‹ Tung pao. Toung paoChapitre 253 sur 261 · EDMUND SIMON. EIN ALTER PLAN DER BEIDEN · texte numérisé non relu

EDMUND SIMON. EIN ALTER PLAN DER BEIDEN

teiles Higashi, in welchem auch der auf dem Bilde mit Kreuzen bezeichnete geräumige Marktplatz der Stadt liegt. Hier bieten heute noch ebenso wie vor mehreren hundert Jahren die Frauen unter grossen Oelpapierschirmen ïhre Waren feil, während die Männer unterdessen bei Reiswein, Tabak und Gesang ihre Zeit verbringen. Am Nordostende des Marktes stehen die beiden Tempel der Tenhikami (ZX ÆU MINI), von denen der obere, auf einer Anhôhe gelegene, von dem chinesischen Gesandten Kuo Ju-Lin (EP DL 4 FR) im Jahre 1562, der untere bereits von Künig Sh5 Hashi 1434 erbaut worden war !). Davor sehen wir das Tenshikwan (K D d RE ), ein zur Aufnahme der chinesischen Gesandten bestimmter Gebäudekomplex. In dem an der südwestlichen Ecke des Marktplatzes befindlichen Gebäude war ursprünglich die Verwaltungsbehôrde für den Handel untergebracht, später diente es der Polizeiverwaltung als Sitz. In der Nordostecke des südlich vom Markte gelesenen freien Platzes war das Sappanokariya (RÉ A fill EE Æ), ein Gebäude, das erst nach der in der Periode Keichô im Anfang des 17. Jahrhunderts stattgehabten Unterwerfung des Reiches durch den Fürsten von Satsuma errichtet wurde.

Der von Nordosten nach Süden gehende, von mehreren Brücken überspannte Fluss, der schliesslich in die Hawayebucht mündet, ist der Kumochikara ( | 1e Hh JIT )(), ein Nebenarm des sich kurz vor seiner Mündung in die Bucht von Tomai (YH) (!) in zwei Arme teilenden Asato (Æ H). Auf dem rechten Ufer des Kumochi sehen wir die Stadtteile Kumochi und Kumimura (À X #1] ) (D, jeven Teil, in welchem im Jahre 1396 36 Chinesen aus Fukien angesiedelt worden waren, um einmal den Tributschiffen als Führer zu

dienen, und zum anderen den Verkehr zwischen den Gesandten des

Reiches der Mitte und den Beamten des Inselreiches zu regeln.

1) vgl. Nihon Meisho Chishi von Kwatai Tayama, Bd. XI, p. 20,

HAUPTSTÂDTE DES EHEMALIGEN KÔNIGREICHES CHUSAN. 731

Hier befand sich ein Tempel des Confucius (ÆH Hi) in dem Grundstück der Meirindo (H}] À é) genannten Schule. Links von den zuletzt erwähnten Stadtteilen breitet sich Wakasa CH Ye) aus, südlich von diesem der Stadtteil Nishi (DH). Auf dem linken Rande unsres Bildes sehen wir die Küste mit dem auf einem Korallenfelserkliff erbauten Shintotempel Nammin (Ho E)(), davor den Tsujigama CHE LT), oder wie er von den Chinesen genannt wurde, Ch‘ing-chih-shan (F 52 LL), ein Hügel, an dessen Abhängen viele Gräber von hufeisen- und speicherfürmiger Gestalt sind. Auf dem Kap Shu (+) liegen die Tempel Tensonhokora (K BK ii] ) und Gokokuji (SE +).

Hinter dem Nammintempel sieht man das Schneekap (Yuchi nu zachi) und die Salzfelder Gatahara CE JF ), die sich bis zum Hafen von Tomai (YH) hinziehen, der durch die trichterartig erweiterte Mündung des von Steinbrücken überspannten Asato gebildet wird. Der Ort Tomai, dessen Bucht in alter Zeit der Haupthafen für Shuri gewesen zu sein scheint, allmählich aber wegen Versandung aufgegeben wurde, liegt auf dem rechten Ufer. Das bedeutendste Bauwerk, das sich hier befindet, ist der Sügenjitempel (£Æ TÉ À), den wir rechts von der zweiten Asatobrücke auf dem Bilde erblicken. Vor den dicken mit Rundbogentoren versehenen Tempelmauern stehen prachtvolle alte Gajimarubäume ‘), die sich im Wasser des Asato spiegeln. Das bereits Ende des 15. Jahrhunderts erbaute Heïligtum beherbergt die Totentafeln der Künige von Chüusan von dem sagenhaften ersten Herrscher Tensonshi an. Auch wird hier eine Pfeil- spitze aufbewahrt, die angeblich von dem japanischen Nationalhelden Minamoto Tametomo (5 F3 Hf]) herrührt, welcher wie die Sage

erzählt, nach Riukiu verschlagen worden sein soll. Hinter dem

Tempel sehen wir einen kleinen Weg sich nach dem Dorfe Amiku

1) Banyanbäume.

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