Denfihrift des General-Majors Richel
Eigenhändig, ohne Unterjchrift und Datum.
Rep. 59. Karton Denticriften.
Zwei Denkfchriften über die preußische Politis Die Anträge Englands und Ruflanbs. Stellung Franfreihe. Die coalifirten Mächte. Mögliche Ergebniffe bes Krieges. Preußen muß feine Nentralität behaupten, bis e3 die Entfheidung bringen fann. Sortbeile biefer Politik.
(Mitte Mai) Brobabilitäten. Die vorliegenden Memoird enthalten in ihrem
Sdoofe eine Menge theil® grümdlicher — alternativer — equivoquer Wahrheiten, jämmtlich aber wichtig wegen ihres bedeutenden Objects.
Die fruchtbare Einbildungskraft des Einen?) Shildert mit lebhaften Zügen das Gräßliche einer revolutionären Regierung, deren weitausfebende, incaleulable Pläne mit der Geringihätung aller geheiligten Bande, die den Menichen an den Menjchen, an die Natur und an ihren Schöpfer Fetten, nicht allein den Umsturz der Throne, jondern aud) die einer jeden confequenten Regierung droht, mit einem Worte: Univerjal- Monarchie, geleitet durch die Macht der Meinungen, gehüllt in die tyrannifche Enveloppe einer himärischen Freiheit, unterftüßt durch den Abjchaum der Menjchheit, burd die Terreur einer anfangs gemißleiteten, nun unterdrücten, überhaupt alfo unglüdlichen Nation, und durch die anfängliche Inconfequenz ihrer Gegner. Der Berfafier folgert aus der Gräßlichkeit diejes Ungeheuers den natürlichen Wunjc [nad] deffen Vernichtung, mit dem Ausdrude ennemi universel — guerre aux Français, al3 den einzigen Hauptbegriff der allgemeinen gefunden Politit von Europa. Er jizzirt die Scene des Glüds und des Unglüds der jebt auf der Bühne fechtenden Mächte, indem er das große jchwierige Gefchäft, von Dem
1) Über Rüdel's „Schreiberei” vergl. Minutoli, Beiträge zu einer künftigen Biographie Friedrih Wilhelm’s IL, S. 87. — Riel wurde übrigens, wenige Tage nad Abfaffung biefer Denkichrift, zum General-Lieutenant befördert.
2) Es ift nicht recht erfichtlich, welche Denkichrift bier gemeint ift.
Dentiriften von Lombard und Riel. 291
hier die Rede ift, das Shidial und die Concurrenz Preußens dem allerdings 1799 fürtrefflichen Tact und dem natürlichen Gefühle S. Königl. Majeftät über Mitte Rai.) läßt, und feine Schilderung, in der Hauptjache, ift die Natur der Wahrheit.
Das fein bearbeitete Memoir !) eines allerdings fpeculativen und jcharffinnigen Staat8minifters developpirt eine Menge relativer und alternirender Ideen in gedehnterem Umfange. Er referirt an ©. À. M. die erneuerten Propofitionen Englands und Rußlands. Travertiren wir die Schönheit eines blühenden Styl3 in einfachere Worte, jo beftebt der Ertract davon, mit wenigen Worten, darin: 1) daß England für diefes Jahr über eine Million Pfund Sterling zu disponiren hat; 2) dafür fol Preußen simplement Holland erobern ; 3) oder im Fall Breußen diejes nicht will, deftinirt man das Geld für diefe Operation an Rußland. 4) Beide Höfe gemeinihaftlih, Aufland und England, dringen auf eine Declaration und Reunion mit Preußen über die allgemeine Lage von Europa, d. BH. Preußen foll Schlagen, und der Graf Hauhwiß [sie!] unterftügt den Wunjc) diefes Glaubensbefenntnifjes, um der ZTortur zu entgehen, die er von den beiden negociirenden Miniftern leidet. 5) Er citirt die zwifchen Preußen und der alten Republik Holland beftehenden Tractate zur Aufredterbaltung ihrer alten Conftitution, die die neue Republif Holland zu ihrem eigenen Schaden und Verderben, wenigjtens temporell, abgeändert bat. 6) Man will, daß Preußen durd eine Aufforderung Holland erobere oder wider Frankreich marjchire, und zwar zwei Monate nad) dem neuen Allianz-Tractat. (Hiebei ift wohl zu merken, daß man Dfterreich, als die gegenwärtig hauptfriegführende Lanbmadt mit Feiner Sylbe erwähnt.) 7) Rußland fügt Hinzu, daß jolches durd) Böhmen an den Rhein marjchiren wolle, um die Operationen von Preußen auf Holland wahrjcheinlich durch die Blodade von Mainz und Ehrenbreitftein zu favorifiren. S) Das Memoir ichildert die Nothwendigfeit der Befreiung Hollands als einer Vormauer für Preußen und als einer analogen Handlung der Blutsfreundidait. 9) Es jchmeichelt ich der Minifter, daß fid) vielleicht England zu der Condition bequeme, wenn Preußen aud nur mit einigen Truppen die Demarcation ver: ftärkte, bis zu dem Zeitpunfte, den S. À. M. allerhöchitjelbft erwwählen würden friegerifch zu handeln, und gründet diejes Argument auf das Vertrauen diefes Staat? gegen die Berjon des Königs. 10) Auch jollte es S. À. M. überlafjen bleiben, feinen Schritt weiter zu gehen als Holland u.j.w. Scließ- (ich überläßt der Verfafjer die Entjcheidung einer jo wichtigen Corde lediglich der allerhöchften Decifion S. À. M.
