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IX. Wie in anderen Kirchen zog man auch in Gallien junge

(1) MGH, Capital., Bd. I, S. 133, c 15.

(2) DucHESNE, Liber pontificalis, Bd. Il, S. 15. Paris, 1892.

(3) DuGHESNE, a. a. O., Bd. II, S. 60.

(4) Décréta aufhentica S. Rituum Congregationis, Nr. 4026, ad 1. — Die karolingischen Kapitularien und Kanones legen iiberhaupt sehr oft den Bischôfen ans Herz, fur die Lichter in der Kirche und ihre stândige Unterhaltung genau Sorge zu Iragen. So : Capitiilare missonim, 805, c 8 ; Capitulare missoriim, 813, c. 4 ; Capitiilarid vel missorum vel Synodalia. 813, c. 8; Capitulare cum episcopis langobardicis deliberatnm, 780-790, c 4 ; Admonitio adomnes regni ordines, 823-825, c. 5. In den Kirchen soU ein « ewiges Licht » aus den Opfergaben der Glâubigen unterhalten werden, Concil. aquisgranense, 836, c. 29, 6.

(5) Liber IV, c 3 in PL, Bd XCVHI, Kol. 1187.

(6) MGH, Concil., Bd. II, S. 478.

(7j De ecclesiasticis officiis, Praefatio altéra, PL, Bd. CV, Kol. 992. (8) Mabillon, Muséum italicum, Bd. II, S. 47. n 9. Paris, 1724.

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Knaben auf ('), die in der Schola der Kantoren bei der Messe mitwirkten (-), mit dem Priester und in Verhinderungsfalle statt des Priesters das Offizium verrichteten (■^), die Glockenzeichen zu den Horen gaben (0 und bei der Privatmesse Ministrantendienste versahen. Dièse sind mit unserem Kapitulare sicher nicht gemeint. Der hl. Germanus von Paris (t 576) sagt in seiner eben zitierten Messerklârung ausdrucklich, dass die parvuli auch das Responsorium in der Messe sangen. Durch unser Statut werden aile ganz auserhalb des kirchlichen Personals stehenden Laien von der Mitwirkung bei liturgischen Funktionen ausgeschlossen, es wird ihnen untersagt, eine Lektion im Offizium oder in der Messe und das Alléluia in der Messe zu singen, mit anderen Worten, ein Laie darf nie einen Sologesang vortragen und damit als litargische Person im Presbyterium auftreten. Denn es wurde wiederholt den Laien verboten, im Presbyterium zu stehen ('). Dagegen ist es dem Volke gestattet, sich an der Psalmodie zu beteiligen und auch den Refrain der Responsorien mitzusingen, wie es seit jeher der Fall war.

Dass man uber den guten Vortrag der Lesungen und Gesange sorgfaltig wachte, zeigen mehrere Bestimmungen der Karolingerzeit ('') und von Karl dem Grossen erzahlt uns der Mônch von St-Gallen diesbezUglich kôstliche Anekdoten, denen aber sicher eine wahre Begebenheit zugrunde liegt (').

Zum Schlusse sei noch erwâhnt, dass das IX. Kapitel unseres Statutes ganz auffallend an eine Verfûgung des Papstes Zacharias vom Jahre 747 erinnert, derzufolge es den Nonnen untersagt war, die Lektionem wâhrend der Messe und am Karsamstag zu lesen und das Responsorium oder Alléluia zu singen {^). Dièses Dekret geht auf Papst Gelasius zuriick und ist ganz dem Sinne unseres Kapitulare entsprechend.

X. Die hier erwahnte aqua benedida ist ohne Zweifel das Weihwasser in unserem heutigen Sinn, dessen Weihe in der Kirche an

(1) Concil. vasense, 529, c. 1.

(2) S. Germant Expositio missae. PL, Bd. LXXII, Kol. 90.

(3) Capitula de presbyteris admonendis, 889 (?), c 5.

(5) Concil. turonense, 567, c. 4; Concil. romanum, 826, c. 33.

(6) Capitulare missorum in Theodonis Villa datum primiim, 805, c. 1 ; Capitularc missorum Niumagae datum, 806, c. 3.

(7) Degestis Karoli Magni, 1. I, c 5, 7, 8, 10, PL, Bd. XCVIH, Kol. 1375 ff.

(8) EpistolaadPippinum, 747, MGH, Epistulae, Bd. III, S. 482.

KAPITULARE AUS DER KAROLINGERZEIT. 349

allen Sonntagen seit der Mitte des IX. Jahrhunderts bezeugt ist ('), vielleicht aber schon friiher stattfand. Erzbischoî Hincmar von Reims sagt, dass das Wasser an Sonntagen geweiht werde, damit die Giâubigen nach Belieben davon mitnehmen kônnten. In friiherer Zeit pflegte man das Wasser in den Hausern zu weihen und auch vom Taufwasser pflegte man seit alters mitzunehmen.

