‹ Fichte et son tempsChapitre 61 sur 232 · En marge · texte numérisé non relu

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schaft kein Recht hat, etwas von ihren Mitgliedern zu fordern, worauf, die Verzichtleistung physisch oder moralisch unmôglich war...

Alle Anforderungen der Gesellschaft an ihre Mitglieder müssen sich erzwingen lassen; denn der Staat kann nur solche Pilichten auflegen, deren Vernachlässigung sich entdeken u. bestrafen lässt. Sich durch einen Vertrag zu Dingen zu verbinden, deren Beobachtung, oder Nichtbeobachtung der andere Theil nie erfahren kann, ist widersprechend. Von solcher Art aber wäre eine Verbindlichkeit die Wahrheit an sich, oder auch nur das, was jeder seiner Ueberzeugung nach für Wabhrbheit . hält, den Mitgliedern der Gesellschaft mitzutheilen, keinen Irrthum an sich, oder, auch nur nichts, was man selbst für Irrthum erkannte, für Wahrheit zu verbreiten.. Ueber Wahrbeit ihrer Form nach, d.h.insofern sie das ist, oder nicht ist, hat mithin die Gesellschaft keine Rechte : an ihre Mitglieder, weil es ihr physisch unmôglich wâre, sie auszuüben.

Aber vielleicht in Absichtihres Materiellen? d. i. hat der Staat ein Recht seinen Mitgliedern die Mittheilung ihrer Meynungen oder Ueberzeugungen über gewisse Gegenstände zu verbieten? Eine Frage die sich auf die Beantwortung der folgenden gründet : hatten die Mitglieder natürlicherweise das Vermügen oder vernünftiger Weise das Recht auf eine solche Mittheilung Verzicht zu leisten, oder hatte die Gesellschaft vernünftiger Weise das Recht eine solche Verzichtleistung zu fordern.

Im aussergesellschaftlichen Stande .… hat unbezweifelt jeder das Recht seine Ueberzeugungen jedem mitzutheilen dem er will; unbeschadet dem Rechte des andern seine Gründe anzuhôren, oder nicht, zu prüfen oder nicht, sich überzeugen zu lassen oder nicht. Der Einwurf dass der andere dadurch im Besitze des Seinigen — seiner auf seine bisherigen Ueberzeugungen sich gründenden Glückseeligkeit — gestôrt werden künnte, würde nichts thun, um dadurch ein solches Recht einzuschränken; da es dem andern zugleich unbenommen bleibt, sich eine solche Mittheilung zu verbitten, ihr auszuweichen, sie nicht anzuhôren...

Da aber dieses Commerzium mit Wahrheit gegenseitig ist, u. nicht blos ein Geber, welcher über seine Gabe frei schalten, u. sich auch wohl verbinden kann, gewisse Dinge gar nicht zu geben, sondern auch ein Empfänger gedacht werden muss, s0 ist durch Beantwortung des ersten Theils der Frage noch nicht die ganze Frage entschieden. Verbietet der Staat gewisse Ueberzeugungen mitzutheiïlen, so verbietet er zugleich sie zu empfangen; u. hat der Staat zu dem lezteren das Recht, wenn er es auch zum ersteren hätte? Kann ich eben sowohl, bei dem Eintritt in die Gesellschaft auf das Recht Verzicht thun, Belehrung über gewisse Puncte zu erhalten, als ich es allenfals darauf kann, sie zu ertheilen ? Gesezt auch ich thue im ersten Falle nicht auf ein unveräusserliches Menschen-Recht Verzicht; thue ich es nicht vielleicht, insofern ich im zweyten bin. Habe ich auch kein Recht, Wahrheit zu fordern. — Habe ich nicht immer das, sie zu nehmen, wenn man sie mir frei giebt — u. kann ich auf dieses Recht des Nehmens der freiwilligen Geschenke je Verzicht thun ? Um die Untersuchung dieser Frage einleuchtender zu machen, lasst sie uns (in concreto) im gegebenen Falle betrachten. |

Es lässt sich an sich gar wohl als môglich denken, dass eine Gesellschaft über gewisse Puncte des Nachdenkens gewisse Resultate festsetze, deren Annahme eine nothwendige Bedingung der Erlaubniss : zum Eintritt in diese Gesellschaft, durch den Vertrag für diese Gesellschaft Wahrheit sei; und es scheint an sich gar keine Ungerechtigkeit darin zu liegen, den, der sie nicht annimmt, von dieser Gesellschaft auszuschliessen, da er, nach ihren festgesezten Bedingungen unfähig ist, 1hr Mitglied zu sein. Diese Resultate müssten nun, der Natur der Sache nach, da: sie ein aüsserliches Zwangs-Recht begründen sollen, damit eine klare Entscheidung darüber môglich sei, fest bestimmt, die Grenze müsste genau festgesezt sein, bis wie weit das Nachdenken über diese Puncte gehe, u. wo es nicht weiter schreiten sollte.