Grade dieje große und wichtige Decifion eines edlen, von der Natırr mit Berftand begabten, das Glüd feiner Völker, das Glüd von Europa wollenden jungen Königs, auf beffen Wink jebt ein Welttheil die forjchenden Blide heftet,
1) Bericht des Grafen Haugwig vom 5. Mai. No. 248. 19*
(Mitte Mai.
292 Urkunden No. 251.
den man von allen Seiten durch Anfinuationen, Brojecte und Entjcheidungen belagert, bedroht, beftürmt, in der wicdtigiten Gorde der menjchlichen Einbildungsfraft, dies ift der Vorwurf gegenwärtiger Abhandlung. Concentriven wir aljo den umfafjenden Sinn diejes merfwürdigen Mempirs zu mehrerer Überficht in wenige dürre Worte, fo befteht das Thema darin: mit einem neuen corps d'armée gegen die Erhaltung von einer Million Pfund Sterling für diefes Jahr die Demarcation zu verftärten, in diejer Verfafjung drantreid aufzufordern, Holland zu verlaffen, und, wo Frankreich das nicht will, die vereinigten Provinzen Hollands mit Gewalt der Waffen zu erobern.
Welche Prätenfionen! Sind etwa 6 Millionen Thaler, die England für diejes Jahr übrig bat, ein Object für die ungebeuren Koften des Krieges? Saum werden jolche für die erfte Mobilmahung reichen, welches der Oberft von Zajtrow näher berechnen fann. Wer bezahlt uns für die folgenden Jahre ? Wer leijtet für die Erfüllung diefes Beriprechens die Garantie? Wenn Preußen enfilirt ift, England fein Geld zurüdzieht und die ganze Laft des Krieges auf ung zurücjällt? It auch dafür gejorgt, dag Niemand einen Separat: Frieden mache und Preußen fiten lafje? Wird Franfreih aus Holland laufen um einer fimpeln Drohung? ft es wohl in diefem Falle je geraten zu drohen ? d. D. mein Deffein vorher zu declariren, damit der Feind defto fräftigere Mafregeln nehme zu refiftiren? Welcher fterbliche Menjch kann, bei dem Wechjel des menschlichen Glüds und der Ariege, wohl die pofitive Eroberung einer Provinz unter allen Umftänden verfprechen ? jo lange mit all’ feinem Berjtande und jeiner vermeinten Kraft e8 feinem eingefchränkten Blide verfagt ift, der Borficht die Dichte Dede zu entrücken, welche die Zukunft verhüllt?
Mit diejen Fragen entwideln wir näher die Data des großen Thema, das für Preußen zu entjcheiden ift. Eine glänzende Tirade könnte der menfchlite Wiß aus der Vergangenheit unferer neueften Weltbegebenheiten, unfer Serftand aus ihr ein Heer von bittren Kritiken zur Warnung für die Nachwelt formen ; allein eine ewige Nacht decte die Sünden der Vergangenheit, die Gegenwart bejchäftige ung, Leite durch ein faltes Galcül unmagfirter Brobabilitäten die wärmere Einbildungstraft, daß die Zukunft, infoweit ein Sterblicher die ungewiffe Stette der oftmaligen Konjuncturen eines Chamäleon zu fafjen vermag, nie die Beichlüffe der Gegenwart bereuen möge.
CS ift Leider eine traurige Wahrheit: das revolutionäre Frankreich in jeiner bouleverfirenden Form ift ein natürlich allgemeiner Feind der ganzen Menjchheit und der Staaten mehrerer Welttheile. ES giebt nur zwei Mittel, jeinen politischen Raujd Hinwiederum zur ruhigen Vernunft und dem Gefühle der Menschlichkeit zu erweden;, nämlid: wenn das eigene Elend der Nation fi ihrer Tyrannen entledigt und die Contre: Revolution bewirkt, oder aber durch äußere Macht. Als Corollaire fünnte man hinzufügen: oder durch die Verbindung der äußern und innern Gewalt, zeigte nicht die Gejchichte des
Denktichrift von Nüchel. ' 293
erften franzöfifchen Strieges, der die Duelle aller der gegemvärtigen Übel ift, wie äußert jchwantend und ungewiß militärische Pläne find, die außer feiner! eignen berechneten Kraft auf den zufälligen Hülfsleijtungen und Meinungen der Einwohner beruhen. Die Gontre-Revolution an und für fit ift ein Werk der zufälligen Conjunctur. Alfo ift die äußere Kraft der Vorwurf quaestionis.
Die gegenwärtig activ coalifirten Mächte nach) ihrer Rangordnung find : England, Ofterreid, Rußland und die Türkei. England, die erfte wegen ihrer immenfen Reffourcen, nicht allein fich jelbit, jondern auch noch andere Mächte burd den nervum rerum in Bewegung zu feben. Ofterreid durch jeine große Bolfämenge und Truppenftärfe auf dem feften Lande, Rußland als eine rejpectable Beihülfe, beide aber dem Gelde Englands und feiner Politik ehrfurchtsvoll fubordinirt. Der Türke als ein Mitläufer die Zahl der Alliirten zu vermehren, bis jebt aber hat derjelbe nicht einmal die Kraft gehabt, einen detachirten, von aller Unterftügung entblößten fremden General mit einem mäßigen corps d'armée aus feinem eigenen Lande zu fdlagen. Hgypten verbleibe alfo interimiftiich en parenthèse, fo bebrobend auch) übrigens das Dajein des berühmten, aber genievollen Abentheurers ift, der folches ala ein verfappter Despote beherricht, in einem Gefilde der Robeit, wo die Erxtenfion jafobinifher Grundfäße nad) allen Directionen umfaffend und gefabrlid) ift.