Mit welcher Weihe haben wir es hier zu tun, der âlteren in den Hausern stattfindenden oder mit der jungeren, die jeden Sonntag in der Kirche vorgenommen wurde? Aus dem ersten Satzegeht es nicht klar hervor. Der Nachsatz : quando consecraveris aqiiam primum orationemfacis, bezieht sich offenbar auf den Priester und weist ihn an, nach der Wasserweihe, das heisst bevor die Giâubigen davon nahmen, noch ein Gebet zu sagen. Welches Gebet? Es kônnten die Orationes pro aspersione aquae, Segnung des Hauses sein, die in dem alten gelasianischen Formular stehen (-'). Ob dièse Annahme geboten ist, lâsst sich schwer entscheiden.

Unser bischôfliches Kapitulare spiegeit getreu die Kirchenreformatorische Tatigkeit des karolingischen Zeitalters wieder und zeigt uns an einem kleinen Beispiel wie tiefgreifend und fruchtbar dièse Tatigkeit war.

DoM Ernest Vykoukal, O. S. B.

Lizentiat der Moral- u. Geschichtswissenschaften, Abtei Emaus, Prag.

(1) Hincmari Remensis Capitula presbyteris data, 852, c. 5, PL, Bd. CXXV, Kol. 774. Vgl. A. Franz, Die kircfilicfien Benediktionen im Mitfelalter, Bd. I, S. 98.

(2) Sacramentarium gelasianmn, Pars III, n. 76, éd. H. A. Wilson, S. 287. Oxford, 1894. Vgl. Franz, a. a. O., S. 134.

Spuren eines verlorenen

Liturgiebuches,

des - Liber capitularis - Stephans von Tongern (f 920).

Stephan ('), aus der grâflichen Familie Salm ('), ein Mitschuler Radbots, des Bischofs von Utrecht und Mancions, des Bischofs von Châlons-sur-Marne in der Palastschule, danach Kanonikus in Metz, Abt von S. Miiiiel in Lothringen und von Laubach (Lobbes) im Hennegau und endlich von 903-920 Bischoî zu Luttich (t 920) ('O, nimmt als kirchlicher Schriftsteller einen Ehrenplatz in der Literaturgeschichte der lateinischen Liturgie ein.

Nach dem Zeugnisse Folkuins (^), Abt und Chronist zu Lobbes (t 990), hat er eine Passio des hl. Lambertus bearbeitet und dem Erzbischof Hermann von Kôln (890-925) dediziert. Auf seine Veranlassung vvurde die Vita Lambert! (^) auch poetisch verarbeitet. Sie ist u. a. in zwei Handschriften aus Stavelot und Malmedy iiberllefert.

Die Handschrift N" 14650-14657 der kgL Bibliothek zu Brussel aus dem 10. Jahrhundert, enthâlt ausser den beiden erwâhnten Lambertus-Viten noch : Versus in laude b. Lantberti (f. 99); Antiphonia in S. Lantbertum (foL 117-119) (-). P. Suitbert Bâumer,

(1) Vergl. Histoire littéraire de la France, Bd. VI, S. 168 ff. Paris, 1867.

(2) Gallia christiana, Bd. III, Sp. 836 f. Paris, 1876.

(3) Mabillon, De episcopis leodiensibus O. S. B. saec. X. in den AA. SS. O. S. B., Bd. VII, saec. V, S. 867, Venetiis s. a. und passim : S. 26, 28, 256, 259. Bis in's 11. Jahrhundert war der offizielle Titel der zu Luttich residierenden Bischôfe : Tungrorum episcopus, Bischof von Tongern.

(4) Gesta abbatum lobiensium, c. 18. MGH. SS, Bd. IV, S. 62. (Vergl. Migne, PL, Bd. CXXXVII, Sp. 559.)

(5) L. Van de."? Essen, Étude critique et littéraire sur les Vitae des saints mérovingiens de l'ancienne Belgique, S. 20 ff. Lôwen, 1907 und B. Krusch, Vitae Landiberti cpiscopi Trajectensis, MGH. SRM, Bd. VI, S. 399 ff., haben die handschriftiiche Grundlage und den literarischen Wert der Lambertus-Viten am eingehendsfen und besten behandelt. (Vergl. Neues Arcliiv, 1879, Bd. IV, S. 555 und Bibliotheca hagiographica latina, Suppl.. S. 185. Briissel, 1911.)

(6) Neues Archiv, 1877, Bd. II, S. 260 (Vergl. Pertz, Arcfiiv, Bd. Vlli, S. 539; B. Krusch, /. c, p. 331.)

