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BRUCHSTÜCKE AUS DER GESCHICHTE CHINAS. 221

Hubhu noor zu führen und nach gemeinsamer Beratung mit den Fürsten und Taijis von Huhu noor der Lage gemäss zu handeln. Da nuu die Fürsten und Taijis von Hubhu noor nach Entsendung ihres Heeres niemand hätten, der auf ihren Tross aufpasste, s0 sollte man den Herzog Tsewang Norbu und Generalgouverneur Erentei brieflich anweisen, nach Verabredung mit äen Fürsten und Taÿis von Hubu noor au strategisch wichtige Punkte Truppen zu legen und gut Wache zu halten.”

Der Kaiser befahl die Ausführung dieses Vorschlages.

In einem Edikt vom Tage kuei-hai, im dritten Monat des 57 Jahres Kanghi, gab der Kaiser Anweisungen für den Generalgouverneur Erentei mit den Herzog Tsewang Norbu !).

Erentei hatte geschrieben: In einer früheren Meldung des Gardekapitäns Sereng stand: ,,Angesichts der Tatsache, dass die Tangout- Leute *) noch keine bestimmte Stellung eingenommen haben, würden die Feinde, falls wir unter Wahrnehmung der Lage das Kaiserliche Heer nach Muru usu °) legten, nicht wagen, das Gebiet von Huhu noor ohne weiteres anzugreifen. Damit wäre die ruhige Stimmung bei den Huhu noor-Vülkern gesichert. Danach kônnten wir durch Aussendung vou Patrouillen Nachrichten über deu Feind einholen. Sollte sich ein erfolgreiches Vorgehen als leicht herausstellen, so müssten wir bei der ersten Gelegenheit vorgehen. Wenn nicht, s0 müssten wir eben unser Lager etwas nach rückwärts verlegen und uus auf eine scharfe Beobachtungs- und Verteidigungstätigkeit beschränken.” Der Staatsrat hatte darauf angeordnet: da die bei Sereng

stehenden Mandschutruppen, Truppen vom Grünen Banner und Hülfs-

1) Tang-hua-lu vacat.

2) HE ru JE . Die Tangguten sind hier gleichbedeutend mit ,, Tibeter”.

3) FE #8 = A Oberlauf des Kin-sha-kiang (Yangtsce).

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vôlker samt der aus Si-ning dorthin kommaundierten Abteilung nur 2400 Mann zählten, die Streitkräfte also sehr schwach seien, so sollte ich, Erentei, ihm die unter meinem Kommando stehenden 2000 Mann vom Grünen Banner als Verstärkung schicken. Darn sollten wir beide, Erentei und Herzog Tsewang Norbu, mit dem Besatzungsheere von Hubhu uoor uns an seinen Nachtrab anschliessen und eine grosse Streitmacht demonstrieren. Schliesslich sollten wir, da an den Orten Gasan ‘) uud Gum ‘) keine Truppen ständen, den Divisionskommandeur Hôsitu mit 1000 Mann dorthin als Detachement legen. Ich habe nun in Erfahrung gebracht: Von Si-ning gibt es drei Wege, auf welchen man nach Tsang gelangen kann. Der eine Weg heisst Iurken ?), der andere Kukusai*), der dritte Baitu ‘). Der Weg über Iurken jedoch ist schmal und schlecht passierbar, während die beiden anderen Wege für Truppen gangoar sind *). Demgemäss môchte ich den Gardekapitän Sereng mit den ihm ursprünglich zugeteilten Truppen vom Maudschu- und Grünen Banner sowie den Eingeborenentruppen und den Truppen von Huhu noor auf dem einen Wege vorgehen lassen, während ich selbst mit den 2000 Mann vom Grünen Banner, welche aus Si-ning detachiert sind und jetzt in Boro Hoso ‘) stehen, sowie den von Coklai Namjal ?) gestellten 10000 Tangœuten auf dem anderen Wege vorgehe. Falls dann der Feind nur auf dem einen Wege anmarschieren würde, so kôünnte unsre eine Abteilung [die, welche sich auf dem freien Wege bedfinde] geradeswegs durchmarschieren, das Land Tsang in

Besitz nehmen und dem Nachtrupp des Feindes auf dem Fusse

1) Nicht feststellbar.

2) ? 3) Jéi Ji €. a) FF A

5) Über die Wege von Hsi-ning nach Tibet 8. Ta-ch‘ing i-t‘ang chih im Abschnitt

Kuku noor, auch Wei-tsang t‘u-chih fé JEg a : F À A Ha Es Yh -

Es sind von Hsi-ning bis Lhasa 4120 Li.

folgen und ïhn angreifen. Falls aber der Feind auf beiden Wegen aurücken sollte, so würde es wohl nicht schwierig sein, den Feind bei seinen geteilten Kräften zu vernichten. In dem Vorschlage, welchen der Staatsrat eingereicht hat, steht: man künne nicht wissen, ob nicht Tsewang Rabtan auf die Kunde, dass unser Heer sich zur Besetzung Tibets anschicke, heimlich ein Heer über Gas schikken würde. Man sollte Acitu den brieflichen Befehl zugehen lassen, durch den mit der Verteidigung von Gas betrauten Kapitän Nachrichten über den Feind einzuholen und dann nach Peking zu melden. Ich habe nun betrefts der Pferde in Hôsitu's Abteilung festgestellt, dass die Tiere, seitdem sie aus Peking gekommen sind, überhaupt noch keine Ruhe gehabt haben, sodass es nicht müglich sein wird, mit ihnen die Grenze zu überschreiten. Dagegen sind die Pferde der in Si-ning stehenden 200 Mandschusoldaten aus Si-an sowie der unter dem Generalgouverneur stehenden 300 Mann herausgefuttert und gut im Stande, also felddienstfähig. Dann kônnte man von den aus Gu-yuwan nach Si-ning detachierten 1000 Mann 500 Mann herausnehmen und von den von General Hôsitu mitgebrachten Truppen 1000 Mann, für diese zusammen Pferde ausmustern, welche man an Acitu schicken würde als Ersatz für die mangelhaften schwachen Pferde. Wenn man dann diese Truppe als Besatzung an die Orte Ga$un und Gum sowie Gas legte, wo sie auch bei Gelegenheit aktiv eingreifen künnten, so würde das von grossem Nutzen für den Fortgang der Operationen sein, Soweit KErenteï’s Bericht.