Wir fommen nun zu dem Sriegsichauplage auf dem feften Lande. Wir erbliden ein zahlreiches öfterreichifches Heer, an feiner Spihe einen tapfern jungen Prinzen, der mit einem Zauberjtabe Leben und Nerv in einen halb aufgelöfeten Körper zurüdführte. E3 find die Waffen eines Cabinets, das wider Sinn und Vernunft bei Campo Formio nod vor kurzem an Preußen Gefährlichkeit drohte, um feines Eigennußes willen die Grenzveiten des deutchen Reihs zum allgemeinen Schaden und VBerderb verrieth, dem ein ver: botenes Gelüfte zur Erhafhung fremden Eigenthums eine mehr denn hundert: jährige Naturkrankheit war, [das] anjebt zum Ariege gekommen ift e8 wei; nicht wie, und auf dejjen wahre Freundichaft Preußen alfo nur mit einer mäßigen, eingejchränkten Vorficht zu bauen berechtigt ift. Das Ganze aber geht vor dem einzelnen Theil. Vis-A-vis von Grantreid ift Ofterreich ein Gott; e8 bat bod eine Regierung und Grenzen. Vergefjen wir alfo was da war, um einer gejünderen Politif den Grundfab zu opfern, dag man aus zweien Übeln das Hleinere wählen müffe, und daß große wichtige Zwede nur durch eine vereinte Kraft zu bewirken jtehen, anftatt jolche die geringfte zer: ftorende Gegentraft Leichtlich vernichtet.
Wir jehen ferner die Tete eines ruffiichen Heeres unter einem im den Waffen grau gewordenen Sonderling, der anjebt die Neugierde von ganz Europa fpannt, und von dem wir die Refultate erwarten miffen — erwarten müffen, ob die in den öffentlichen Blättern annod marjchirende ruffische, jo
Mitte Mai.)
294 Urkunden No. 250.
1799 zahlreich fein follende Berftärtung in realibus eintreffen und wie ihr Waffen- Mitte Rei] fick die dortigen Conjuncturen verändern wird.
In dem vaften Reiche der Möglichkeit eriftiren nur drei Haupt - Alternativen: die eine, die Waffen der Goalifirten find glücdlich und befiegen die Franzojen; die zweite, die Coalifirten find unglüdlid und werden befiegt, die dritte, das Deploiement der erften Kräfte läßt vielleicht das Kriegesglüd, wenigftens in moderater Proportion, auf eine Zeitlang balanciren.
Auf Preußen heftet Europa das Auge — die Eoalifirten, um jolches nur zu dem erften Schritte zu entrainiren, denn die übrigen folgen von jelbit, und fie haben Redt, einen jo mächtigen Helfer für die allgemeine Sache zu gewinnen. Frankreich wünfcht aus eben folden Gründen Preußens Reutralité, indem e3 fich möglichft bemühen wird, einen Samen der Zwietracht in vollem Make auszuftreuen, der aber nun wohl fbwerlid die giftigen Früchte tragen wird, weil fein jafobinifdes Syitem demasfirt ift.
Der Monarch), al3 der wohlmwollende Beherrfcher feiner würdigen Nation, beherzigt ihr Glüd, und der größere Haufe der Millionen feines Volts wünscht, ift e8 möglich? aus feiner VBaterhand den Frieden. Welches ift nun der Entidluf des Königs von Preußen? Wahrjcheinlic das Glüd jeines Volts, die Dauer und Zuverläffigkeit feiner politifhen Eriftenz, erft für fid jelbft, darauf aber folche nubbar zu machen, infoweit als thunlid, für das allgemeine Wohl der Menfchheit — und dies ift mit anderen Worten des Königs eigene Ehre! — Balanciren wir alfo vorher nur einige wichtige Fragen, bevor wir die Refultate folgern.
1) Wird Preußen wohl feine Neutralité abjolut behaupten, wenn, auf den Fall des Unglüds der coalifirten Mächte, Frankreich außer den Nieder: landen, Holland und dem Centro des vorliegenden beutiden Reichs, nicht allein ganz Italien und die Schweiz zur Übermacht feiner gefährlichen Staats- Umwälzungen benußte, fondern aud jogar den Thron von Wien nebft ganz Deutjchland in feiner Grundvefte zu erjchüttern bedrohete? Antwort: Nein! Nicht aus Liebe zu Ofterreich, fondern um der gefunden Vernunft, und um feiner eigenen zukünftigen Selbfterhaltung willen, fann man in abstracto jagen, muß der König fchlagen mit feiner ganzen Macht, die öfterreichifche Monarchie, burd diefe ich jelbft zu retten, um nicht en détail gefchlagen zu werden und die traurige Rolle zu übernehmen wie einft Mithridates gegen die Römer, um der Ehre zu entbehren, nur der Lebte zu fein, den das verderbliche jafobinifche Syftem verzehrt. Alfo wäre diefe Frage burd ihre eigene Schluß; folge kurz entjchieden.
