch herab ging. Dass Steinsalz im Jura nicht gefunden wurde , ist naturlich ; denn nirgends aller Wahrscheinlichkeit nach enthält dieser Absatz Salz.
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Die Salzquellen von Ciechocinek, und alle anderen der Umgebung, und deren sind mir 38 bekannt, nehmen im tertiairen Gebirge ihren Ursprung, der eme Verlängerung der Karpathischen Ablagerung ausmacht. Wenn der Bohrversuch zu keinem practischen Resultate führte, so erhielt die Wissenschaft eimen interessanten Durchschnitt des Jura, mit einer eigenihümlichen localen Entwickelung. Ich hatte Gelegenheït im vorigen Jahre am Orte selbst alle die Gebirgsarten zu untersuchen, die aus dem Bohrloche aus verschiedenen Tiefen herausgefôrdert wurden, und wo jede in besondern Schachteln aufbewahrt sind ; dann nahm ich die Bohrregister zur Hülfe, und habe folgenden Durchschniit entworfen.
Das aufseschwemmie Gebirge, bestehend aus Sand und grauem Thon, bildet eme Schicht von 70’; dann folst Fôpferthon mit Schichten von weissem Mergel bis 93. Dem Aeussern nach hat dieser graue Thon die grôsste Aehnlichkeit mit dem von Razionzek, eme balbe Meïle weiter nach Westen gelegenem Orte. Ob dieser Thon tertiär ist, muss dahingestellt sein, denn die undeutlichen Pflanzen Abdrücke entscheiden we-
nig. Von 93’ fängt die Juraformation an, die m
zwei Abtheïlungen zerfällt : in weissen Jura bis 10/41 und in wemgelben Dolomit bis 1409. Die obere Abtheïlung besteht aus weissem, derben Jurakalke, und femkôrnigem Oolite, der durch Beimengung von Thon bellgrau wird. Beide Gestene vwechsellagern unter eimander ; im Allgemeinen ‘ist der Oolit mehr entwickelt und enthält viele Verstemerungen, die stellen-
weise ausserordentlich angehäuft sind, Es sind dies
alles gut bekannte Species des Coralrag von Franken und Würtemberg, die über die Siellung dieser Schicht keimen Zweifel zulassen. Folsende Species habe ich bestimmit : Ceriopora clavata Gold.; Cnemidium rimulosum Gold.; Pentaerinites cingulatus Gold., Gidarites coronarius Blumenbachii, Terebratula substriata, loricata, pectunculus, Pecten culoïdes , ornithocephala. Die einzelnen Schichten folgen auf einander in folgender Ordnung :
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