… Sie (die Gesellschaft) thut also Verzicht auf alle weitere Belehrung, alles weitere Nachdenken, alle Vervollkommnung ihrer Einsichten über diese Puncte. Nun ist es erste, hôchste Bestimmung, die älter ist als alle Staaten, u. welche dauern wird, wenn sie alle zertrümmert sind, der Menschen, u. nicht nur ihrer, aller redlichen Wesen, beständig zuzunehmen an Einsicht, der absoluten Wahrheit, die sie nie erreichen kônnen, immer näher zu kommen. Die Mitglieder einer solchen Gesellschaft opferten mithin ihre Würde als vernünftige Geister auf — ein Opfer, das ihnen der Staat nie ersetzen kann...

… 50 ein Vertrag ist ungültig, wenn er auch môglich wäre... Kein Staat hat ein Recht um irdischer Zwecke willen, seien sie auch noch so erhaben, die Menschheit um ihren Endzweck zu betrügen.. Sie darf Wahrheit fordern; sie darf sie frei suchen, sie darf sie ungehindert ergreifen, Wo sie sie zu finden glaubt : das ist ihr Recht.. Man darf sie nicht zwingen, wider ihr Recht glücklich zu sein : denn alle das Glük, was der Staat, was die Erde ihr geben kann, ist unendlich weniger in ihrem Dasein als ein kurzer Morgentraum der Seele im Menschenalter…

Was bleibt also dem Staate für die Wahrheit zu thun übrig, — das heisst nicht soviel — wozu ist er verbunden — denn wir haben bis jezt gezeigt, dass er in Absicht ihrer zu garnichts verbunden ist, da sie unter seine Zwecke, welche blos irdisch sind, nicht gehôrt, sondern was darf er thun, wenn er freiwillig sich dazu entschliesst — wenn er über das, was er thun muss, noch etwas übriges thun will. Er darf sich nicht die Entscheidung über Wahrheit u. Irrthum anmassen, er darf nicht Grenzpunkte feststellen, bis wie weit die Untersuchungen gehen sollen, er darf die freie Untersuchung nie hindern, aber er darf sie durch Gelegenheiten, u. Bequemlichkeiten, die er dazu giebt, unterstützen u. beloben : er darf die Männer, die sich derselben besonders widmen, belohnen, u. ehren, insoweit er kann — Denn ihre wahre Belohnung ist unendlich mehr werth, als seine Schätze u. ihre wahre Ehre glänzender, als die Krone seines Fürsten u. dauerhafter (?) als die Pergamente seines Adels. Die natürlichen Früchte ihrer Untersuchung, insofern sie in seiner Gewalt sind, ihnen zu sichern, ist Schuldigkeit [Das heisst z. B. wenn erwiesen werden kann, dass Bücher-Nachdruck ein Raub des Eigenthums des andern ist, welches einleuchtend zu erweisen steht, so ist der Staat schuldig, den Nachdruck zu verbieten]...

A. L'ALLEMAGNE ET Fichte arrivait à Zurich le cœur débordant £A RÉVOLUTION FRAN- d'un amour longtemps contenu; 1l avait Ka hâte de conclure ce mariage trop tee par sa mauvaise fortune; il brûlait de pouvoir donner son nom à celle qui, depuis deux ans, lui avait temoigné une si touchante, une si constante tendresse. ù

Un dernier contre-temps allait cependant, une fois encore, retarder son union. Fichte était étranger, et la Suisse imposait aux étrangers qui se mariaient sur son territoire des formalités compliquées 1. Ce fut une attente de quatre longs mois. Fichte les remplit du mieux qu'il put : en travaillant,

Il avait justement un ouvrage en train « sur un sujet qui l’attirait avec une force invincible, sur le droit naturel et le droit civil »?, Cet ouvrage, c'était les Contributions destinées à rectifier les jugements du public sur la Révolution française; il l'avait commencé au moment même où il écrivait sa Revendication pour la liberté de penser, à Dantzig encore, chez le comte de Krockow, alors qu'il venait de relire, avec le Traité théologico-politique de Spinoza, le Contrat social de Rousseau.

Comment et à quelle occasion Fichte avait-il donc été conduit à composer ce livre? Il faut, pour le comprendre, savoir et l'enthousiasme qu'avait provoqué en Allemagne l'annonce de la

1. Fichte’s Leben, 1, 1, 6, p. 156, et IL. Zweite Abth., I, 9. Fichte an Kant, Zürich, d. 20. Sept. 1793, p. 154. Voir aussi Aus den Papieren des Ministers und Burggrafen von Marienburg Theodor von Schôn, I. Anlagen, B. 9, p. 36. Zürich, d. 20. Nvbr. 1793.

« Ich lange in Zürich an; finde meine Geliebte, kann um der pedantischen Züricher Gesetze willen nicht getraut werden. »

2. Aus den Papieren des Ministers und Burggrafen von Marienburg Theodor von Schôün, Anlagen, B. 9. Zürich, d. 20. Nvbr. 1793; p. 36.