DER « LIBER CAPITULARIS » STEPHANS VON TONGERN. 351

0. S. B., hielt dièse liturgischen Texte fur das âlteste Reimoffizium ('). Die Hymnenforschung hat seither noch andere liturgische Reimlieder aus der Zeit des Lambertusoffiziums ans Licht gebracht. So das Of/icium S. Folquini von Folkuin, dem Abte von Lobbes (968-990), und das Of/icium S. Ricfrudis, das Hukbald, ein Mônch von St Amand, gedichtet (-'). Wâhrend P. S. Bâumer Stephans Verîasserschaft der Lambertusreime ohne eine Einschrànkung annahm, hat P. Clemens Blume, S. J., sie Hukbald zugeschrieben (^). Er lâsst Stephan nur als Redaktor und Dichter der Lambertus- Responsorien gelten.

Canticum etiam de sancta Trinitate, et canticum de inventione Stephani protomartyris auctentico et dulci modulamine composuit (^). Mit diesen Worten gibt uns Sigebert von Gembloux (t 1113) von zwei anderen liturgischen Kompositionen Stephans Nachricht. Das canticum de inventione Stephani protomartyris mag der fromme Bischof in Erinnerung an seine Domherrenzeit zu Metz und aus Verehrung des Titularheiligen der Metzer Kathedrale, seines eigenen Schutzheiligen, verfasst haben. In der liturgischen Ueberlieferung ist dièse Arbeit ohne besondere Spur gebMeben. Einen verhaltnismâssig grossen Einfluss hatte dagegen das « canticum de sancta Trinitate », weil dadurch die Einfuhrung des Dreifaltigkeitsfestes veranlasst wurde. Die spâtfrânkische Sakramentartradition enthielt fur den Sonntag nach Pfingsten einen eigene Messe zu Ehren der Trinitât, die wohl Alkuin redigiert hatte. Stephan schuf dazu das passende Offizium. So lag es nahe den ersten Sonntag nach Pfingsten zu einem eigenen Peste zu erheben. Anfangs nur fur die Kanoniker der Domkirche vorgeschrieben (^), biirgerte sich das Fest nach und nach in den Niederlanden, in England, Deutschland und Frankreich ein. Die Klôster bahnten dafiir die Wege (').

(1) P. s. Baeumer, Geschichfe des Breviers, S. 357. Freiburg i. B., 1895. Der Text dièses Offiziums wurde zuerst verôffentlicht von : Jos. Demarteau. Vie de Saini Lambert et documents du X" siècle. Liège, 1878. Die liturgische Mélodie katn dabei nicht zum Abdruck. (Vergl. Analecta hymnica, Bd. XXVI, n. 79.)

(2) Analecta hymnica, Bd. XIII, S. 147 f. u. 225 f.

(3) Clemens Blume, S. J., Zur Poésie des kirchlichen Stundengebetes im Mi'.telalter, in Stimmen aus Maria-Laach, 1898, Bd. LU, S. 136 ff. (Vergl. Dom Reginald Biron, Histoire du bréviaire, Bd. II, S. 76 f. Paris, 1905, die Uebersetzung der Breviergeschichte Bâumers.)

(4) Sigeberti gemblacensis. Liber de scriptoribus ecclesiasticis, c. CXXV, MiGNE, PL, Bd. CLX, Sp. 574.

(5) FouLLON, Historia leodiensis, Bd. I. S. 162.

(6) A. j. Binterim, Die vorzUglichsten Denkwurdigkeiten der christ- katholi-

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Bernold von Konstanz (t 1100), der in seinem Mikrolog das Officium de Trinitate ebenfalls Stephan zuschreibt, berichtet iiber die Stellung, die Rom anfangs zu dem neuen liturgischen Offizium der Trinitât înventio sancti Stephani einnahm : Quidam leodiensis Stephanus idem officium, sicut et historiam de inventiones. Stephani, composuisse asserifur, quae utraque ab apostolica sede respuuntur (')• 1334 schrieb Papst Johann XXII das Fest allgemein vor. Der Franziskaner Joh. Peckham, spâter Erzbischof von Canterbury (1278-1292), verfasste ein neues Offizium. Das jetzige soll unter Fins V entstanden sein ("-). Es bedarf einer eigenen Untersuchung ob der Arbeit Peckhams die Komposition Stephans zu Grunde liegt. Cl. Blume, S. J., sp.richt auch dièse Komposition dia Autorschaft ab und Hukbald zu (^).

An dièse verdienstlichen und einflussreichen liturgischen Kompositionen, deren Authentizitât und Ueberlieferung erst unsere Zeit anzweifelt und neu interpretiert, schliesst sich eine letzte Arbeit an, deren Verfasserschaft durch Stephan widerspruchslos verbiirgt sein dûrfte. Es ist seine grôsste liturgische Arbeit, deren Existenz und historische Bedeutung den besten unserer Liturgieforscher Batiffol und Baumer entgangen zu sein scheint. Wir meinen den sogenannten Liber capitularis (^), dessen Einfluss sich bis auf unsere Zeit u. a. in den liturgischen Formularen einzelner Kirchen des Rheinlandes feststellen lasst (•■), und der somit zum Ausgangspunkt einer eigenen und wichtigen liturgischen Ueberlieferung geworden ist.

