BASSIN DU LAC DE ZURICH
UngCy manche gekritzt, mit Schiamm und Steinen unordentlich gemengl durch einander ; ein davon aufgcnommenes Daguerreotypbild gibt volistandigst die Vorslèllung der Beschaffenheil einer Morànê. Aus Grabungen, die im Relier des Hames Napfyov mehreren Jahren vorgenommen worden sind, ergibtsich, dass auch dièses gegen den Rindermarkl und die Markigasse sich absenkende Ende des Kreuzbûhlwalles aus gleichem Malerial besleht. — Fassen wir nun aber die gegenseitige Lage dieser Hûgelzûge in's Auge, so sehen wir , dass sie von Wollishofen und der Neumûnsterkirche an sich einander immer mehr nâhern; kônnte man bestimmt nachweisen, dass, wie es hôchst wahrscheinlich wirklich der Fall ist, der Lindenhof, die Hôhe des Kirchhofs St. Anna, die Grundiage des bloss zumTheil durch Kunst erslelllen Hûgels der Kalze^ aus gleichem Malerial bestehen, so hâtten wir vor unseren Augen das vollstândigste Abbild der Schuttwâlle, welche ein Gletscher an seinem unlem Ende bildel, wenn er eine Zeit lang anwàchst und vorrùckt. — Dièse in Zurich nichtganz deulliche Verbindung der Seitenmorânen durch eine Endmorâne ist dagegen besser erhalten in dem Walle, der zwischen Kloster FaAr und Schônenwerth , mit einziger Unterbrechung durch die Limmat, sich an den Làngenwall anschliessl, der ûberScA/î6TennachA//5W7/enhinaur sich erslreckt. — Auch bei der Wùrenloscr Trotte und weiter unlen bei Wûrenlos finden sich noch solche, die Thalebene querdurchziehende aus lauter Fundlingen bestehende Wàlle. — Ein rechl deulliches Beispiel eines derarfigen bogenfôrmigen zwei Làngenwàlle verbindenden Querwalls sehen wir auch ira Glatthal; er crstreckt sich , hie und da mil kleinen Unlerbrechungen, in Gestall einer schroff aus der dorligen Torfebene aufsteigenden Hùgelreihe aus der Gegend von Hegnau ùber Gfejin gegen die Glatlbrûeke bei Dûbendorf und gehôrl mit den màchtigen , den Boden hoch bedeckenden Blôcken bei Fâllandm oflenbar zu Einem Ganzen. — Ein noch vollslândigeres Abbild
* E. et H. Bei einer Arbeit , die seither im botanischen Garten an der Westseite der Kat%e vorgenommen worden ist, bat es sich nun in der Thatgezeigt, dass das Innere des Hiigels aus solcbem Blockmaterial besteht ; in der gemacbten, etwa 30 Fuss (9^,75) langcn Enlblôssung, kamen nachst sehr \ielen kleinen icharfkantigtn Sliicken alpiner KqUstteinarien, auch mehrere 3 — 5 Fuss (1 mètre à 1>°,60) lange Blocke alpiner Nagelfluh ram Vorschein.
eines Gletschermdes selien wir oberhalb Bremgartm sich von Rottenschwyl ûber das Klosler Hermetschwyl , mit einziger UnterbrochuDg durch die Retiss, gegen Luftkon hin forlselzen und dann sich verbinden mit den màchligen Blockabiagerungen vou L'unkhofen. — Der ausgezeichnetsle derarlige moràneartige Wall, der sich in der mittlern Schweiz erhallen bat , ist aber wohl der , welclier das Nordende des Sempachersees als 400 bis 500 Fuss (32 à 16 S mètres) hoher und ebenso breiter, bogenformiger Damm umgibt und sich einerseits an die Blockablagerungeti des Sempacherbergcs , anderseits an diejenigen von Warteiisee anschliessl. — Stimmen nun die bisher erwàhnten Erscheinungen vollstàndigst iibercin mît denjenigen , welche die jetzigen Gletscher unter unseren Augen hervorbringen , so verhàlt es sich ebenfalls ganz gleich in Ilinsichl der Verlheilungsweise der Fûndltnge îe nach derLageihrerSlammorle. — An den jetzigen Gletscliem sehen wir, dass die Blôcke, die vun einem oder mehreren benachbarten Fciskôpfen auf sie hinabfallea und mit ihnen thalauswàrts riicken, der Art der Bewegung gemàss auf eine grosse Strecke hin beisammen bleiben ; erst wciter untcn findet aus frûher erwàhnter Ursache allmàhlich die Vermischung der Blôcke verschiedener Stammorte slalt.