2) Der Gegenjat diejes Gemäldes würde in folgenden abermaligen Fragen befteben. Wie, wenn den Eoalifirten, ohne Preußens Beitritt, das Glüd in einem ganz außerordentlich hohen Grade günftig wäre? Würde die Balance von Europa nicht auf der andern Seite verloren gehen? Würden diefe Mächte
Dentichrift von Hidel. 295
auch vielleiht nicht außerordentliche Prätenfionen machen? Sid über alle 1799 politifche Proportion vergrößern? Zufammen vereint über Preußen ein ge Mitt Mai. fährliches Übergewicht gewinnen? Und vielleicht dasfelbe am Ende wohl gar jelbft zu überwinden trachten? Würde Preußen bei feiner ftricten Neutralite nicht feine politiiche Conjequenz verlieren? Und da, auf den Fall des Unglüds der Eoalifirten, der preußische Staat dennod vor den Rif zu treten verbunden ift, follte er auch nicht wünfchen, bei einer günftigen Operation der Goalifirten, und nod) um jo viel ehender, die Vortheile des Glücks zu theilen ? Antwort: Allerdingd wünjcht man fi) aud billig die Agrements einer Sade, wenn man an ihrem Desagrement Theil nimmt, und alfo wäre aud) auf den glücklichen Fall die Brobabilite eines Krieges für Preußen da. Aber jowohl das Glüd als aud das Unglüd bat jeine Grade und fowohl das Extrem des einen als aud des andern ruht nod in feinem Embryo. Die Du: vertüre der Campagne läßt unter den jebigen Umftänden noch nicht jo bald das Extrem des Unglüds hoffen und zu dem Extrem des Glüd8 gehört vorerit die Eroberung der Schweiz und Italiens, und aud alsdann ift noch nichts gewonnen, fonbern erjt der alte status quo des Linken Flügels hergeftellt, und e3 wäre nod) erft bas vorliegende Centrum von Deutihland, Holland und die Niederlande zu erobern, bevor man ein Dorf von Frankreich bat. Der Zeit: raum aber, den die friegerifchen Operationen der Coalifirten zu der Entwidelung des einen oder des anderen alles erfordern, erzeugt für Preußen :
3) Den interimiftiichen Zuftand der Balance, der in dem Reiche der Mög: lichkeit S. M. dem Könige entweder den Frieden völlig fichert oder dod) wenigftens auf eine Zeitlang, bis zu feinem entjcheidenden Bunkt, und bei Diejem lebteren Falle ift der große Endzwed der: Der Königvon Preußen joll entideiben. Er wird folches auf den Fall des Unglüds, wenn er mit feiner und feiner Verbündeten bedeutenden Macht dem VBordringen eines gefährlichen Feindes fein Ziel febt, umd mitteljt feiner eigenen Erhaltung ruhmvoll Ofterreich und Deutjchland rettet. Ex wird folches auf den Fall des Glüds, wenn er mit vielleicht ficherem Lorbeer die vereinigten Provinzen Hol: lands erobert, feine fiegreihen Waffen weiterführt und fobann aud) auf feiner Seite einen ehrenvollen Frieden erringen Hilft.
Die Probabilite des Krieges alfo für Preußen gegen die Probabilite des Friedens ift allerdings nach dem gezogenen Galcül wie zwei zu eins: allein, falls die Conjunctur nicht ohne Schwertichlag die Segnungen des Friedens befördern folle, jo ift e8 ein großmächtiger Unterjchied, mit welchem Tempo Preußen Schlägt und welcher Mittel e3 fich bedienet, um, der Lage der Sache nad), den großen fid vorgefegten Zwed auf dem möglichit Fürzeften Wege zu erreichen. Eine genaue Abwägung und Sammlung feiner innern Kraft würde der erfte jeiner Pläne fein, Geheimniß der zweite. Seine richtige Gaifirung des Tempo'3 zum Schlagen, das Meifterjtüd. Die Energie zur Vollendung.
296 Urlunden No. 250—251.
1799 Die Standhaftigkeit des Königs gab trot allem einjeitigen Tadel unferer
Mai Rolitit die erfte Confequenz, und S. D. werden folche auch gewiß; nod jebt
gegen die jcheinbaren Drohungen Ruflands und die etwas frühzeitigen Se: ductionen des Londoner Cabinets behaupten.
