EXTENSIONS , RETRAIT DES GLACIERS
haben môgen, herrscht indess dermals ein noch so iiefes Duiikcl, dass es hier geeigneter sein wird, dasselbe aïs ein fait accompli anzunehraen*.
Ebenfalls noch in's Dunkel gehûlll sind die Ursachen, welche die allen Gletscher zum Rûckzug gezwungen und die Eiswûsten in das schône Land umgewandelt haben , welches wir bewohnen. Doch
* Wûrde die Zeit des Blocktransports unrailtelbar der Erhebung der Alpen folgen , so kunnte man die llmUnderung des zur Molaise-Zeit in unseren Gegenden noch mitlelmeerwhen Kîimos in das Gletscherklima nicht ohne Walirscheinlichkcit diesem gewaltigen ' Erhebungsprozesse zuschreiben (s. Charpentier, S. 311 u. fT.), durch den die Wettcrscheidc der Alpen in ihrer jetzigen Grossartigkeit entstanden und vermuthlich die friiher {^rossen Theils im Meeresniveau (niveau de la mer) befindliche flache Schweiz zu ihrer jetxigen Hôhe emporgestiegen ist. Zwischen die Erhebung der Alpen und den Transport der Blôcke fàllt aber, wie schon oben erwiihnt , die Ausbildung der Thiiler und die Période der Schieferkohlén , deren Pflanzenreste , hauptsHchlich Fichten (pins), Birken (bouleaux) , Wachholder (genévriers) und Sumpfgràsern (plantes de marais) angehoren , welche Prof. Hecr von den gegenwartig bei uns in feuchten Gegenden wachsenden noch nicht mit Sicherheit bat unterscheiden kônnen. Prof. 8tiiiler sagt daher wohi nicht mit Unrecht (Leonh. und Bronn. Jahrb. 1841, S. 682): «Die Ycrbreitung der Blôcke mit diesem Ereigniss (Aufrichtung horizontaler Lager zu vertikal stehenden Gebirgsketten und die gânzliche Umgestaltung der OberflUche des Landes nach Berg-, Thaï- und Strom-Gebieten) in ein Causal-VerhUltniss zu setzen , scheint mir beinahe so gewagt , als wenn man die franzôsische Révolution vom trojanischen Krieg herleiten wollte. » Den Yerlauf dieser Vorgânge kann man sich iibrigens vielleicht ungefahr in folgender Wcise vorstellen : bei der durch unterirdische Krafte bewirkten Zerreissung und Aiifriclitung der Schichten in den Alpen und der als unmittelbares Résultat daraus liervorgehenden Entstehung von Léingenketten und Langenlhàlem sind oflfenbar auch miichtige Querspalten entstanden , welche sich wohl an vielen Stellen iiber das Gebiet der aufgericliteten Schichten hinaus erstreckten ; so z. B. mag der Riss des Linththales bis nôrdlich iiber Rapperschweil hinaus vorgedrungen sein in die Gegend des jetzigen untern ZurichseeSy an dessen Stelle wohl noch ein mehr oder minder zertriimmerter Rest der Molasse- Gesteine sich befand, welche bis zur Erhebung der Alpen eine ziemlich gleichformige, dem jetzigen Tieflande zwischen dem Himalaya und Vorder-Indien vergleichbare , Ebene gebildet haben môgen, wahrend der Révolution in den Alpen aber, mit Beibehaltung der Horizontalitât ihrer Lagen, um 1200-1800 Fuss (400-600 mètres), Hôhe der wagrechten Meeres-Molasse ob dem Meer, emporgestiegen waren ; in der Linththalspalte werden sich die Gewâsser der Umgebungen gesammelt und sich einen Ausweg erôfPnet haben quer durch den ihnen nordwârts vorliegenden Molasse-Damm hindurch , in welchem sie bei der Lockerheit des Gesteins und dem sehr starken Geflill sich bald ein tiefes Rett einschnitten , das sich unter Mitwirkung der vom allmahlich sich verkieinernden Molafse-Plateau zufliessenden SeitengewUsscr dcrmassen verbreitcte, dass von ihm am Ende nur noch die gegenwartig aïs Bergriicken uns erscheinenden Hôhenziige des Alhis und Pfannenstiels ubrig blieben. — So veranlassten die Querspalten der Alpen die Ausbildung der jetzigen Stromthiiler, welche siimmtlich eine auf den Verlauf der Alpenkette
Igsst sich darûber eine Yermuthung aufstellen y die vielleicht nicht ailes Grundes entbebrt.
