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unterworfen machen. Falls dann die Bewohner von Camdo sich uns auch anschlôüssen, so kônnte man, da dieser Platz in nächster Nähe von Tsang liegt, mit vereinigten Truppen Tsang erobern. Mit diesen Plinen beabsichtige ich einerseits durch briefliche Benachrichtigung die Kommandostellen in $i-ning und Jôn-nan vertraut zu machen. Andrerseits môchte ich sie Ew. Majestät vorlegen, mit der Bitte um eine baldige Verfügung.”’ — Der Staatsrat bemerkte dazu: ,,Es empfehlt sich, diesem Vorschlag gemäss zu handeln d.h. man müsste Fara mit seinem Heere nach Da-jiyan-lu marschieren und dort Stellung nehmen lassen. Er hätte von dort Boten auszuschicken, um die Bewohner zur Unterwerfung auffordern zu lassen. Falls dann die Leute eine abwartende Haltung annehmen und sich nicht unterwerfen sollten, hätte Fara mit seinem Heere vorzurücken, Litang und Batang mit Gewalt zu besetzen und in Batang Stellung zu nehmen. Der Gardekommandeur Umpu ist wieder nach der Hauptstadt zurückzubeordern. Für die in Ceng-du stehende Mandschutruppe ist aus der Hauptstadt ein hüherer Offizier nach Ceng-du zu kommandieren, der den Befehl über die Truppe zu übernehmen hätte.” — Der Kaiser verfügte: ,In Anbetracht dessen, dass sich zur Zeit beim Heere eine grosse Menge von hôheren Offizieren befinden, soll der Gardekommandeur Galbi!) gemeinsam mit Niyan-weng-yoo die Bearbeitung der militärischen Angelegenheiten in die Hand nehmen. Derselbe hat sich in aller Eile mit Relaispost nach Secuwan zu begweben. Und da sich Fara’s Standort sehr nah bei Da-jiyan-lu befindet, so soll man ihm Befehl geben, mit seinem Heer dorthin zu

marschieren. Im übrigen soll dem Antrage gemiäüss gehandelt werden.”

1) DE A3 Hit (SE GE À #E ), seine Biographie s. Man ming-ch‘ên

chuan Kap. 32.

BRUCHSTÜCKE AUS DER GESCHICHTE CHINAS. 385

Im dritten Monat, am Tage hsin-ssù kommandierte ein Kaïserliches Edikt den Taotai von Jung-ning Gao-ki-pei nach Da-jiyan-lu !).

Dem Staatsrat war ein Kaiserlicher Befehl zugegangen: ,,Der Generalgouverneur von Secuwan Niyan-geng-yoo schreibt folgendes : der Diba Daktsa?) von Tibet erzählt, dass Ceringdondob mit einem Heere von 500 Mann über Bark'am heranrücke, um das ihm abgetretene Land Tsang in Besitz zu nehmen. Ob er nun wirklich sein Heer heranführen oder ob er nur bei der Gelegenheit des Vorrückens sich die Beschaffenheit des Geländes ansehen und Nachrichten einholen will (also nur einen Rekognoscierungszug vorhat), kann man picht wissen. Wir müssen aber unter allen Umständen auf der Hut sein.” Dieser Antrag von Niyan-geng-yo0 ist vollkommen zutreffend. Der Staatsrat hat darüber zu befinden und mir darüber Bericht vorzulegen.

Der Bericht des Staatsrates lautete: ,,Niyan-ceng-yoo bittet persünlich mit dem Heere marschieren zu dürfen. Aber da die Provinz Secuwan und die Sachen der beiden Heeresabteilungen von Sungpau und Da-jiyan-lu von grôüsster Wichtigkeit sind, ist es unmüglich Niyan-geng-yoo zu schicken. Wir beantragen folgendes: In Hinsicht darauf, dass wir beabsichtigen, um die Zeit der Grassprosse den Divisionsgeneral Fara mit dem Heere zur Unterwerfung der Bevülkerung von Litang und Batang auszuschicken, sollte, falls sich die Nachricht des Diba Daktsa bewahrheitet, eine Abteilung von 500 Mann ausgewählt und dem Taotai von Jung-ning Gao-ki-pei*) unterstellt werden. Derselbe hätte Fara’s Heere entgegenzumarschieren und den Verhältnissen, welche er vorfindet, entsprechend zu handelr.