Woher es aber gekommen ist, dass dièse Uberlieferungsge-

schen Kirche, Bd. V, 1, S. 270 ff. Mainz, 1829; K. A. Heinr. Kellner, Heoriologie, S. 87 î. Freiburg i. B., 1906; P. S. Baeumer, o. c, S. 298 f. Nach Trithe- Mius(7 1516), Chronicon hirsaugense, DCCCCIII, S. 51, S. Gallen, 1690, hatte Stephan aus Alkuins Schriften geschôpft. Sein Offizium wurde damais in der gallikanischen Kirche gebraucht. <^ ///V etiam ex libro Albini Abbatis Tiironensis cantiim ordinavit, de Sancta Trinitate, quo in octavis Pentecostes gallicajam utitur Ecclesia. »

(1) Micrologus de ecclesiasticis observationibus, c. LX. Migne, PL, Bd. CLI, Sp. 1020.

(2) A. Baillet, Les vies des saints, Bd. IX : Histoire des fêtes mobiles, S. 158. Paris, 1739.

(3) Cl. Blume, /. c.

(4) Auch einfach Capitularium = Liber ecclesiasticus continens Capitula, quae in Ecclesia camintur, in Monastico Anglic, t. III, S. 324. Vergl. Ducange, s. V. Ueber Capitulare in einer sonst ungebrauchlichen Redeweisse fiir Antiphonar vergl. Thomash, Opéra omnia, Bd. IV, S. 321. Rom, 1749.

(5) Revue bénédictine, 1911, Bd. XXVIII, S. 236.

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schichtlichen Zusammenhânge unbekannt geblieben sind und verloren gingen, mag zum Teil der Umstand erklâren, dass Stephans Liber capitularis, nachdem er einmal seinen Einfluss auf die eine oder andere lokale liturgische Entwicklung abgegeben batte, selber sehr bald vergessen wurde und dann verschollen ist. Die alteren Literarhistoriker haben seine Spur nicht mehr. Sie notieren nur seinen Verlust.

Hoc opusculum amplius non extat, bemerkt W. Cave (t 1713)(') in seiner Historia literaria scriptorum ecdesiasticorum i\i Stephans Werk. Zaccaria (-) (t 1795) wiederholt dieselbe Bemerkung und bestatigt die Tatsache. Im gleichen Sinne schreibt Dom Remy Ceillier (^) (t 1761) und schreiben die Herausgeber der Histoire littéraire de la France {^] : «On ignore quel a été le sort de cet ouvrage. »

Die vorliegende Arbeit môchte einen kleinen Beitrag fur die Ueberlieferungsgeschiclite des Liber capitularis Stephans von Tongern liefern und der Aufmerksamkeit der Handschriftenforscher ein fur die Kenntnis und die Geschichte der Liturgie unserer Provinzen im Mittelaiter wichtiges Textdesideratum nahebringen.

Der Codex Harleianus 296\,saec.X\ des Britischen Muséum zu London enthâlt ein Collectaneum{;'). Dom Germain Morin, 0. S. B., hat auf einer enghschen Bibliotheksreise im Jahre 1895 dièse Handschrift untersucht und seine Ergebnisse kurz mitgeteilt {''). Demnach enthâlt sie Kapitel (kleine Lesungen), Antiphonen, Responsorien, Hymnen, Versikel und Kollekten fiir aile kanonischen Horen mit Ausnahme der Matutin, fiir die nur ein Hymnus und Kapitel angegeben sind. Die Sammlung ist reichhaltig. Fast aile Sonntage haben jeder seine eigenen Lesetexte, sodass das Collectaneum im voUen Sinne einem Liber capitularis entspricht und so genannt werden kônnte.

(1) GuiL. Cave, Scriptorum ecdesiasticorum fiistoria literaria, S. 494. Genf,

(2) Fr. Ant. Zaccaria, Bibliottieca ritualis, Bd. II, S. 62. Rom, 1778.

(3) R. Ceillier, Histoire générale des auteurs ecclésiastiques, Bd. XII, S. 786. Paris, 1862.

(4) Bd. VI, S. 172. Paris, 1867.

(5) CoLLECTANEUM und CoLLECTARius Ubcr est, qui collectas ad quaevis officia dicenda continet. Vergl. F. A. Zaccaria, Bibliotheca ritualis, Bd. I, S. 103. Rom, 1776. Von demselben Onomasticon rituale selectum, Bd. I, S. 85. Faventiae, 1787. Ducange, Glossarium, s. v.

(6) Revue bénédictine, 1895, Bd. XII, S. 196 ff. Die damais gemacliten Aufzeichnungen hat Dom Morin mir bereitwilljgst zur Verfûgung gestellt. wofiir ihm auch hier nochmals gedankt sei.