Weïter hatte Herzog Tsewang Norbu geschrieben: ,,In dem Bericht des Staatsrates wird emphohlen, mich gemäss dem Antrage des Gardekapitäns Sereng mit dem Generalgouverneur Erentei und General Hôsitu zusammen als Detachementskommandeur nach Gasun und Gum zu schicken. Da nun, wenn jene beiden Müänner dort stehen, in Hubu noor kein Grund zur Besorgnis vorliegt, so bitte

ich mich dem Expeditionsheere zuzuteilen, damit mir auch Gelegen-

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heit gegeben wird, meine Kräfte in den Dienst des Kaiïisers zu stellen.”

Der Kaiser verfügte darauf wie folgt: ,,[ch erkenne aus der Durchsicht der einzelnen Meldungen von ŒErentei und Tsewang Norbu, dass sie beide, jeder für sich allein, berichtet haben, ohne irgend welche gemeinsame Beratuug vorher. Wie es für mich schwer ist, von hier aus eine Entscheidung zu fällen, so wäre es für sie dort schwer, danach zu handeln. Wenn der eine allein wäre, so würde ich es so machen, wie er hier beantragt. Und wenn der andere allein wäre, so würde ich es machen, wie er beantragt. Wenn ich das aber tun wüllte, so würden die Massnahmen sich widersprechen und eine einheitliche Aktion käme nicht zu stande. Es wäre richtiger, wenn alle Kommandostellen — wie eigenthich selbstverstindlich — ein ordnungsgemässes Verfahren gemeinsamer Beratung einführten. Da noch dazu die Entfernungen zwischen den Kommandostellen unter einander nicht übermässig weit sind, so soll es von jetzt ab so gehalten werden, dass über alle vorkommenden Angelegenheiten erst eine gemeinsame Beratung stattfindet

und dann ein bestimmter Beschluss gefasst wird.”

Im Sommer, am Tage ting-ssü des fünften Monats, berichtete Generalgouverneur Erentei über die Gefangennahme von Boten der Ceringdondob, Lobtsang u. Genossen 1).

Vordem hatte Gardekapitän Acitu eine Meldung an den Kaiser geschickt: Als ich mit seiner Abteilung in das Gebiet von Caidam *) gelangt war, stiess ich am 2/1 auf eine Schar von Flüchtigen unter Idamjab *), welche unter Mitführung der Frau des Surtsa, Sohnes

1) Tung-hua-lu vacat.

3) Chines. Umschreiïbung des Namens unbekannt.

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von Latsang, nach der Niederlage bei Ioo entwichen waren und ihm folgendes erzählten: ,,Als im Winter des vergangenen Jahres das Dsungarenheer gegen Dam anrückte, hatte es mit unseren tibetischen Truppen verschiedene Zusammenstüsse zu bestehen, wobei es auf beiden S$eiten Verluste gab. Aber dann am 380/X fiel der Ülete Gelong Sakdurjab ‘) von uns ab, setzte sich in Klein-Ioo fest und ging zu den Dsungaren über. Daraufhin zerstreuten sich unsere Scharen, Taïñi Namjal ?) mit seinem Anhang, welche sich zur selben Zeit in der Burg Budala befanden, üffneten das Nordtor der Stadt und übergaben dieselbe, worauf sich die Scharen der Feinde weit und breit hineinergossen. Am 1/XI wurde Latsang gefangen genommen. Sein Sohn Surtsa, der an der Spitze von 30 Mann aus dem belagerten Platz auszubrechen versuchte, wurde von den Feinden ergriffen. Nur uns gelang es zu entweichen.”

Auf diese Meldung von Acitu beantragte der Staatsrat: ,,In Hinsicht darauf, dass nach der Eroberung von Tibet (durch die Dsungaren) die Gattin Surtsa’s sich mit ihrer Begleitung an unser Heer gewandt hat, wären der Generalgouverreur Erentei und der Kaiïserliche Agent Cangseo *) anzuweïisen, den Flüchtlingen Pferde, Vieh und Unterhalt zu geben und sie in aller Ruhe in Boro Cungkak ‘) anzusiedeln.”

Der Kaiser gab seine Genehmigung dazu.

In diesem Zeitpunkt traf eine Meldung von Erentei ein: Am 5/1V habe ich Boten von Ceringdondob gefangen genommen, Lobtsang °) und noch ein paar andere, zusammen acht Mann, welche auf Be-

fragen folsendes aussagten: ,, Wir waren im ersten Monat des ver-

1) Gelong, tibetisch dge-slon ist ein hoher lamaistischer Priester, der Eigenname war in seiner chines. Form nicht zu finden.

2) Chines. Schreibung unbekannt,

3) re späterer Vizepräsident des Kriegsministeriums.

4) Unbekannt.

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