Uebersleigen wirWinlerszeil (hiver) einenunsrer A(pcnpd««r(cûle des Alpes), so erstaunenwirûberdiegewaltigenMassenvonSchnet', die an inanchen Slellen aufgehâufl und vom Slurrawiod (neiges ventées) zusammengeweht worden sind. — Besuchen wir dlestlbe Gregend wenige Monate spâter , so erkennen wir uns kaum mebr :
ungefahr rechtwinklige , also dem starksten Fall entsprechende Richtung haben bû ts. « die Gegend , wo die festeren Gesteine des Jura- und Schwanwaldgebirg^ (ForètrNijcc der Erosion der Alpengetvàsser eine Greuze setzten. Der Widerstand , den der Jun an Auswascbung leistete, springt namentlich in die Augen in dem bald breitern, ba^i schmâlern Erosionsthalj wekhes die Lagemkette von den siidlichen Moims»iû-;n scheidet und welches, zum Theil in grusseren Dimensionen , imAargaU" (ArgOTie) imd Solothurnergebiet (Soleure) lângs dem Siidostfuss des Jura sich hinzieht und ungeiceio anschaulich darauf hinweist , dass die von Siidojst herkommenden Gewàsser hier an der Grenze der lockern Molasse gegen den harten Kalkfels von ihrem bisherigen Laofe a^ gelenkt und zu einer damit ungelahr rechtwinkligen Richtung gezwungen wurden. Ob der RheirUauf lângs dem Sùdabfall des Schwanwaldes (Forèt-Noire) ebenfalls hauf lsàchlich solcher Auswascbung lângs der Grenze zwischen dem (Gneiss und Gramt ood dem lockern Gebilde des bunten Sandsteins (grès bigarré) zuzuschreiben ist , mag einstweilen dahin gestellt bleiben; sicher aber scheint zu sein, dass da, wo die Strôme quer durch Juraketten hindurch fliessen , z. B. die Limmat bei Baden , die Reuss bel Biruteikstorf, die il are bei Wildegg, Schin%nach und im Siggentkal, bereits Spalten vorbaodn waren , die vom Gew&sser wohl benutzt und erweitert worden , aber nicht durch dasselbe entstanden sind.
Die Sohle (sol) der meisten dieser Thâler ist damais wohl bedeutend tiefer gewe>ea als gegenwartig, hat wenigstens bis in die Tiefen hinab gereicht, in denen noch Ceschiebe vorkommen , deren Steinartên sich nur in den Hochalpen , nicht aber uoter de» Geschieben der Nagelfluh (gompholithe) vorflnden; denn die Geschiebe der Hodialpn mussten damais-, wiejetzt, in den nâchsteu Wasserbecken liegen bleiben, deren Ueberreste unsere jetzigen Alpenseen (lacs alpestres) sind; und wenn man erwâgt, dass i. B. d^r Boden^, Wallen^ und Ziirichsee im Anfang dieser Période wohl ohne Zweifel eincs zusammenhângenden See gebildet haben , so liegt klar vor Augen , welche Verwenduaç die damaligen Alpengeschiebe gefunden haben; das durch die Fliisse aus der mîtUera Schweiz weggeschwempite Molassematerial aber mag theils in untern Rheinihal Ailnvionen bewirkt haben, theils dem Meere zugefuhrt worden sein.
Wâhrend oder nach diesen Vorgângen, jedenralls erst seitdem die Ufer des Bodensm (lac de Constance) , der uniere Bucliberg und der Hummelwald bei Utinach^ das Aartkcl bei Thun , das Thaï von Chambery , die Gegend des Ortasees , die von Gandino in IW Seriana^ also ûberhaupt das ganze Alpengebiet den Haupttypus seiner jetaigen Fera erhalten batte, lebten die Pflanzen, deren Reste uns in den Schieferkohlen (lignite} erhalten sind , und mit ihnen nebst Ochsen (bœufs) auch das Mammuth , welches sicb ba Dumien z. B. bei seiner Nahrung begraben findet.
Als Ursache der Umwandlung des damaligen, dem jetzigen wohl ziemlich âbnlicfaen,