‹ Tung pao. Toung paoChapitre 167 sur 261 · AL À · texte numérisé non relu

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2) TL 2% —= LH 280 Li vor Batang auf dem Wege Litang-Batang, samba ist

tibetisch ,, Brücke”.

3) S. o. S. 227, Anmerkung 4.

nn tn ons

BRUCHSTÜCKE AUS DER GESCHICHTE CHINAS. 391

reichen.” Der Staatsrat bemerkte dazu: Da einmal das Land und Volk von Batang als unterworfen zu betrachten ist, so ist der Divisionsgeneral Fara anzuweisen, ständige Garnison in Batang zu nehmen und für den Schutz des Platzes Sorge zu tragen.” Der Kaiser verfügte demgemiäss.

Im Herbst desselber Jahres kam ein neuer Bericht von Niyangeng-yoo und Galbi: ,,Der nach Batang entsandte Präfekt C‘'i-wei-de !) meldet: der Hôtuktu Lobtsang Namjal?) von den drei Orten Jaya*), Camdo und Tsawa') und seine Anhänger haben mit der Erklärung, sie wollten sich unterwerfen, eine Liste mit der Zahl der ihnen unterstehenden Lamas Laien angefertigt und hergeschickt um sie zu überreichen. Darauthin haben wir nun dem Ministerialsekretär ‘) Oraif) und dem Major Hôwang-hi-lin”) folgenden Auftrag geseben: sie sollten sich unter Mitnahme von silbernen Petschaften, Seide und Teeblättern zur Spionage an die drei Orte begeben. Dort sollten sie Bekanntmachungen erlassen und Geschenke verteilen, daneben aber die Natur und Geländebeschaffenheit dieser drei Orte sich genau ausehen und darüber Meldung erstatten.” Der Staatsrat beantragte dazu: ,,Man sollte Niyan-geng-yoo in einem Briefe anweisen, nach Rückkehr des Ministerialsekretärs Orai die über Natur und Geländebeschaffenheit der dortigen Gegenden erhaltenen sowie alle sonstigen Nachrichten schleunigst Ew. Majestät weiter zu melden.” Der Kaiser verfügte demgemiäss.

Eine neue Meldung von Niyan-ceng-yoo und Galbi besagte: »Ein früherer Beschluss des Staatsrats hatte bestimmt, von den in Da-jiyan-lu stehenden Mandschutruppen eine ausgewählte Abteilung Fara zur Verstärkung zu schicken und die Mandschutruppen aus Ceng-du nach Da-jiyan-lu zu legen. Jetzt ist die Bevülkerung von

Litang und Batang unterworfen, und die Bevülkerung von Jaya,

5) EG FH mandsch. icihiyara hafan. 6) ? 7) ?

392 E. HAENISCH.

Camdo und Tsawa unterwirft sich auch allmäblich. Zur Zeit stehen an den Plätzen Litang und Batang von Mandschutruppen und vom Grünen Banner 2700 Mann. Was die Rekognoscierung über den Feind anbetrifft, so hat man nicht die geringste Nachricht. In Anbetracht dessen sprechen wir die Bitte aus, ob nicht die Detachierung der in Da-jiyan-lu stehenden Mandschutruppen unterbleiben kônnte.” Der Staatsrat kam zu dem Schlusse, man müsste dieser Bitte nach-

geben. Der Kaiser nahm von der Meldung Kenntnis.

Im neunten Monat, am Tage i-wei, erschien ein Kaiserliches Edikt, welches den neuen Hôbilgan als Dalai Lama einsetzte und den Befehl gab, ihn mit militärischem Geleit nach Tibet zu schicken!).

Es lag eine Meldung des Grossfeldherrn Jôn-ti*) vor: ,,Die aus Tibet eingetroffenen Iamyan ‘), Sambu‘) und Begleiter, welche ihre Unterwerfang anzeigen wollten, sind von Herzog Tsewang Norbu nach Si-ning gesandt worden und dort bereits eingetroffen. Sie erzählteu auf Befragen, Ceringdondob und Sanji hätten mit ihrem Heere in Tibet gestanden. Sie hätten erfahren, dass Sanji im dritten Monat sich zu Tsewang Rabtan begeben habe. Auch Ceringdondob, welcher gehürt habe, dass das Kaiserliche Heer von verschiedenen Seiten her gegen ihn im Anmarsch sei, beabsichtige im fünften Monat sich zurückzuziehen, da er fürchte mit seinen Kräften keinen Widerstand leisten za künnen.” Der Kaiïser nahm von dieser Meldung Kenntnis.

Danach erging ein Kaiserliches Edikt an den Staatsrat: ,,Die Boten, welche wir das letzte Mal nach dem Westen geschickt hatten, Hôbitu °) und Begleiter, haben nach ihrer Rückkehr folgende Mel-

dung gemacht: ,Ceringdondob und seine Anhänger sowie die Lamas

1) Tung-hua-lu XXI, 5a. 2) pv EL 5 3) ? 4) ? 5) 9} HE (4.