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Fur die Bestimmung der Provenienz der Handschrift bietet zunâchst das Vorkommen der Feste der hll. Lambert und Stephan und das Fest der Trinitat einen Anhaltspunkt. Dièse Feste weisen auf Liittich, dessen Kirchensprengel und liturgischen Einfluss. Andere Elemente verdeutlichen noch diesen Hinweis. Wie in der Liitticher Liturgie, so wechselt in den Texten der Harleyschen Handschrift die Kollekte fast bei jeder Hore, wie dort, ist hier das Hymnar reich. Die Texte sind gut. Dom Morin weist als Vergleich dafur auf Hymnen eines Brevier-Missales der Abtei St. Gérard hin, eine Handschrift aus dem vierzehnten Jahrhundert in der Seminarbibliothek zu Namur. Der Hymnus zur Komplet ist je nach der liturgischen Zeit und dem Feste, das begangen wird, verschieden. Ordnung und Text der Antiphonen sind einem alten Trierer Brauch âhnhch. Ein ganz besonderer Rang ist dem Sonntagsoffizlum eingeraumt. Der Tongerer Dechant und gelehrte Liturgiker Radulph de Rivo (t 1403) hat uns die Kenntnis dieser liturgischen Lokal-Eigentiimlichkeiten zuverlassig vermittelt (')•

Aus diesem Vergleiche ergeben sich nicht nur gewisse aussere Aehnlichkeiten in der Anlage und fur den Gebrauch der beiden bisher besprochenen Liturgiebiicher, sondern offenbare innere verwandschaftliche Beziehungen zwischen dem Harleyschen Colledaneum und dem Liber capifularis Stephans von Tongern.

Ueber die Bestimmung und den Gebrauch der Handschrift gibt nur der einzige Name Olaf, des hl. Konigs und Martyrers von Norwegen (t 1030) Auskunft. Sein Kultus verbreitete sich sehr schnell im Norden.

Ferner muss die Handschrift dem Bischofe Leofric von Exeter (t 1072) als ihrem urspriinglichen Eigenttimer zugesprochen werden. Denn das Collectaneum, das in der Evangelienhandschrift Bodl. auct. D. 2. 16 unter den Buchern aufgefuhrt wird, die Leofric seiner Kirche zu Exeter vermacht, diirfte mit dem im Codex Harleianus identisch sein.

Nach England ist die Handschrift durch Leofric selber gekommen. Und zwar hat er sie aus Lothringen ûbertragen. Das lâsst sich einmal damit begriinden, dass er in Lothringen erzogen und unterrichtet worden war. Huic tempore berichtet Wilhelm von Mal-

Ci) Vor alletn in seinem Traktate De canonum observantia u. a. Prop. XIII bei

M. HiTTORP, De catholicae Ecdesiae divinis officius ac ministeriis, Kôln, 1568

und in der Bibliotheca maxima Patrum. Vergl. C. Mohlberg, O. S. B., Radulph

de Rivo, der letzfe Verfrefer der alfrômischen Liturgie. Bd. I. S. 177 ff. Lôwen,

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niesburry (t 1143?) in seinen Gesta Ponfificum Anglorum ('), régis Edwardi successif Lefricus, apud Lotharingos altus et doctus. Dann aber wissen wir bestimmt, dass durch Leofric lothringische Gebrauche in Exeter eingefiihrt wurden. (-). Das war z. B. der Fall bei der Neuorganisation des Kapitels. Hic Lefricus, berichtet wiederum Wilhelm von Malmesburry eiectis sanctimonialibus a Sancti Pétri monasterio episcopatum et canonicos statuif, qui contra morem Anglorum ad formant Lotharingorum uno triclinio comederent, uno cubiculo cubitarent (^).

In Lothringen, nâherhin in der Kirciie von Metz, muss, da Leofric Bischof von Exeter wurde, der Liber capitularis Stephans von Tongern aller Annahme nach schon uber hundert jahrelang im Gebrauch gewesen sein. Denn der Bischof Robert von Metz, der im Jahre 916 starb, war Stephans von Tongern Lehrer und kirchlicher Obérer gewesen und von diesem kurz nach seiner Erhebung auf den Tongerer Bischofsstuhl zu Luttich, die 903 stattfand, mit dem Liber capitularis beschenkt worden. Dass dieser Liber Robert gewidmet war, berichten, wie wir noch sehen werden, aile Chronisten ohne Ausnahme. Vor 916 und nach 903 ist der Liber capitularis von Stephan von Tongern ausgearbeitet und geschrieben worden. Das ist ein weiteres Résultat fiir dièses verschollene liturgische Buch. Das erste Ergebnis aber ist die nun auch historisch erklârte und gerechtfertigte Tatsache von der Abhangigkeit der beiden Kapitelbucher von Metz und von Exeter.