Drohung oder, welches mit andern Worten einerlei gejagt ift, Verftärfung der Demarcation ohne Bwed ift grade die nachtheiligste aller Ideen: fie compromittirt die Würde deffen, welcher nicht ernftlich agiren will, effeetuirt nichts und verräth ungeitig Die Brojecte, Die man bat. Supponire ic) aber auf ben einen oder andern Fall Preußen in einer jcheinbaren ftricten Ruhe, in fit jelbft aber zum Striege gerüftet, die ganze Hauptmacht Frankreichs auf dem rechten Flügel ihrer bedroheten Defenfiong : Linie mit den Kriegsheeren der coalifirten Mächte en main, mit ihrem in einer wahrjcheinlichen Progreffion degarnirten oder dod Jhwachen linken Flügel, und der König erjcheint wie aus den Wolfen mit einem Heere von 225,000 Mann auf diejenigen fenfiblen Theile, die mein gegenwärtiger Zwed und die Kürze der Zeit für jebt nicht weiter zu entwideln erlaubet, — e8 ift probable — das Gewicht ift fühlbar in der großen Schaale! und — entjcheidet! |
Diefe angezeigte Macht ift nicht unerhört. Nechne id Preußen, nad) Abzug defjen, womit die Klugheit gebietet die großen Städte, Feftungen, fo: wie die nenen polnischen Provinzen zu befeben, zu 150,000 Mann, die Sachjen zu 20,000, Hannoveraner zu 20,000, die Hefjen zu 15,000, und die Bayern, die zu feiner Zeit fi) wohl Hinzufügen ließen, nur mit 20,000, jo würde dies die angegebene Summe von 225,000 betragen. Und entjtände wider Ver: hoffen aus andern Gründen aud) ein proviforijcher Decort von 45,000 Mann, jo verbliebe doc) auch jelbjt der verminderte Numerus von 180,000 nod immer eine bedeutende Armee.
Das Geld müßte England liefern. Es hat nod bis zur Zeit das aus: ichliegliche Monopol an Europens reichhaltigen Contributionen. Ihm ift an Holland gelegen, fonit verliert e8 feine mercantiliiche Connexion mit dem Gontinent, fein politijches Dafein und feine ereludirte Kraft. Andere Reffourcen liegen fi) annod durch Gontributionen und Lieferungen der übrigen nicht mit agirenden Staaten und Provinzen, wie auch durd die Benubung des feindlien Landes erfinden.
Die militäriiche Operation aber jelbjt ginge vom rechten Flügel en échelon, oder aber von beiden Flügeln, mit einigen Central» Referven zur Communication, und einer Arriere-Flanfe gegen die See.
Die großen Vortbeile aber, welde S. M. der König bis zur Eriftenz diefes allerdings mit Delicatefje zu ergreifenden großen Tempo'3 hat, find folgende: daß durch die vorläufig möglichjt längfte Dauer des Friedens für Preußen vielleicht nod) die ungleid) wichtigere Möglichkeit erzielet werden fann, auch vielleicht ohne Schwertichlag einen annehmlichen Frieden zu erhalten ;
Dentidrift von Nüchel. Ködrig an Friedrih Wilhelm IL. 297
oder daß Doc, bei der weifen Sparfamkeit des Königs, das Land mehrere 179 Reffourcen zum Kriege fammle; daß man Zeit gewinne, feparat mit England it Mai] einen annehmlichen Subfidien - Tractat für den Fall abzufchließen, wenn der König nad) den Grundfägen feiner eigenen Politik für rathfam befinden follte, Holland zu erobern, woran England und zwar zu jeder Zeit alles gelegen ift, und daß man durch bicfe äußere Hilfsquelle die Laft des Krieges von den Schultern des preußifchen Volfes nimmt; daß der Kaifer von Rußland, um feine Thefis zu behaupten, gewiß, in der zuverläffigen Meinung von Preußens ftricter Reutralité, mehrere Truppen auf den Kriegsfchauplag fhidt, als wenn er Preußens thätigen Antheils zum voraus ganz verfichert wäre, wodurd) die Coalition und enblid) unfere eigenen Operationen gewinnen; daß fit, um deutjch zu reden, fowobl die coalifirten Puiffancen als aud Frankreich zuvor etwas mürbe machen, Durch welche Relation unfer eigenes Spiel um defto Leichter wird, und daß endlich, für die erwähnten Fälle der Noth unfere Operationen um dejto wirffamer werden, je üiberrafchender und nachdrudsvoller fich folche deployiren.
Dies würde mein Refultat fein, alfo: Frieden — überrafchen — ent: jcheiden.
Schließlic, wünsche ich nichts febnlicher, als daf diefe geringfügigen Bemerfungen, die wenigjtend aus einem reinen Herzen fließen, unter der bedeutenden Mafje wichtigerer Geiftesproducte nur etwas in die große Schaale legen möchten, welches zum Beten des VBaterlandes, fowie der Menschheit ein Geift jublimerer Gattung ordnen, und nur ein König befehlen fann.
251. General : Adjutant Oberft Ködris an Priedrih Wilhelm ILL. Charlottenburg 1799 Mai 12.)
Eigenhändig, gez. v. Ködrit; unbatirt.
Rep. Su.
Ich babe den Grafen Haugwig geftern Abend vorläufig gefprochen, und Mai 12.) ihm gejagt, wie Ew. tönigl. Majeftät feit entjchlofjen wären, fein jchriftliches Engagement von fich zu geben, jondern Sie behielten fi) vor, nad Zeit und Umftänden zu handeln, ohne auf irgend eine Art gebunden zu fein. Er, der Graf Haugwiß, habe feine Pflicht gethan, dem Könige feine Meinung, den Berfolg jeines Syftems befannt zu machen, und fei alfo in der Folge vor jedem fchiefen Urtheile und Verantwortung fider. Der Graf gab mir zur Ant: wort, jeder Befehl feiner Majeftät fei ihm heilig, er unterwerfe fic) demfelben in Unterthänigfeit, Ew. Majeftät müfen feinen Schritt gegen Ihre Überzeugung thun, Sie blieben Îtets Herr und Meifter.
Nun geht meine aflerunterthänigite Bitte an Allerhöchitdiefelbe, den Grafen Haugwit nicht mit Kälte zu behandeln oder gar zu meiden ;- er verdient in jedem Betrachte wegen jeines Attachements, feiner Uneigennüßigfeit
[Mai 12.)
