‹ Compte-rendu de la seconde session, Luxembourg-1877 (volume 2)Chapitre 15 sur 117 · CONGRÈS DES AMÉRICANISTES. IT · texte numérisé non relu

CONGRÈS DES AMÉRICANISTES. IT

0 (obj. 00) imtersclieidet das Individuum, desseii specilischer Charakler ganz ausser Aclit gelassen wird, hinsichllich seiner Gattung : hntak o « ein Mann » (nicht etwa ein ^Veib).

Ch ist connekliv ; t bezeichnet emphatisch eine Person oder Sache als Subjekt ; h ist prsedikativ und affîrniativ ; es vertritt die Stelle desVci'bums derExislenz «sein » ; Die Bedeutung dièses Artikels wurde sclion rrîiher besproclien. A' ist determinativ und demonstrativ : dieser hier ; ni successiv, simultanous, compellativ ; sh, erneuerte bestimniende Erwâhnung einer Person oder Sache ; A/j bildet den Optativ; km bezeichnet den Gondilional.

Beispiele der Verbindung dor einzehien Arlikel unter einander sind :

At (vt) hcbt das durch a « deUnirte » Wort emphatisch als Subjekt hervor ;

01, solzt das diu'cli 0 « nnterschiedcno « WorL in den Nominativ :

Afo, bildet eine « conlradisLinctive » Nominativform ; Ak, determinative « detinitive » Forni ; Ako, delerm. « delin. contradistinctive » Forni ; Ok. delerui. « dislincLive » Fonn ;

Ak ok, intensive « Dehnition » und « Unterscheidung » ; Ok fik, intensive « Unterschoiduilg » und « Définition » ; Oknko, okakosh, nooh gestoigerte Grade der emphat. Bestimmung des Okak.

Weitere Formen sind :

Ah, oh, lin, ho, ka, ko, cha, cho, ash, os^h, hak, hok, kah, kash, kosh, chah, chosh, ma, mah, mash, mak, okina, okhn, amo, omo, chamo, kash vt, kash cha ; ona, oka, okch, hokma, makok, hakato, kakoscha, hak akvno, ok mak ano, ok mak okvto, etc.

Iti vt « der » Baum, der als bekannt vorausgesetzte ; iti 0 « ein » Bauin, nicht etwa ein Stein ; iti vto, der Bauni ebenfalls, aucli er ; iti mvt, in Bezugauf diesen Baum (als unters-

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chieden von einem andren) ; iti mvto, wenn dieser Baiim,

dann — wenn dièses wirklich ein Baum ist, dann ;

iti Riuo der ebenerwâhnte « beslimmte » Baum ; iti kamo, der langst erwâhnte Baum (nicht der erw. Stein) ; iti asJi, ein wiederholt besLimmt defmirter Baum ; iti osli ein wioderholt von andren Geg-enstanden unterschiedener Baum ; iti okhn, dass es doch der Baum ware ; iti hinla, es môchte, konnte ein Baum sein ; iti okma, wenn es der Baum sein sollte ; iti okeli, es ist der Baum (und nicht aaders) ; iti tok es war ein Baum ; Iti tuk, es war vor langer Zeit ein Baum (ein langst gewesener Baum) ; iti atok hoke, ein Baum, der wirklich einst war ; iti achi, der Baum, der sein wird (es wird ein Baum werden) ; iti chike drûckt die Befûrchtung oder den leisen Wunsch aus, dass es ein Baum sein môchte, etc.

Das riesig entfalteleTempussystem der indo-germanischen Sprachen mitsammt der Dekhnation und den die leblosen Kasus commentirendenPrâpositionen sind unfâhig, auch nur annâhernd die unendhche Mannigfaltigkeit und feinenModilîkationen der durch dièses Heer von Artikeln bezeichneten, personhchen, zeithchen und ôrthchen Verhâltnisse auszudriicken. Die Klare Auffassung ihrer unterschiedlichen Bedeutung und richtigen Verwendung bildet die schwer zu ùberwindende Schwierigkeit bei der Erlernung dieser Sprache.

