AMZI,, XI, n° 17, col
81. « Der erste Satz (C moll) ist ein sehr ernstes, etwas düsteres, gleichsam unter sich hin brennendes Allegro, in der Empfindung wie in der Ausbreitung edel, gleich und fest gehalten, und bey vieler Kigenheit einfach, streng und ganz regelmässig behandelt — ein würdiges Stück, das selbst denen, welche der älteren Weise, die grosse Sinfonie zu bearbeiten, anhangen, reichen Genuss gewähren wird. Das Andante ist ganz eigenthümlich und sehr anziehend aus den heterogensten Ideen — aus sanft schwärmerischen und rauh kriegerischen — geordnet, und in seiner Art durchaus für sich allein stehend. Bey allem Anschein von Willkühr ist doch viel Studium, sicherer Ueberblick des Ganzen, und sehr sorgsame Ausarbeitung in diesem wunderbaren Satze zu erkennen, Das darauf folgende Scherzando (das ganz vollkommen auszuführen einem stark besetzten Orchester kaum môglich ist) haben wir, wir müssen es gestehen, seiner gar zu wunderlichen Launen wegen noch nicht recht geniessbar finden kônnen; man weiss aber, dass es mit solchen Produkten des Humors in der Kunst gehet, wie — wenn uns dieser Vergleich erlaubt ist — mit den Raffinements der verfeinerten Kochkunst; man muss sich durch wiederholten Genuss erst dafür empfänglich gemacht haben, wo sie Einem dann oftmals nur allzulieb werden. Das Finale ist ein so stürmischer Erguss einer mächtigen Phantasie, wie derselbe schwerlich in irgend einer andern Sinfonie gefunden wird. Von dem, was eigentliche Ausführung heisst, ist hier wenig die Rede : aber die Gewalt der einander immer von neuem bekämpfenden Empfndungen, die immer erneueten Kontraste, welche überdies meistens einander aufs schärfste an die Seite gesetzt sind, die immer wiederkehrende Ueberraschung, welche durch jenes, sowie durch die Fremdartigkeit der Ideen und deren ganz ungewôhnliche Zusammenstellung, Folge und Vermischung, bewirkt wird : alles dies, vereinigt mit vielem Kigenthümlichen und sehr Pikanten in der Benutzung der Instrumente, reizt und spannet die Zuhôrer während der ganzen Dauer dieses langen Satzes so sehr und so immer von neuem, dass ihm ein glänzender Effekt, überall, wo er gut ausgeführt wird, unfehlbar zu Theil werden wird » (AMZI,, XI, n° 28, col. 433 et suiv.).
82. « Auch den dritten Abend schmückte, wie die beyden ersten, wenigsten Ein vorzügliches und neues Ensemble-Stück : Beethovens hier noch nie ôffentlich, sondern nur einigemale im hiesigen Museum gehôrte Symphonie aus C-moll — ein Glutstrom, der im ersten Safze, als in sich selbst noch zurückgedrängtes, nie ganz ausbrechendes Feuer erscheint, im Andante (mehr grandiôs, als weich) nur zu hôhern Kraftäusserungen vorbereitend auszuruhen scheint, im 3/4 Takte des Finale (ein ahnungsvolles Pianissimo, nur durch einzeln aufstrebende, bald wieder abbrechende Forte’s unterbrochen, und wieder in der Tonart C-moll) immer mehr die Nähe des endlichen Ueberstrômens seiner Macht verkündet, diese endlich, nach einem langen, spannenden Orgelpunct auf der Dominante mit dem Kintritte eines breiten 4 /4 Taktes in C dur, in herrlicher Verklärung
Le 1* mai 1813, la Cinquième symphonie était exécutée à Vienne, dans un concert de l’Augarten. La Gazette musicale viennoise la considère, dans son compte rendu, comme une œuvre extrêmement originale, où Beethoven « se dégage des formes respectées par les vieux classiques », et comme exprimant « une passion élevée » peinte « dans toutes ses nuances et jusque dans son paroxysme pour se résoudre finalement en allégresse triomphante » (*).
En 1824, l’Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt de Vienne, rendant compte d’une nouvelle exécution de la Cinquième symphonie dans un concert de l’Augarten, estimait qu’il n’y avait pas lieu de se répandre en lieux communs à propos de cette œuvre gigantesque d’un « créateur d’univers musical » et se réjouissait, en style imagé, de voir les musiciens « rendre de nouveau visite, avec enthousiasme et recueillement, à la Tempé fleurie des compositions de Beethoven », où les promenades, paraît-il, se faisaient rares (°*).
Parmi les sonnets consacrés à l'interprétation poétique de quelques symphonies de Beethoven, parus en 1825 dans la Gazette musicale de Berlin, le premier célèbre la Symphonie en ut mineur et, cherche à en exprimer la signification (**).
entfaltet, mit allem Aufwand der prachtvollsten Instrumentierung seinen stolzen Gang wie einen Triumphzug schreitet, die hôchste Stufe der Erhabenheït erreicht, und nach dem mächtigen und breiten, den End-Accord bis zur hôchsten Befriedigung wiederholenden Schlusse, im Gemüthe des Zuhôrers eine Erhebung zurücklässt, welcher sich der Total-Findruck sehr weniger andrer Symphonien vergleichen darf. — Mit wahrhaft einziger Genialität hat Beethoven hier die Contraste verschiedener Takt- und Tonarten benutzt : der Anfang des Finale, dessen anhaltendes Piano, in der Folge dessen Wiederholung im dürresten Pizzicato (hier nicht Haydnscher Humor, nicht Beethovensche Bizarrerie, oder Jean-Paulscher « Bockfuss » : sondern mit Besonnenheit berechnet auf Erhôhung der Spannung) — und nach diesem allen denn endiich das vereinte Fintreten aller Bedingungen, welche die hôchste Befriedigung zu gewähren vermôgen : der vollkommensten Taktart, der breitesten abgerundetsten Rhythmen, der reinsten und befriedigendsten Tonart... » (AMZI,, XIV, n° 22, col. 382-383).
83. « Dieser Ausbruch genialer Phantasie, kraftvoller Grôsse, dieses lehendige Bild hoher Leidenschaft in allen Abstufungen bis zu ihren heftigsten Momenten, und ihrer Auflôsung in triumphirenden Jubel, ist allgemein als ein Meisterwerk des Verfassers erkannt, das im Fache grosser Instrumental-Musik einen klassischen Werth bchauptet. Welche Fille und Gediegenheit der Ideen ! welche reichhaltige effektvolle Instrumentierung! Welcher wahre innere Genius! Verliert sich auch der Verfasser zuweilen in die Unendlichkeit seiner Phantasie, schreibt er auch manchmahl über das regelmässige Verhältniss in den Bau der Perioden hinaus, so gibt ihm selbst diese Abschüttlung der von älteren Klassikern geehrten Formen wieder Gelegenheit, neue Schôünheiten zu enthalten » (Wiener allgemeine mustikalische Zeitung, 8 mai 1813, col. 293).