BRUCHSTÜCKE AUS DER GESCHICHTE CHINAS. 393

und das Volk von Tibet sagten insgesamt, der in Si-ning erschienene neue Hôbilgan sei wahrhaftig der Hôbilgan des Dalai Lama). Wenn Ew. heilige Majestät den neuen Hôbilgan auf den Stuhl des Dalai Lama setzten und die gelbe Lehre ausbreiteten, so würden damit wirklich die Hoffnungen des ganzen Landes erfüllt werden. Übrigens hätten bei der bôsen Fieberluft, die überall in Tibet herrschte, die Kinder und Enkel der Olet sich nicht vermehrt und viel unter Krankheiten zu leiden gehabt. Was für Hoffnungen künnte sich also der Feind dort im Lande machen! Sie bäten nun, ob nicht Ew. Majestät die gelbe Lehre eiligst ausbreiten künnte.” Wenn man diese Verhältnisse sieht, scheint die Erledigung der Sache leicht zu sein. Wir belehnen hiermit den neuen Hôbilgan mit der Würde des Dalai Lama und befehlen, ihn mit Urkunde und Kiegel zu versehen, ïhn im nächsten Jahre zur Zeit der Grassprosse nach Tibet zu führen und dort den Stuhl des Dalai Lama besteigen zu lassen. Für das Geleit ist ein hôherer Beamter zu bestimmen, der eine Abteilung von 1000 Mann Mandschutruppen, 1000 Mann mongolischer Truppen, 2000 Eingeborene und 1000 Mann Infanterie, 1000 Mann Kavallerie vom Grünen Banner mitzunehmen hätte. Für die regelmässige Lieferuug von Proviant und Vieh an diese Abteilung hat der Grossfeldherr Sorge zu tragen. Weiter sollen auf dem Wege über Bark'am 1000 Mann von den Mandschutruppen aus Secuwan, 1000 Mann vom Grünen Banner und Eingeborene-Truppen im Verhältnis dazu ebenfalls nach Tibet geschickt werden, für deren Verproviantierung Niyan-geng-yoo sorgen soll. Die Fürsten und Herzüge von Huhu noor sollen auch von ihren Truppen 10000 oder 5 bis 6000 Mann zu der Begleitmannschaft stellen. Wenn Ceringdondob wirklich ein Anhänger der Lehre ist, dann muss er unter allen Umständen den Dalai Lama erwarten und darf erst nach seiner

Thronbesteigung sich fortbegeben. Wenn er aber nicht wartet son-

1) Der Iôbilgan in Hsi-ning.

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dern die Flucht ergreift, dann ist er eben ein gemeiner Rebell. Der Grossfeldherr soll sich mit seinem Heere in der Umgegend von Solomu‘) an einem Platze, wo Wasser und Weide gut sind, aufstellen und die Obhut über die Frauen und Kinder von Huhu noor wahrnehmen. 2000 Mann aus Secuwan soll er jenseits der Grenze postieren, zum Schutze für die Bagage des Fürsten Cagan Danjin. Da die Angelegenheit von grôsster Wichtigkeit ist, so soll aies Edikt an den Grossfeldherrn weitergeseben und derselbe zu einer eingehenden Beratung mit den anderen und zur Einreichung eines Berichtes darüber aufgefordert werden. Weiïter soll man die Fürsten

und Taijis von Huhu noor zu einer Versammlung beim Grossfeld-

herrn berufeu, welche eine Proklamation folgenden Inhalts an das

Volk der Tanguten erlassen soll: ,, Die gelbe Lehre des Dalai Lama und des Bancen ist ursprünglich von euren Vorfahren begründet worden. Jetzt hat Tsewang Rabtan ohne Grund den Latsang getôtet, die Lamas aus den Tempeln auseinandergetrieben, den Weg von Geren Olige ?) unterbrochen und den Thron des Dalai Lama verwaist gemacht. Ihr habt früher einmal versichert, dieser neue Hôbilgan sei der wahre Hôbilgan des Dalai Lama, uud ihr wolltet an den Zweck, ihn auf den Stuhl des Dalai Lama zu setzen, euer Leben und eure ganze Kraft setzen. Gegenwärtig erklären das gesamte Volk und die Lamas der Tibeter und auch die Lamas von Amdao®) dasselbe: es sei wahrhaftig der Hôbilgan des Dalai Lama. Jetzt hat der Kaiïser diesen Hôbilgan eigens zum Dalai Lama bestimmt und wird ihn im nächsten Jahre nach Tibet führen und

auf den heiïligen Stuhl setzen. Er wird die gelbe Lehre ausbreiten,

1) À Ë ANG as dé À ( ÿn] ) (Mêng-ku yu-mu chi).

2) FR #)) H 44 ist augenscheinlich ein Ortsname, dessen Feststellung aber nicht

môglich war.

3) Pr À É$ tibetische Landschaft nôrdlich des Tengri noor, westlich des Tangla

Passes.

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den Weg von Geren Olige ôffuen und den Tee- und Leinewandhandel wieder einrichten. Da ist nun jetzt gerade die Gelegenheit, wo ibr eure Kräfte in den Dienst der guten Sache stellen künntet. Das Richtigste wäre, wennu ïhr, jeder einzelne mit Truppenabteilung, euch dem mit der Begleitung des Dalai Lama beauftragten Beamten anschlôüsset und mit ihm zusammen zôget. Da man aber nicht wissen kaun, wie ïhr darüber denkt, so müsst ïhr eine Versammlung abhalten, auf der jeder seine Meinung sagt, und ihr dann alle einen einigen Beschluss fasst. Diesen Beschluss sollt ihr dann dem Kaiser vorlegen.” Nach der Beschlussfassung sollen Divisionsgeneral Jansin, sowie Cutsung'), Herzog Tsewang Norbu und der Hanlin Cangéeo sich über den Pass Ku-kuan*?) nach der Residenz begeben und Mel-

dung machen.”

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