In Luttich selber, und in seinem kirchlichem Bezirke sowie in Kôln finden wir ebenfalls Spuren, von Stephans Liber capitularis. Ziemlich unbezweifelt diirfte jener Collectarius Stephani episcopi dafur gelten, den der Bibliothekskatalog von Stavelot aus dem Jahre 1105 auffuhrt. Er wurde von Th. Gottlieb aus einer Handschrift des Britischen Muséum Addit. 28106 als Musterkatalog ediert (^). Einen zweiten Collectarius fand der Kanonikus Cornélius Schulting (t 1604) in der Bibliothek der Abtei S. Pantaleon zu Kôln peruetustum MS, ... cuius aureis rubeis literis descriptus titulus est talis : In Christi nomine incipit Collectarius compendiose

(1) MiGNE, PL, Bd. CLXXIX, Sp. 1547.

(2) Im 13. Jahrhundert kommen Capifularia in englischen Kircheninventaren hâufig vor. Vergl. z. B. Extracts from inventories of parish cfinrches taken in the 13th centnry in the diocèse of Salisbury bei M. Maskell, Monumenta ritualia Ecclesiae anglicanae, Bd. I, S. CLXXXVIII f, iCXL). London. 1846. Eine neuere Ausgabe konnte ich nicht erreichen.

(3) MiGNE, PL, /. c, 1547.

(4) Th. Gottlieb, Ueber mittelalterliche Bibliotfieken, S. 284 f. Leipzig, 1890.

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digestus cum Capitulis per singulas horas congrue dicendis totius anni circulo immutabili divinitatis lege voluendo (')• Schulting hat eine Anzahl Orationen daraus in seiner Bibliotheca mitgeteilt.

Die Ueberlieferung, dass Stephan von Tongern einen Liber capitularis verfasste, war im funfzehnten Jahrhundert nocii lebendig. Das wird von Radulph de Rivo (t 1403) bestâtigt : praecipuum exista capitularium Stephan i Tungrorum episcopi (-). Er gibt uns auch die ausfuhrlichsten und besten Nachrichten iiber den Gebrauch des Liber capitularis zu seiner Zeit und in seiner Heimat Brabant. Huiusmodi (libri capitularis) auteni capitulis et orationibus utuntur multae ecclesiae harum parti uni aliquae intègre aliae in multis particulis variaverunt, ut Trajectenses . Aliae unica oratione contentae solum capitula receperunt, et hoc sequuntur fratres vestri de Viridi Val le. Et quoniam generali usu mundi in huiusmodi capitulis licet sequi libros ecclesiarum nec in illis tenetur identitas sicut nec in lectionibus matutinis, videtur quod fratres vestri de Amsteyn retinere licite potuissent absque scrupulo capitularium Viridis Vallis, quod auctorem praedictum habere noscitur ... (^). Radulph war bei diesen Erlauterungen von dem Sonderbrauch der Deutschen ausgegangen, den er bei diesen wahrgenommen : Alemanni autem plures alium modum habent capitulandi. Nam ipsorum multae ecclesiae in officiando habent sua propria capitula et orationes... Also in einigen deutschen Kirchen und in den Niederlanden, speziell in den Klôstern der gerade zu Radulphs Zeit gegrundeten Windesheimer Kongregation war Stephans Kapitular oîfizielles Liturgiebuch geworden.

Von nun an erlischt das Andenken an den Liber capitularis. Von seiner Existenz und seinem Einflusse redet keiner inehr, bis man das wichtige Buch fur verloren ausgibt.

Es ist niir durch einen Zufall gegluckt, ein bisher unbeachtetes

(1) c. ScHULTiNG, Bibliotheca ecclesiastica, Bd. III, S. 227. Verf^l. Fr. A. Zac- CARiA, Bibliotheca ritualis, Bd. 1, S. 103. Rom, 1776. Ich zâhie den dort noch Kenannten Collectarius aus eineni S. Martinskloster (Koln?) auch den von M. ZiEOELBAUER, O. S. B., Hlstorlo rei litierariae, O. S. B., Bd. I, S. 505 erwahnten der Bibliolhek der Abtei Maria-Laach nicht hieher, weil sie ohne irgendeine erlauternde Anj^abe ebenso gut Sakramentarien sein konnten. — Bei einem Verkauf der Philipps-Handschriften zu London 1910 wurde ein Capiiulare per anniim cum calendario aus Kôln und dem 13. Jalirh. angehôrig versteigert. Nach meinem Erkundiguni^en handelt es sich um ein rheinisches Pramonstratenser Brevier.

(2) Radulphjs de Rivo, De canoniim observantia, Prop. XIII.

(3) Radulphus de Rivo, /. c.