Denken wir uns nun einen mâchtigen Gletscher aus Bûndlen (Grisons) herab sich durch's Wallenseethal hinab erstreckend, einen andern aus Glurus hervortretcnd, so vereinigen sich dièse in der Gegend von Weesen und riicken gemeinschafllich wie die beiden Arme des Aargletschers durchs Gaster hinab ûber den Kantx)n Zurich hin ; die von den Ktirfûrsten und vom Speer liersiainmeiiden Morànen und Blôcke werden sich also gegen Nord-Osl hinfinden; die der Miitelmorâyie {movdÀne médiane), vom Schiltstock ausgehend , nâher dem Zûrichsee, und die vom Freiberge, vom Glàrnisch, Rauiispilz, Hirzli und den Bergen des 5i7//icffe herslammenden gegen die Grenze des Reussgébietes hin.
Genau so ist es in der That auch der Fall. — Siidwestlich vom Zûrichsee fînden wir die Gesteine des eigentlichen Linihthals; ira Slreifcn zwischcn Schmerikon und Zurich bestehen fast aile Blûck»* aus dem rothen Ackerslein des Schilt und der Murgberge; diejenijrt'n ôsllich vom Greifeusee und Grilningcnan^ den Kalksteineti der Kurfûrsten und der Narjelfluh dos Spcers, Wo môglich noch schlagender
Coire à Ragalz etc.
MATÉRIAUX ERRAT. TRANSPORTÉS PAR d'ANCIENS GLACIERS. 467
aïs die bisher aufgezàhlten iËhnlichkeiten ist die folgende : wo die RichluDg der Thàler, stattgerade zu sein, gebogen isl, wie es z. B. am Aar- und Aktschgletscher der Fall ist, da folgen die Gletscher und mit ihnen die Morânen in wahrhaft eleganter Wendung dieser Krùmmung; wo dem Gletscher ein Berg im Wege steht, da Iheilt er sich in zwei Arme und von seinen Morànen folgen die einen dem einen , die anderen dem andern Arme. — Beide Verhàltnisse vcreinigt, stellen sich uns.dar in der Gegend zwischen dem Vorderrhein und der nordôstlichen Schweiz.
E. et H. 4. Bei Chur (Coire) macht das Thaï bis gegen Sargans Ba.«nduHhin. hin ungefahr einen rechten Winkel. — Die Blôcke des ausgezeichneten, in den ganzen Alpen nirgends als im Ponteljastobel ob Trons vorkommenden Granits folgen genau der linken Seite des Thaïs und ziehen sich in unzàhliger Menge lângs dem Cala^ida gegen Ragatz hin. Nicht ein einziger solcher Block ist weder an der rechten Seite des VorderrheiiUhales noch an den Bergseiten zwischen Chur und Meyenfeld gefunden worden. — Bei Sargans theill sich das Thaï wie das des Vieschglelschers ob dem Titter ; in dieser Entfernung vom Stammorte môgen die Ponteljasgranite bereils elwas zerstreut gewesen sein; denn von da an fmden wir sie lângs der linken Seite des Rheinlhals und im Thaïe des Walleiisees; vereinzelte Blôcke davon sclbst ûber Zurich hinaus ; einer der entferntesten liegt nahe bei Katzrùtiy dem Stammsitz des philosophischcn Bauers Mlein- Jogg. — Der Weg, den dièse Granité des Ponteljaslobels zuriickgelegt haben, ist also ein spUzwi7ikliger Bogen. — Ganz àhnliches lasst sich nachweisen von den aus dem PràUigau stammenden charakteristischen Gneis- wid Horriblendeblockm ^ so wie von allen aus dem Oberwallis (Haut- Valais) in die ebne Schweiz gelangten Blôcken. Dièse Thatsache, dass die Blôcke in der angegebenen Weise rechtwinklige und spitzwinklige Wege zurûckgelegt haben, beweistfûr sich schon aufs klarste, dass sie durch keinerlei heflig und schnell wirkende Kraft von den Stammorten an ihre jelzigen Fundstellen hin gelangt sind. Wàren die Ponleljasbl'ôcke durch eine gewaltige stossartige Bewegung, oder durch eine Fluth, oder durch schmmmende Eisberge (glace flottante) von ihrem Geburtsorte weggefûhrt worden , so wâre es vôllîg unbegreiflich , dass auch nicht Einer derselben weder an die sûdliche Thalseite , noch an den Bergen ob