Falls bei dieser Gelegenheit im Inneren des Landes Plätze von

1) Tung-hua-lu vacat 2) re Er Æ LU ff :

3) JF] # 1 Taotai von Jung-ning, späterer Oberrichter von Ssü-ch'uan, s. Kuoch'ao hsien-chèng shih-lio Kap. 8.

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Festigkeit und Bedeutuug zu sehen wiären, sollte er sie zerstoren und die Leute darin niedermachen. Sollte sich die Meldung als falsch herausstellen, dann müsste Gao-ki-pei mit seiner Truppe eben wieder umkehren !).” — Der Kaiser befahl die Ausführung dieses Vorschlages. Darauf kam ein Bericht von Niyau-geng-yoo: ,,Ich hatte vor kurzem, auf die Kunde hin, man wolle die Kaiserlichen Truppen wieder aus Tibet zurückziehen, da man die Listen und Absichten des Feindes nicht durchschauen kann, gebeten, ob man nicht den Taotai Gaoki-pei hinsenden und mit der Ausführung der dortigen Aufgaben betrauen kônnte. Da aber jetzt unser Heer nach und nach im Gebiete von Litang eintrifft angekommen sind bereits 370 Mann, es fehlen nur noch einige Dutzend Mann (von der Abteilung), so bitte ich Gao-ki-pei nicht nach Litang zu schicken. Wenn das Kaïserliche Heer in der Provinzialhauptstadt ankommt, will ich die Mandschutruppen in die Kasernen der Mandschugarnison aus Gingjeo, die Truppen vom Grünen Bauner in die mir selbst unterstehenden Kasernen legen, sie zusammen tüchtig einexercieren, um sie für 1hre spätere Verwendang vorzubereiten.” Der Staatsrat befürwortete diesen

Antrag und der Kaiser gab seine Zustimmung.

Am Tage ting-wei (im sechsten Monat) berichteten der Generalgouverneur Niyan-geng-yoo und der Gardekommandeur Galbi über die Kriegslage in Tibet?).

In Niyan-geng-yo0’s Bericht hiess es: ,, Wie ich unlängst durch Nachrichten von den verschiedenen Stiäimmen Tibets erfahren habe,

seitdem der Fürst Dayan*) an Krankheit gestorben sei, habe

1) Eine Strasse, die schon wiederholt von Europäern begangen ist, führt von Ta-li über Li-kiang und Atuntze nach Batang. Von einer Strasse Jungning-Batang ist nicht bekannt. Die Truppe wird an kleine Gebirgspfade gebunden gewesen sein.

2) Tung-hua-lu Kanghi XXI 4a.

5) Ré 2H (CH #}).

BRUCHSTÜCKE AUS DER GEÉSCHICHTE CHINAS. 387

jeder Stamm das Bestreben sich zum Herrscher zu machen. Weiter habe ich erfahren, dass auf Ceringdondob's Befehl der Kommandeur der beiden Flügel des feindlichen Heeres Cuimpil') mit mehr als 600 Mann den Fluss Kara usu überschritten und den Marsch auf Huhu noor angetreten habe. Schliesslich hüre ich, dass ein Heer von 8000 Mann, auf dem Wege nach Tsang begriffen, bereits in Jerkiya*) und Keldiya*) eingetroffen sei. Ich habe folgende Erwägungen angestellt: Falls der Feind von Tsang aus gesen Da-jiyan-lu herankommen sollte, wäre der südliche Weg gefährlich und weït, der nôrdliche dagegen eben und nah. Da sich in Litang zur Zeit Kaiserliche Truppen befinden, so würde der südliche Weg keinen Gruud zur Besorgnis bieten. Aber im Norden müsste man rechtzeitig Vorsichtsmassreseln treffen. Ich habe infolgedessen ein Detachement gebildet, welches den Zugang nach Chung-tu‘), zweitens habe ich aus den Truppen, welche dem Provinzialgeneral unterstehen, nach Erfordernis eine Abteilung zusammengestellt und in die Nühe von Da-jiyan-lu gelegt, wo sie den Weg von Hor sichert*).”

Ein zweiter Bericht von Niyan-geng-yoo und Galbi lautete: ,, Wir haben in Erfahrung gebracht, dass unter den von Ceringdondob mitgeführten 6000 Mann die Dsungaren nur mit 2000 Mann vertreten

sind. Die anderen sind alle nur durch Drohungen zum Mitgehen

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