Mai 15.
und jeiner Aufopferung das Gegentheil. Haben Ew. Maj. die Gnade, ihn mit Dero gewöhnlicher Offenheit und Menjchenfreundlichkeit (woburd Sie die Herzen der Menjchen an fich ziehen) zu begegnen, mehr verlangt er nicht, diejes ift feine einzige Belohnung, wodurd er den Genuß von Rogau !) bei dem Anblid der hiefigen Schönen Natur vergißt.
252. Graf Haugwis an Graf Findenftein und Baron Alvensleben. Berlin 1799 Mai 15.
Dundum (Du Bois), ges. Haugwik.
Unterrebung mit bem König, welder die Anträge Rußlands und Englands ablehnt.
Le Roi a pris sa r&solution sur notre rapport du 3 de ce mois, et Sa Majesté, en me la faisant connaître, m'a informé en même temps de sa détermination finale sur la poursuite de la négociation avec les ministres de Russie et d'Angleterre. Après mon retour de Charlottenbourg?), je
n'aurais pas tardé de rendre compte à Vos Excellences de l'entretien que
. j'ai eu avec $. M., si je n'avais été accablé, comme je l'étais, d’un gros
rhume accompagné de violents maux de tête, ‘mais me sentant maintenant soulagé, je ne tarde pas de m'en acquitter.
Elles daigneront permettre que je commence par retracer l’état de la question, en l’accompagnant des réflexions que j'ai cru devoir soumettre à la considération du maître.
Les difficultés qui se sont élevées . . . (folgt mit unwejentliden Jnderungen die Stelle aus dem Beridt vom 5. Mai, ©. 283, . . . les cours de Pétersbourg et de Londres, ©. 284).
Il ne fallait sans doute pas se dissimuler qu'un engagement pareil aurait conduit directement à la guerre contre la France: et quoique j'eusse lieu de me convaincre que le Roi ne s’y déterminerait pas, j'ai cru de mon devoir de retracer encore à 5. M. quels sont les motifs d’intérêts pour la Prusse de ne pas laisser la Hollande dans la dépendance entière de la France. Tant qu'elle reste en possession . . . (folgt mit unwefentliden Ynberungen die Stelle aus dem Bericht vom 5. Mai, ©. 285, ... à y parvenir dans le Midi, ©. 287).
J'ai cru devoir exposer à VV. EE., et dans toute leur étendue, les motifs qui auraient pu conseiller à la Prusse de s'entendre avec l’Angleterre et de se mettre par là en état de concourir à l’entreprise qui doit avoir pour effet l’affranchissement de la Hollande ; Ara cru d'autant plus nécessaire que la détermination que le Roi m'a annoncée comme
1) Befigung des Grafen Oaugwits in Schlefien. 2) Der König war am 11. und 12. Mai zur Abhaltung von Nevuen in Charlotten: burg.
Haugwig an Findenftein und Alvensleben. Denkichrift von Alvensichen. 299
étant définitivement prise de sa part, est entiérement négative. L'in- | 1799 tention de S. M. est d’&carter une bonne fois toute proposition qui ten- *t !5drait à engager la Prusse à une coopération immédiate et effective contre la Hollande. Elle m'a chargé de m'en expliquer avec M. Grenville de manière à lui ôter tout espoir de réussir dans une telle négociation, pour l'empêcher qu'il ne fasse aucune proposition y tendante. L'idée du Roi est de lui épargner le désagrément d’un nouveau refus.
Mais d’ailleurs le Roi n'est pas éloigné d'écouter les propositions sur lesquelles M. Grenville s'est expliqué en dernier lieu, quoique d'une manière assez vague, et qui se réduisent aux deux points suivants. Le premier se rapporte à une garantie mutuelle à établir entre les cours de Berlin, de Pötersbourg et de Londres. Et quant au second, les trois cours contracteraient dans un commun accord l'engagement mutuel de s'entendre sur les objets majeurs qui doivent être réglés à la paix future. Parmi ces objets, il faut croire que c'est toujours la Hollande qui tient le plus à cœur à l'Angleterre. Le Roi ne meconnait pas que la Prusse y est également intéressée, et S. M. ne ferait aucune difficulté de promettre aux deux cours: de réunir ses soins aux leurs pour que, à l'époque de la paix définitive, la république des Provinces-Unies soit tirée de l'état d'assujettissement où la France la retient actuellement, et qu'elle recouvre conséquemment son ancienne indépendance. Le Rei irait plus loin, et S. M. désire même de pouvoir amener les choses au point qu’on laisse à l'Angleterre l'espoir que, pour le cas qu'elle veuille un jour réunir ses moyens aux nôtres, c'est-à-dire nous fournir des moyens pécuniaires, la Prusse emploierait, pour le cas que les circonstances l'obligent à changer la défensive en offensive, ses efforts en commun avec les deux autres cours pour assurer tant à la Hollande qu'aux pays limitrophes une frontière solide, qui les mette à l'abri des entreprises futures de la République française.
L'humeur que l’empereur de Russie manifeste depuis quelque temps . .., fait croire que de ce côté il ne faut pas s'attendre à beaucoup de facilités à amener le concert dont il s’agit, mais peut-être que l'Angleterre y en apportera davantage.