Ihren begrifflichen Werth zum Eintheilungsprincip nehmend, unterscheiden wir 1. solche Artikel, welche die durch das beigeordnete Wort oder den beigeordneten Satztheil bezeichnete Person, Sache, Thâtigkeit oder Zustand « bestimmen», andere, um dièse zu «unterscheiden». Durch Verbindungbeider Gruppen entstehen die contradistinctiven, die zugleich bestimmenden und unterscheidenden Artikel. Eine dritte Gruppe drûckt das abermalige Auftreten einer frûher erwâhnten Person, ein sich Wiederholen der Handlung aus.

Die 2. Klasse enthalt Artikel, welche die durch die Arti-

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kel der 1 . Klasse ausgedriickten Verhâltnisse, Zustânde oder Handlungen verschiedengradig hervorheben, vergleichen.

Die Ai'tikel der 3. Klasse dienen zum Ausdruck der Gewissheit der gegenwârtigen Vorstellung, der Voraussetzung, des Wunsches, der Bedingung und Ursache.

Die 4. Klasse begreift in sich die Exponenten der Zeitstufen.

Grammatik und Syntax der Ghaktasprachen sind durch dièse Artikel, so stofflich leicht wiegend und doch so tiof innerlich bedeutsam bedingt. Ihre Verkettungen bilden Gonjunktionen verschiedenarligster Bedeutungen ; es gibt bestimmende, unterscheidende, concessive, adversative, causale, illative, conditionale, suspensive, und gewôhnliche copulative Gonjunktionen ; sie ersetzen die relativen Pronomen, die dem Ghakta sonst ganz fehlen.

Im Ural-altaïschen wirken die Gesetze der Vokalharmonie und die Verânderlicbheit der Wurzel in einer dem Wesen zusammengesetzter Wôrter widerstrebenden Weise ; im Ghakta ist es der Drang, jedes Sprachelement in seiner lautlichen Geltung zu erhalten, der die Worte^ wenn zu einem Begriffe sich vereinend, nur neheneinandev stellt ; in beiden Sprachenfamilien fmdet keine lautliche Unterordnung des einenunter das andere statt ; ibbak-vsh Finger, d. h. Hand- Sôhne ; hvshi niimk apyn, der Mond, d. h. bei Nacht wandelnde Sonne.

Keine andre amerikanische Sprache wird dem Forscher eine so klare Durchsicht des Baues gewâhren wie das Ghakta ; in vielen andren haben sich Stoff- und Formelemente genahert ; der lautliche Einfluss der letzteren machte sich beim Wortstamme geltend ; sein innerer, symbolischer Wandel wurde dadurch gehemmt oder ganz erstickt ; Andre Sprachen halfen sich mit der dem Linguisten in allen Sprachen der Welt begegnenden Verdoppelung der Wurzelsilbe ; dièses Princip fand die ausgedehnteste Anwendung in der Tupi- Guarani Gruppe, in den centralamerikanischen, peruvianischen und chilenischen Idiomen. Noeh sind fur die amerika-

nischen Sprachen zu wenig- Lautgesetze gesichert, um auf etymologischem Wege sichere Fingerzeige ûber ihre verwandtschaftliche Stellung geben zu kônnen. Keine amerikanische Sprache hat sich zur wirkiichen durch innere Durchdringung der Stoff- iind Formelemente gekennzeichneteii Flexion erhoben ; die gebieterische Unverânderlichkeit des ural-altaïschen Wortstammes wird wohl auf dem neuen Kontinent keine Analogie finden, obgleich die Indianersprachen, an der Selbstândigkeit der Wurzel fezter gehalten als die Indogermanen, und die Separatbedeutung der Elemente der secundâren Dégriffé noch nicht aufgegeben haben.

M. Lucien Adam présente le résumé d'un mémoire de M. V. Heury, intitulé : Le Qiiichua est-il une langue ar-yenne ? Examen critique du livre de Don V. F. Lopez : Les races aryennes du Pérou.

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