DER « LIBER CAPITULARIS « STEPHANS VON TONGERN. 357

Fragment des Stephanschen Werkes zu finden, dessen besonderer Wert darin liegt, dass es uns den genauen Inhalt des Liber capitularis vermittelt, uns uber sein Zustandekommen unterrichtet und die Nachrichten der Chronisten iiber seine Authentizitât direkt bestâtigt. Ich meine die Dedikationsepistel Stephans an Robert von Metz, die in einem liturgischen Traktat, dem Liber de officiis ecclesiasticis der Handschrift G. B. 4^ 174 des Kôlner Stadtarchivs uberliefert ist ('). Der Traktat ist aus dem Ende des 14. Jahrhunderts. Im ersten Teile meiner Radulphusarbeit wies ich bereits darauf hin (-). Ich habe dort auch die Handschrift beschrieben (^). Die Epistel beginnt auf der zweiten Spalte von fol. 166'" und endet in der ersten Spalte von fol. 167'. Dem Texte, der hier zum ersten Maie verôffentlicht wird, lasse ich soviel als môglich seine ganze hie und da unverstândliche Originalitat. Konjekturen und notwendige Verbesserungen vermerke ich im Apparat.

Domno patri Roberto Mediomatricis ecclesie presuli, Stephanus, nomine' Tungrorum episcoporum-, obsequii omnimodi famulatu's).

Pro exactis iniuriarum-^ laboribus quos constat patres expendisse prolibet-*, est"' filiis super terram celestis patrie viuere longius, si quanto'' tamen fuerint meritauerunt' iilis, postquam tue Metensis"^ ecclesie nostris" siquidem mee, gremio regulariter sum exceptus, in quo diu multo iacte tuo, paternali amministratione sum pastus*, Deo miserante sponse proprie hoc est ecclesie mee concubino deueni pocius, lieu, lieu, egi seu'" nequam filius, nullas exuviarum" eulogias representans parentibus. Tandem diuini flaminis tactus'- impuisus, intra mei cordis penetralia multo inhesi meditatu, quid qualiterue querens rependerem dignum.

Sed idem supernus semper superna cogitans deliberauit in'^' anime pocius vicissandum'^, quod foret spirituale atque eternale meritum. Quo circa alta patrum haut quaquam attingere peraudens; quandoquidem ea iam olim compleuerant; ipsorum cura sollers, repperi omnia nimia^"' ac propterea ut reor ab illis prorsus omissa; exhinc imperitus limperf)"' imperitis proficere gestiens, dedi operam campos bibliothece percurrens; et quasdam semitas quibus bene incederent inuenire malui nitens''. Ergo prout valui, per singulos horarum cursus, singula capitula cum responsoriis vel versibus siue eciam collectis statui, ac primum a sancta Trinitate inicium ordiens, per omnes sanctorum ordines texui, dehinc per totum anni orbem nuilam ebdomadarum relinquens, percucurri diuersorum''^ quoque plura anime sequuntur utilia, que et ipsa sua obtinent

■ ecclesiae ; "- episcopus ; ^ innumeris ; ■* pro liberis (?) oder prohibet ; ■' cum ; " quanta; ■ mirita vitae (?) oder meritaverint illis. Postquam; ** netetî HS; ■' nrfs fur mris = matris ; ■" ceu ; ^^ exemarum (!) HS ; '- tactu ; '^ id ; " insufflandum; '"* mima (!) HS; "' durchgestrichen ; '" malui. Nitens HS ; '^ diversa.

*fol. 166^ c. 1.

(1) Im ungedruckten Katalog des Stadtarchivs zu Kôln Bd. IX : <^ Theologische Miszellanea >.

(2) C. MoHLBESG, Radulph de Rivo, S. 11 f.

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loca, que'-' o:nnia, pater atnantissime**, compacta animi nutantes indagationetibi solidanda committo ac si tutissime anchore; quo, ubi me naufragiuin pertulisse congnoueris, soliditatem tui portus blanda tranquillitate attribuas, meque cum dilatis muneribus matri securum représentes. Quo'-" utinam nobis-'' placita letos parentum animos préparent ad filii vota. In suo denique uti- queque faciiius inueniantur loco, capitulatim hic subtus maturaui omnino annotare : .l.-^ de sancta Trinitate, .2. de inuentione sancte crucis, .3. de exaltatione sancte crucis, .4. de natiuitate sancte Marie, 5. de annunciacione sancte Marie, .6. de purificatione sancte Marie, .7. de assumptione sancte Marie, .8. de sancto Michaeie, .9. de sancto Joanne Baptista, .10. de decollatione sancte Joannis Baptiste, .11. de sancto Petro, .12. de sancto Paulo, .13. de sancto Laurentio, .14. de sancto Lamberto, .15. de omnibus sanctis, .16. de sancto Andréa, .17 de sanctis apostolis, .18. de uno martyre qui non fuit episcopus, .10. de uno martire episcopo, .20. de pluribus martiribus, .21. de uno confessore, .22. de piuribus confessoribus, .23. de una virgine, .24. de pluribus uirginibus, .25. de aduentu Domini, .26. (dn) de natiuitate Domini, .27. de sancto Stephano, .28. de*** sancto Joanne ewangelista, .29. de Innocentibus, .30. de circumcisione Domini, .31. de epiphania Domini, .32. de Dominicis post epiphaniam, .33. de LXX, .34. de LX, .35. de L, .36. de XL, .37. de passione, .38. de resurrexione-^ .39. de dominicis post albas, .40. de rogationibus, .41. de ascensione Domini, .42. de dominica post ascensionem, .43. de pentecoste, .44. de dominicio post pentecosten usque ad aduentum Domini, .45. collecte de omnibus propriis festiuitatibus tocius anni, .46. de dedicacione.