253. Dentihrift des Freiheren von Alvensleben. Berlin 1799 Mai 121).
Rad einer Abfchrift (Geh. Sekretär A. W. Humbert) des Diunbums. Antrag, von Franfreih Rüdgabe der linférheinifhen Befibungen Preußens und Entihäbigungen ju verlangen.
Le texte de la paix de Bäle du 5 avril 1795, article 5, porte: »les Mai 12.
1) Dem König mit Anfchreiben vom 13. Mai überreicht.
300 Urkunden No. 253.
1799 troupes de la République française continueront d’oceuper la partie des
Mai 12. États du Roi située sur la rive gauche du Rhin. Tout arrangement définitif à l'égard de ces provinces sera renvoyé jusqu'à la pacification générale entre l'Empire germanique et la France.
Il est connu que la République française, loin de demeurer dans les ornes d’une simple occupation que stipulait cet article de la paix de Bâle, a traité les provinces prussiennes d'outre-Rhin en pays conquis et incorporés pour jamais à la France. Les représentations énergiques et multipliées dont la mission prussienne à Paris a été chargée à ce sujet, ne nous ont valu que de vaines promesses aussitôt démenties par l'effet, et le gouvernement français n'en a pas moins exercé dans ces malheureuses provinces tous les actes de souveraineté possibles, au point de s'en approprier les revenus, de changer la constitution, de mettre les domaines en vente, d’assujettir les habitants aux impositions les plus onéreuses et d'exiger même d'eux le fameux serment contre la royauté.
Si la Prusse s'est contentée jusqu'à présent de protester contre cette infraction d'un traité solennel, si elle n'a usé jusqu'ici que de la voie des négociations pour obtenir le redressement d'aussi justes griefs, c'est sans contredit parce que d’un côté l’on était fondé de ne plus croire éloigné le moment de cette pacification générale qui devait décider enfin du sort des provinces prussiennes transrhénanes, et que de l'autre, quelque grands que fussent à l'égard de ces provinces les griefs du Roi contre la France, toujours ils n'étaient pas d'une nature assez grave pour motiver une nouvelle guerre contre cette puissance, dans un moment où les succès prodigieux de ses armées la rendaient si formidable.
4 Maintenant la scène a changé. Les prétentions toujours croissantes mises en avant par les plénipotentiaires français à Rastatt ont fini par determiner l'Empereur à recommencer les hostilités sous l'assistance de la Russie, et leur reprise a été suivie de la rupture, illégale à la vérité mais sans retour, du congrès de pacification. La catastrophe sinistre dont cette
- rupture a été accompagnée, autant que les premiers et importants succès des armées autrichiennes et russes, semblent nous présager une guerre conduite avec une opiniâtreté et un acharnement réciproque, et éloigner
par conséquent pour très longtemps encore Le rétablissement de la paix. Dans ces circonstances, la Prusse ne saurait, à mon très soumis
avis, permettre que ses provinces d’outre-Rhin continuent à rester en proie au gouvernement français intéressé à les ravager davantage, à mesure que la M2 inattendue des événements diminuera son espoir
de les conserver. Plus le Roi est demeuré fidèle aux engagements qu'il
a pris, et plus il est incontestablement en droit d'exiger qu'à son tour le gouvernement français cesse enfin de se jouer de la foi des traités en
Dentibrift von Alvensleben. 301
violant, comme il la fait jusqu'ici, en dépit de toutes nos remontrances, la stipulation solennelle que contient à l'égard des provinces prussiennes transrhénanes l’art. 5 de la paix de Bâle.
Je proposerais done de déclarer sans retard au gonvernement fran- çais par une note officielle, dans laquelle on retracerait tous les justes sujets de plainte énoncés ci-dessus et en se référant aux différents mémoires déjà remis sur cet objet, que le Roi voyant à regret l'époque de la paix plus reculée que jamais, ne pouvait consentir à ser plus longen LA ces Eee en dépôt entre les mains de la France ; pe) S.M.
maines le ren) complet de toutes les pertes causées dé lesdites provinces par les mesures arbitraires de la République tant au souverain qu'aux particuliers, et nommément la restitution entière de tous les revenus perçus et de toutes les contributions levées depuis la fin d'avril 1795 jusqu'à cette heure, et dont on se réservait la liquidation après avoir pris connaissance du montant effectif de ces pertes: que si la France se refusait à ces justes demandes du Roi, il ne resterait à S. M., dès l'expiration du terme fixé, d'autre parti à prendre qu’à se rendre maître de ces provinces par la voie des armes et de se faire justice ellemême de toutes les prétentions qu'elle est.en droit de former. Le Cette précaution d'exiger des Français la restitution réelle de nos provinces transrhénanes (dont le sort définitif serait toujours réservé jusqu’à la paix entre l'Empire et la France) n’est que trop justifiée par la défiance que le procédé de la France a dû inspirer depuis la paix de Bâle par les actes arbitraires qu'elle s'est permis contre tout droit des gens, en détrônant le Pape, les rois de Sardaigne et de Naples, en dépossédant le grand-duc de Toscane, en détruisant l'ancien gouvernement de la Suisse, en envahissant l'Égypte au sein de la paix et contre toute bonne foi reçue entre les puissances de l'Europe, enfin en disposant par le traité secret de Campo Formio d'une partie de la Bavière contre tous les engagements pris de conserver et de faire conserver intacts les États de l'électeur. si
Je proposerais en outre: 1° de commettre au due de Brunswick le soin de rassembler l’armée de démarcation sur un point d'où elle peut réaliser sur-le-champ la menace faite à la France: 2° d'ordonner la réunion d'un nouveau corps de troupes qui serait destiné à soutenir au besoin les opérations de celui de démarcation: enfin 3° de communiquer la note remise au gouvernement français par le sieur Sandoz et dont copie serait donnée ici au citoyen Sieyès, aux cours de Vienne, de Péters-
Mai 12.
