‹ Matériaux pour l'étude des glaciers (volume 3)Chapitre 52 sur 216 · MARMOTTES · texte numérisé non relu

MARMOTTES

nicbt« — Die Hypothèse eines eine Zeit IangJ^7(^n Klimas aïs das jetzige ist, in unâern Gegenden, findet gewiss sehr unerwarteter Weise auch eine Bestâtigung in den Ueberresten der organiscben Weit aus der daitialigen Période.

E. el H. 6. Es enlbâit nàmlicb u. a. eine fast bloss aus feinem Sand und Schlamm bestebende ^ Loss genannte Ablagerung, die sicb im i}/ietn/^{ bis unterilfatnz (Mayence) binaberslreckt, undwelcbe wie die Fûndlinge ùnserer Gegend zu den jûngslen vorweltlicben Gebilden gebôrt, eine sebr grosse Zabi bôcbst zarler und docb so wohl eiiialtener Schaalen von Landschnecken , dass sie oflenbar nicbt aus grosser Ferne berbei gescbwemmt sein kônnen , sondern in der Nâbe ibrer Fundstellen gelebt baben mûssen. — Dièse Scbaa^ len gebôren fast sâmmtlich Arten an, die jetztnoch in unseren Ge* genden leben, aber bloss an scbattigen und feucbten Stellen ; einige davon sind àcbte Alpenbewohner und finden sicb bis in 7000 Fuss Meeresbôbe (2275 mètres altitude) ; es feblen dagegen aile die Ârten , welche warme Standorte lieben. Gleicbzeitig mit diesen Scbnecken scheinen in diesen niederen Gegenden des Rbeintbals aber aucb Murmellhiere (marmottes) gelebt zu baben. Nebmen wir also an, Mirmotte.. die Gletscber der Alpen baben einst wirkiicb ungefôhr bis an die * "^^"^ ***" Grenzen der Farben auf der Karte bingereicbt, so kônnen wir uns ibre Wirkungsweise wobl etwa in folgender Weise denken : die entferntesten und am bôcbslen liegenden Blôcke wurden oflenbar abgesetzty als die Glelscber vom Beginn ibres Wacbsthums an den bôcbslen Stand erreicbten. — Der Anblick, den die Gegend damais einem Bescbauer gewâbrt batte, môcbte ungeFâbr âbnlicb gewesen sein dem, welcber uns jetzt Winterszeit auf der Hôbe der Uetlibergs zu Tbeil wird, wenn fast das ganze Flacbland zwiscben den im bellen Licbtglanz strahlenden Alpen und dem Jura durcb ein Nebelmeer bedeckt ist; kaum aber bâtten wir uns damais der milden Luft zu erfreuen gebabt, welcbe uns jetzt dort erwàrmt, wenn wir aus dem kalten Nebel beraufgestiegen , den sonnigen Gipfel erreicbt baben. — Aile die Ablagerungen , welcbe sicb zwiscben diesen entferntesten und am bôcbsten liegenden Fûndlingen und den jetzigen Gletscbern beGnden, gebôren dann der vermulhlicb sebr langen Période an, wàhrend welcber die Gletscber sicb allmàblicb verkleinert baben. — Dass dièse Abnahme aber nicbt stetig vor sicb gegan-

Eitension (accroiuemrnt),

retrait

(dimination) dei

glaciora.

gen isl, sondern dass sie zeilweise wieder mit Vorrùcken abwechselte, geht hervor aus dem Dasein der zahlreichen Seiiai'- wui Eiidmoranm , indem allen unseren Erfahrungen zufolge dergleichen Morànen sich nicht bilden bei ununlerbrochener Verkieinerung der Glelscher. — Nachdem also die Glelscher sich soverkieinert hallcn, dass ibr Ende z. B. nicht mehr hoch an den Kamm der Lâgeni hinauf reichte, sondern sich in Limmatlhal unten befanden, tml wieder ein Vorrùcken ein, dessen Résultat der Wall beim Dorf Wiire^ilos ist. Der Gletscher wurde dann abermals kûraer, rùdle aber wieder vor und bildete den Wall der Wûrenloser Trotte u. s. f., bis er nebst den ûbrigen , nun auf die Thaltiefen beschrânkten Armen, înnerhalb der jelzigen Grenzen zurûckgedràngt wurde. Xun Iritl uns aber die Frage entgegen, ob es môglich, mil den Geselzcn der Physik vereinbar sei , dass die Gletscher einst von ihrem Stamraorle bis an die bezeichnelen Grenzen hin vorrùcken konnlen. — Die Rechnung zeigt, dass fur die enlfernlesten und hôchsten der bekannten Alpenfùndlinge, d. h. fur die am Thore der FestiingHohentwiet liegenden, ùus den Biindlnerbergm (montagnes des Grisons) zwischen Avers und OfterAa/fe/eîwstammendenBlôcke sich ein Gefall von ungefàhr 2/3 Grad oder il bis 12 Fuss auf 1000 Fuss (11 à 1i mètres par 1000 mètres) ergibt. Der obère Theil des Jlf^r déglace in Chamounix und des Aletschgletschers , welche zu den flachsten Glelschern gehôren , mag dagegen eine Neîgung von 3 Grad oder 52 Fuss auf 1000 Fuss (52 mètres par 1000 mètres) also eine 4 bis 5 Mal slàrkere Neigung haben.

Die Beobachtung an den jetzigen Gletschern zeigt uns aber, dass sie, ganz ahnlirh wie das Wasscr , bei gleicher Neigung um so rascher vorrùcken , je hoher und Dù^-hiiger sie sind , indem die Reibung am Boden und an den Seiten bei einem miichti;:en Gletscher verhiiltnissmassig viel geringer ist als bei einem kleinen.

Die Annahrae, ein mehrere tausend Fuss màchliger Glelscher habe auch bei dem geringen Gefâll von 11 bis 12 Fuss auf 1000 Fuss doch vorrùcken kônnen , ist also mit den Geselzen der Pby^ik durchaus nicht in Widerspruch.

E. et H. 7. Hierùber beruhigt, drângt sich uns dann aber fasi unwillkûhrlich die Frage auf, was wohl der Grund einer so bedeutenden Verànderung des Klimas gewesen sei. Ueber die Ursachen, welche ein so ffcwalliiîcs Anwachsen der Glelscher hervoi^erufen

Page 1