Chur (Coire) abgeselzt worden sein sollle. — Bogenfôrmige Wàlle ferner (moraines arquées) , wie die angefûhrlen , hal noch kein Mensck durch Wirkung von Wasser gebildet gesehen; dos Wasser kann der Art seiner Wirktingsweise gemâss keine dergkichen ablagem. — Fassen wir aber die Gesammtheit der besprochenen Erscheinungen, an die sich ûbrigens noch eine ziemliche Zabi anderer anschliesstS in's Auge; so lâsst sich der Zusammenhang, in dem sie sâmaitlîch unter einander stelien , unmôglich verkennen. Matériaux emuqnei E. et H. 5. AbgeschUffene und bekritzte Felswànde (roches polies, transporté, par dan- ^^^^g striécs), losô bekritzte Steifislûcke y das Dasein von gleischer-
ciens glaciers. *' « . n> i i < ■
artigen Wàllen, ihr Verlaufen m zerstreute Blockablagerungen und die Marschroulen der Fûndlinge stelien sich dar als die Wirkungen einer und derselbeii Ursache , und dièse Wirkungen gleichen denen der jetzigen Gletscher so vollstàndig, wirklich wie ein El dem andem , dass es uns ergeht , wie es Hrn« v« daarpentler ergangen ist , wir kônnen nicht langer zweifeln, dass dièse Erscheinungen durch Gletscher bewirkt worden seien. Nehmen wir unsere Zuflucht zu dieser Annahme, so erklârt sich auch eine andere, sonsl rein unbegreiflichc Tbatsache von selbst; sie besteht darin, dass die Ger'ôUmasseny welche z. B. die jetzigen Ufer des RheinSy unterfaalb dem Bodeûsee bilden, grossentheils aus Bûndten (Grisons) herstam* staromen'; bat einst ein Gletscher eine Brûcke gebildet ûber das tiefe und lange Becken des Bodensees hin , so b^greifl sicb's , dass dièse Geschtebe aus den Hinlergrûnden Oberhalbsteins nacb Konstanz und weiter binab gelangen konntea, obne dièse Annahme
' E. et H. So der Umstand , dass manche der von den SUmmorten entferntesten Blôcke doch zu den allergrôssten gehôren , ferner die vorherrschende ScharPcanligkeit (blocs anguleux) der Blôcke, die Riesentôpfe (marmette de géants), die Neigiihg mancher geschichteter Ablagerungen von der Mitte des Thaïes gegen die Gehânge der benachbarten Berge hiij u. s. f. (Siehe hieriiber #. île duirpenUer oben cit. Werk.)
* E. et H. iEhnlich verhalt es sich mit allen den zum Theil eehr ausgedehnten und michtigen Gerëllmassen , die sich unlerhalb dem Auslauf der anderen Alpenseen beflnden. So enthalten die bis 80 Fuss (26 mètres) hohen Abrisse der zum Theil bei 2 Stunden breiten Gerôllebenen im Kanton Lutem und im Aargau sehr viele Geschiebe, welche von Gotthardy aus dem Berneroberland und Wallis herstammen; im Silfeld unterhalb Zii ricA , im Glattihal u. s. f. kommen Gesteine des Vorder-Rheinthah , Julier- und Albula- Granité als Geschiebe vor ; von allen diesen Steinarten findet sich keine Spur in der Nagelfluh der Molasse ; ihre Geschiebe sind also erst nach der Bildung der Thaler voo den Stammorten an die jetzigen Fundstellen bingebracht.
YftlIAe du Rhin Jusqu'à Mayence.