Mai 18.
302 Urkunden No. 253—256. :
bourg et de Londres, desquelles il est à prévoir qu'elle sera bien aceueillie, et de demander aux cours de Dresden et de Cassel, en leur faisant la même communication, un secours de troupes pour le cas où la France s’opposerait à notre prise de possession.
S. M., en adoptant ce plan, 1° reste fidèle aux engagements pris vis-à-vis de la France de ne point entrer dans une alliance contre ce souvernement. 2° Elle est conséquente dans sa marche quant aux déclarations faites au comte Panine, à M. Grenville et au comte de Dietrichstein. 3° Elle se soustrait à l'influence despotique que les trois cours auraient pu vouloir exercer en l'entraînant dans leur système, tandis qu'elles peuvent se convaincre au contraire que S. M. agit d’après son système à elle. Elle doit être assurée de plus que le besoin urgent qu'auront ces cours des forces de la Prusse pour reconquérir les Pays- Bas et les Provinces-Unies les engagera nécessairement à recourir à nous avec des offres convenables lorsque la partie sera engagée, événement qui est très vraisemblable, vu que les Français ne voudront jamais consentir à nos propositions. 5° S. M. en adoptant ce plan, évite toutes les altercations avec la Russie et l'Autriche, {qui avec la première pourraient devenir très sérieuses), tout en conservant une contenance qui dément toute influence étrangère. 605$. M. se ménage, à l'époque de la paix, vu la part qu'elle aura prise aux dernières opérations et dans l'espoir plus que probable d’une issue heureuse, le droit de concourir à cette paix et d'y influer d'une manière directe, avantageuse et glorieuse pour elle et pour ses États. 70 Enfin S. M. contribue par cette marche le plus efficacement à détruire la force d'un gouvernement qui menagait le genre humain et qui probablement dans ce dernier combat doit être anéanti. Tout le fait espérer, et je erois que le moment propice, qu'il importe tant en politique de ne pas laisser échapper, est venu maintenant, tandis que
jusqu'ici il m'a toujours paru éloigné pour la Prusse.
254. König Friedrih Wilhelm III. an den Freiheren von Alvensleben. Potsdam 1799 Mai 18.
Dundum (3. W. Yombard), gez. Frédéric Guillaume. Ablehnung der Anträge von Alvenslchen. Feithalten ber Neutralität.
J'ai reçu votre mémoire, et j'en ai pris connaissance avec un intérêt tout particulier. La question a des points de vue bien différents sans doute, et vous sayez appuyer le vôtre d'arguments et de motifs dont je ne me cache point la force. Mais vous aurez été informé dans l'intervalle que ma résolution était antérieurement prise, et qu'en balangant
Friedrih Wilhelm III. umd Alvensleben. Berichte von Sanbez-Rollin. 303
les deux systèmes, d'une entreprise quelconque qui équivaudrait à la guerre, ou d’une exacte neutralité, j'ai reconnu à ce dernier parti un avantage du moins qui a fini par me décider. C’est qu'il n'exelut point l'autre, tandis qu'abandonné une fois, il l'est sans retour. Ainsi peutêtre vos réflexions me seront tôt ou tard aussi utiles qu'elles me sont agréables aujourd'hui. En attendant je vous remercie du zèle qui vous les a dictées et ne me dispense de vous parler de ma bienveillance et de mon estime que parce que depuis longtemps vous avez dû les connaître.
Berichte von Sandoy Rollin aus Paris, 255. Unterrebung mit Jofeph Bonaparte. Der Gefandte der Eisalpina.
... Joseph Bonaparte, que j'ai trouvé hier chez le ministre des relations extérieures, triomphait secrètement de l'embarras où il voyait le Directoire. »Que lui reste-t-il à faire % observait-il; »s'il veut s'associer avec le parti jacobin, il trouvera sans doute des ressources en tous genres, mais il en sera écrasé: s’il veut au contraire s'associer avec le parti modéré et vraiment républicain, il ne trouvera que de misérables palliatifs. Pourquoi a-t-on forcé mon frère de s’expatrier et de chercher dans des pays lointains un asile contre la jalousie qu'il avait inspirée? Les revers éprouvés dans les armées depuis son départ rehaussent et consolident sa gloire. Je puis me tromper, mais je prévois que si l'embarras du Directoire se prolonge, il invitera mon frère à revenir dans sa patrie et à reprendre le commandement des armées; son mérite et sa fortune l'y suivront encore. En même temps que Joseph Bonaparte ne voit qu'un seul général propre à relever les revers du temps, c’est-à-dire son frère, il ne voit aussi qu'un seul homme administrateur propre à rallier tous les partis et à gouverner avec sagesse et fermeté: c'est Sieyès . ..
L’ambassadeur de la République eisalpine!) se lamente de ce qu'il ne sait plus où habite son gouvernement, et en demande des nouvelles à tous ceux qu'il rencontre . . .