II. Version allemande : Corneille et Racine
Corneille hat, wenn ich so sagen darf, grosse Menschen dargestellt, und Piacine vornehme Personen. Ich kann mir, wenn ich Racine's Stiicke h.'se, immer den Dichter denken, dcr an eincm glanzenden Hofe lebt, einen grossen Konig vor Augen hat und mit den Besten umgeht. Wenn ich scinen Britannicus, seine Bérénice studire, so kommt es mir wirklich vor, ich sei am Hofe, sei in das Grosse und Kleine dieser Wohnungen der ii-dischen (îotter geweiht. und ich sche, durch die Augen eines feinfûhlcnden Franzosen^ Kônige die eine ganze Nation anbetet, Hofleute die von viel Tausenden beneidet werden, in ihrer natiirlichen Gestalt, mit ihren Fehlern und Schmerzen. Es ist unmôglich dass ein Dichter, dessen Leben und Tod an den Augen eines Konigs hangt. nicht auch Stiicke schreibon solle, die aes Beifalls eines Fiirsten niirdig seien. (Gœthe.)
2° Paris, 1878.