BASSIN DU LAC DE ZURICH
Gehângen bis einige lausend Fuss ûber dem jelzigen Betl der Rhône ùberall âhnliche Erschcinungen ; durchweg Blôcke, von denen viele ans dcn Thalhintergrûnden slaramen und Gleischerschliff-Formen , deren obère Grenze vom Hauptthale aus sich verbindet mit derjeuigen, welche an den Felsbôrnern des Hintergrundes der Neben- ,thalerberaerkbar ist, und so fort und fort. In 1000 Fuss (325 mètres) Ilôhe ob der jetzt durch mildes Klima und ùppige Végétation mit Recht berûhroten Tbalebene von Bex sehcn wir an den dortigen Kalkbergeii. da woder den Fels bedeckende Schutt erst vor Kurzem weggeràurat worden ist, Wande ganz in der Weise geglàttet und bekritzt (polis et striés), wie Gletscher es da Ihun, wo sie, wie z. B. der RoserdauigUtscheT y ûber Kalkfels sich hinbewegen. Vôllig die gleichen Erscheinungen finden wir aber auch seibst am Jura y so weit aïs die Alpmblocke daran hinauf reichen ; brillante SchliflQàchen (surfaces polies) der Art bat Agmmmim entdeckt bei Landeron, — ganz àbnliche sieht man ob Sololhurn. Solche Glàltujig und Slreifung bemerken wir aber an den seit langer Zeit dem Wetler ausgesetzten Kalkfelscn bloss darum nicht, weil durch den Wechsel der Witterung der Stein angegriffen , die glalte Oberflàche binnen wenigen Jahren zerstôrt wird ; wir kôymensie also bloss noch da finden y wo eine Decke von Schutt die Oberflàche geschûlzl hat.
E. et H. 3. Wanderungen vom Hochgebirge durch die anderen Ba««in Alpenthâler hinaus wiirden uns ûberall âhnliche Thatsachen darbielen. Werfen wir also bloss noch einen Blick auf die verwandten Erscheinungen im Zûrichscethale, da sie, alsuns zunâchst liegend, uns auch am meisten interessiren und zudem theilweise deutlicher als sonst kaum irgendwo ausgeprâgt sind. — Wir haben schon frùhcr den Stammsitz der in unseren Umgebungen so hâufigen IJlôcke von roUiem Ackersteine in den Gebirgen von Glarus und der Sùdseite des Wallensees kennen gelernt; die anderen Blôcke, meist aus Kalkslein und Nagelfluh beslehend , stammen her von den ûbrigen Bergen, welche die beiden Seiten des Wallensees unddesLtn/Athales bilden. — Verfolgen wir das Thaï von seinem Ursprung nach abwàrls, so finden wir in der ganzen Gegend der Karle nicht bloss bald scharfkantige , bald abgerundete grosse und kleine Blôcke und in ihrem Begleit fast ûberall Kalkslùcke mit Krilzen, ganz àhnlich dcnen die durch Gletscher hervorgeh^achl werdm , und z. B. bei Ober-
da lac de Zurich.
Vnieii polirle Kalkfelsm; sondern in der Gegend von Ulznach sehen
wir auch Bhckwàlle, die in jeder Hinsicht aufs vollkomraenste ùber-
einslrmmen mit der Seilmmoràne (moraine latérale) eities jelzigefk
Gleischers (glacier en ad i vile). Rûcken wir gegen den Zûrichsee hin
vor, 80 finden wir ganz àhnliche Walle an manchen Slellen, so
besonders deullich bei Welzwyl ob Herliberg. Noch anschaulicher
und in grôsserm Massslabe treten sie uns entgegen an der iinken
Seite des Zûrichsees. In der That aile die langgezogenen Rûcken,
welche sich auf der Plateauflàche von Hirzel und Schônenberg erhe-
ben, bestehen bloss aus Material, wie die Gletscher es in den i/o-
rànen ablagern. Ebenso ist der oben schmale bewaldetc Rûcken
der Horgeregg und des Forstes bis in die Gegend von Kirchbenj
nichts anderes als ein solcher WaU, ^aurgeselzt auf das Satidslein-
und Mergelgeffilde j welches das Gerippe, den innern Boden, unsrer
Gegend bildel. Wo immer das Innere des Walles entbiôsst worden
ist durch Anlegung von Strassen oder von Griengruben , zeigen sicb
bis mehr als iOO Fuss (32 mètres) unter seinen Grat hinab laulcr
regellos neben und durch einander liegende, feinetind bis ûber
20,000 Kubikfuss (685 mètres cubes) grosse Trummer alpitier Ge-
steine. Ganz gleiche BeschaiTenheit haben aber auch die Hûgel zu-
Zorich nâchst um Zurich und, so weit die Untersuchung bis jelzt môglich
war, die in Zurich selbst. — Als vor mehreren Jahren tbeilweise der
Hûgel abgetragen wurde , auf welchem die Kirche von Neumûn^ier
steht, sah man sein Inneres ganz aus feinem Schult, kleinen und
grossen Blôcken gebildet , welche ganz wie in einer Moràne ohne
aile Ordnung durch einander lagen ; an manchen dieser Blocke
Waren einzelne Flàchen ganz plaît abgeschliffm und zugleich ver-
sehen mit den charakteristischen Glelscherkrilzen. Gleiches zeîgte
sich am Hûgel der Promenade , als seine Sûdseite eingeschnitten ,
spàter bei Anlegung des Kirchhofs seine Ostseite Iheilweise ausge-
graben wurde. Dasselbe wiederholt sich an den zwei Hûgelreihen, die
sich zwischen dem Zûrichsee und dera Sillhal von Wollishofen gegen
das Sellnau erstrecken, ùberall wo durch Natur oder Kunsl ihr
Inneres bloss gelegt worden ist. — Ein vollkomraen getreucs Bild
eines Gletscherwalles endlich ist zu Tage gekoramen beim Gross-
munster au f dem Chorherrnplalz j als dieser vor zwei Jahren umetwa
6 Fuss abgetragen wurde ; auch da lagen grosse und kleine Fifut-
eu bfttie «ur temin eiTtUqat