'■' loca. Que ; '-'^' Quae ; '-' vobis ; - ut ; ^■^ Die Zahien stehen zwisclien den Linien, nicht im laufenden Text ; -^ resurrectione. **fol. 166^' c. 2; ***fol. 167 c. 1.

Der Chronist Folkuin von Lobbes(t990) schreibtvon Stephan : Fecit et libcllum quendam ex plurimis divinorum libronim flosculis decerptis, in quo singulorum in anno festivitatum capitula cum collectis et versibus utili conimento congessit. In cujus libelli praefatione ostendit, se Mediomatricae, quae nunc Messis dicitur, a puero educatum fuisse. Nam Roberto, ejusdem sedis episcopo, eumdcm libellum legenduni misit et comprobandum. Hujus episcopi aliqui etiam nostra aetate meminerunt (').

Mehr als hundert Jahre spater berichtet Sigebert von Gembloux (t 1112) : Scripsit etiam ad Robertum Metensem episcopum capiiularem librum, in quo capitula, responsoria, versus, collectas, per singulas noctis et diei horas, per intcgrum annum distincte congessit (-). Anselm von Luttich (t 1056) driickt sich folgender-

(1) FoLcuiNi, Degestis abbatiim laubiensium, c. 18, MGH. SS, Bd. IV, S. 62, vergl. MiGNE, PL, Bd. CXXXVII, Sp. 559 f.

(2) SiGEBERTi OEMBLACENSis, Liber de scriptoribiis ecclesiasticis, c. CXXV, MiGNE, PL, Bd. CLX, Sp. 574.

DER « LIBER CAPITULARIS » STEPHANS VON TONGERN. 359

massen aus : Stephanus nonnulla sanctae aecdesiae contalit utilia, ex quitus est libellus ille in quo unicuique tempori congruas per fotum anni circulum compegit lectiones cum responsoriis, versibus et orationibus quas collectas vacant, horis rite canonicis recitandas, scribens memoratiim codicem Roperto Mettensium episcopo (').

Dièse drei Zeugnisse, die altesten, die uber Stephans Person und Werk berichten und die Angaben Radulphs in seinem Traktate De canonum observantia mit dein Briefiragment des Liber de officiis ecclesiasticis geben uns von dem bislang als verloren geltenden Liber capitularis ein sehr treues und vollwertiges Bild. Aile nennen Stephan, den Bischof von Tongern als dessen Auktor. Und wâhrend die drei Chronisten liber den Inhalt des Kapitulars im allgemeinen einig sind, gibt das Radulphsche Fragment die gegliederte Inhaltsubersicht, den organischen Aufbau des ganzen Bûches. Sogar Liber die Quellen der Texte Stephans wird von Folkuin und dem Kôlner Fragmente und von Radulph in seiner Schrift De canonum observantia berichtet. in dieser heisst es von den Gebeten des Kapitulars valde multas sunipsit ab Ambrosiano et ex officio monachorum ("), in jenen ist nur das Faktum fremder Anleihe angezeigt. Vor ailem aber ist beachtenswert wie Folkuin, der alteste Chronist, das Kôlner Fragment des Liber capitularis Stephans bestâtigt, und das Fragment mit Folkuins Bericht ubereinstimmt. So bleibt nur noch der Fund des fiir die niederlandische und rheinische und einen Teil der englischen Liturgiegeschichte des Mittelalters so wichtigen Liber capitularis Stephans von Tongern zu wiinschen. Zum Suchen angeregt und zum Finden etwas beigetragen zu haben, wâre der schonste Lohn, den dièse kleine Arbeit haben kônnte.

Eine auch noch so genaue Durchsicht der Handschriftenkataloge wird aber dafur kaum geniigen. Sind doch gerade liturgische Handschriften fiir den Laien so schwer zu definieren. « En dehors des livres liturgiques qui portent un titre de première main, ce qui n'est point le cas général, ces bibliothécaires ou autres ne connaissent et n'appliquent guère (parfois au hasard) que les mots Bréviaire, Missel ou Rituel. Quant au contenu, leurs descriptions visent rarement, — quand elles ne sont pas nulles, — les

(1) Anselmi, Gesta episcoporum leodiensium, c. 21. MGH. SS, Bd. VII. S. 200, vergl. MiGNE, PL, Bd. CXXXIX, Sp. 1085.

(2) Prop. xni.

360 C. MOHLBERG, O. S. B.

points qui attireraient l'attention des liturgistes (*)• Je grôsser darum die Unglâubigkeit an die landlaufigen Kataloge, desto wahrscheinlicher der Fund.

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