Révolution, et la réaction qui, devant la succession des événements et sous l'influence de quelques écrivains, s'était très rapidement produite contre les idées nouvelles.

Ce que les penseurs du xvrr° siècle avaient Drophétisé, la régénération morale et politique du monde, au nom de la Raison, et, suivant une expression de Gentz, « le premier triomphe pratique de la philosophie », la Révolution française était en train de l’accomplir sous les yeux de l'humanité stupéfaite. Un peuple tout entier se soulevait, au péril de son existence, pour proclamer les droits de l'homme; il luttait pour réaliser l’Idéal de l'humanité; il annonçait au monde le règne de la justice et de la liberté.

Plus qu'aucun pays étranger, l'Allemagne devait ressentir le contre-coup du grand drame qui se jouait à ses frontières. Et, en effet, un immense frisson la secoua jusque dans ses profondeurs. Ses poètes, ses historiens, ses penseurs furent les premiers à sémouvoir. Leur esprit était tout plein des idées du xviunr° siècle, idée de la liberté, idée du droit, idée de la justice, idée du progrès ; ils s’enflammaient d'un noble enthousiasme pour l'humanité tout entière; volontiers leur voix eût fait écho à la proclamation qui, en 1724, avait servi d'annonce au premier numéro du Patriote de Hambourg : « Je suis né dans la Haute-Saxe et j'ai été élevé à Hambourg, mais je regarde le monde entier comme ma patrie, oui, comme une cité unique, et je me considère comme le parent, comme le concitoyen de tous les hommes »; et leurs mains eussent applaudi même aux paroles des publicistes qui, à la suite de Schlüsser (de Güttingen), proclamaient l'égalité de tous les hommes, se passionnaient d’un beau zèle pour le peuple, pour le travailleur de la terre surtout, pour «l’homme de la nature », songeant à son instruction intellectuelle, à son éducation morale, parlant tout haut de la République comme de l’Idéal politique, dénonçant avec la dernière violence les crimes de la Monarchie, proposant aux princes, pour bien mériter de leurs sujets, le renoncement à leur trône — et cela sans même avoir à craindre les rigueurs de la censure.

Faut-il rappeler le succès qu'avait obtenu à son apparition, au début du siècle, le roman révolutionnaire du pédagogue Salzmann, Carl von Carlsberg, qui n’agite rien de moins que le renversement complet de l'ordre régnant par l'abolition des armées permanentes, des cloîtres, de la noblesse, de la législation des prisons? Faut-il citer les premiers drames de Schiller, tout pleins du feu révolutionnaire? Les Brigands (Die Räuber), où il prononce contre la société un si violent réquisitoire, la Conspiration de Fiesque (Die Ver-

schwôürung des Fiesco zu Genua), cette « tragédie républicaine » où il glorifie la République; l’/ntrigue et l'Amour (Kabale und Liebe) où il dénonce les distinctions de classe, les distinctions sociales et affirme en face d'elles les droits imprescriptibles de la nature, où il attaque la Constitution politique de l'Allemagne du Sud? Faut-il parler enfin de l'émotion provoquée par les nouvelles d'Amérique, par la guerre de l'Indépendance 1?

Comment donc s'étonner du prodigieux retentissement que devait avoir, à travers toute l'Allemagne pensante, l'annonce de la Révolution française? Les poètes célèbrent les événements de France.

Dès 1789 le pasteur berlinois Jenisch compose une « Ode sur la situation présente de la France ? ».

Le glorieux Klopstock lui-même, qui s'était jadis montré peu sympathique à la France, voudrait avoir «cent voix pour célébrer la liberté de la Gaule »; il consacre une Ode aux États généraux, « au Parlement naissant de la Gaule », où il s'excuse publiquement de ses erreurs d'autrefois, où il confesse que le fait capital du siècle ce n’est plus maintenant pour lui le génie du grand Frédéric, c’est la couronne civique de la Gaule, une couronne unique au monde. Son disciple, Fr. L. von Stollberg, chante : « [Il n’y a de harpe pour la patrie que la harpe de la liberté; il n’y a d’épée pour la patrie que l'épée pour la liberté. Tyrans, que vos trônes s’écroulent‘ »; etil salue la chute de la Bastille comme l'aurore resplendissante de la liberté® : « Ce que, comme enfant, écrit-il de Berlin, je sentais sous l'oppression de la contradiction universelle, ce que, dans mon premier poème sur la liberté, ma poésie osait s’efforcer de balbutier, s'étale aujourd'hui aux regards du peuplef. » Wieland, qui a noté presque Jour par jour les impressions faites «sur le spectateur

1. Faut-il citer les articles enthousiastes des journaux, par ex. l’article sur

|’ « Idée de la liberté de l'Amérique » publié dans la Berlinische Monatsschrift (1783, p. 386 et suiv.).

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